Beglückender Talgang im Banne dolomitenartiger Kalkburgen
Haufenweise Pulverschnee und eine saubere Luft. Das als schönstes Hochtal Europas gepriesene industriefreie Tannheimer Tal umfängt den Besucher auch zur kalten Jahreszeit mit seinen vielfältigen Reizen. Ein Märchenland für Romantiker. Da sind zum einen – und man muss sie natürlich in erster Reihe nennen – die fast wie Dolomitenkönige unvermittelt emporschießenden Felsklötze. In atemberaubender Kühnheit ziehen sich Kletterrouten durch das verhältnismäßig wenig dem Verfall preisgegebene Gemäuer. Diese finden dank ihrer sonnigen Exposition auch zu einer Jahreszeit, in der sich auf der anderen Talseite die Skifahrer tummeln, ihre eifrigen Bewerber.
Zum anderen fällt die noch wenig verbaute, echte Erholung bietende Talsohle auf: Die Langläufer kommen nicht umsonst von weither angereist. Genügend Natur also. Und mitten durch diese Traumkulisse haben die cleveren Tiroler Tourismusköpfe für Genusswanderer einen beispielhaften Winter-Panoramaweg angelegt. Der durchwegs abseits des Verkehrs verlaufende Entdeckungskurs zeigt immer wieder auf überzeugende Art und Weise den noch ursprünglichen Talcharakter auf. Und dieser entspannende Weg führt eindringlich vor Augen: Im Tannheimer Tal sind die Berge auch von unten schön.
Vor der Wildbachverbauung war das Gemeindegebiet von Nesselwängle allerdings wiederholt alles andere als eine Idylle. Schwere Vermurungen suchten das Dorf heim. Immer wieder traten die Sturzbäche aus ihren Rinnen und richteten schwere Verwüstungen an. Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Schäden so schlimm, dass die Regierung den Einwohnern nahe legte, ihr Dorf zu verlassen und auszuwandern. Doch hartnäckig wie die Tiroler sind, haben sie auch diese Zeiten überstanden und sich dauerhaft zu wehren gewusst.
Bei der Kapelle nahe dem östlichen Ortsrand von Haller weist uns unter dem kühn auf einem Felsenriff positionierten Alpengasthof Adlerhorst die Beschilderung »Nesselwängle« auf einen geräumten Güterweg. Gelassen schlendern wir bergan auf die strenge, felsgepanzerte Rote Flüh zu. Wo der Weg zum Adlerhorst abzweigt, folgt man dem flachen Winterwanderweg durch lichten Wald. Langläuferscharen ziehen über den schier endlos ausgerollten, präparierten Schneeteppich des Haldensees, überragt von Vogelhörnle und Neunerkopf. Im Hintergrund bauen sich Iseler und Kühgundspitze auf, während auf der südlichen Talseite, uns direkt gegenüber, der leuchtende First der Krinnenspitze besticht. Im Osten markiert nun ein Sendeturm den Gipfel des Hahnenkamms. Rechts davon setzt sich die Gaichtspitze in Szene. Nach dem Überqueren einer Skipiste tritt ein weiteres Schaustück auf die Bühne. Es sind nun die abenteuerlichen Wandpartien des Flüh-Nachbarn Hochwiesler, die das staunende Auge beschäftigen. Der
Feloldottad már? Bejelentkezés
Prémium tartalom A prémium túrákat profi szerzők vagy outdoor kiadók adják közre.
Rother ist jetzt Partner von Outdooractive für Premium-Touren!
Ab sofort hast du mit Outdooractive Pro+ vollen Zugriff auf tausende sorgfältig recherchierte und professionell beschriebene Touren aus den Rother Wanderführern.
Der Rother Bergverlag ist einer der renommiertesten Spezialverlage für Wanderliteratur im deutschsprachigen Raum. Seit über hundert Jahren bietet der Verlag eine große Auswahl an Wander-, Trekking- und Skitourenführern, die für ihre Zuverlässigkeit und detaillierten Informationen bekannt sind. Das Angebot umfasst klassische Rother Wanderführer mit sorgfältig recherchierten Routenbeschreibungen, Höhenprofilen, Karten, GPS-Tracks und zahlreichen Tipps zu Natur, Kultur und Einkehrmöglichkeiten. Abgedeckt werden verschiedenste Regionen Europas und der Welt – vom einfachen Familienausflug bis zur anspruchsvollen Hochtour.

Felhasználói kérdések