St. Andrä, Stadtpfarr- und ehemalige Domkirche hl. Andreas
St. Andrä, Stadtpfarr- und ehemalige Domkirche hl. Andreas
Es wird vermutet, dass die heutige Stadtpfarrkirche auf eine Gründung des hl. Modestus im 8. Jh. zurückgeht und somit die älteste Kirche des Lavanttales ist. Die erste sichere Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahre 1145. Sie ist an der Nordseite durch einen 2-geschoßigen Gang mit der ehemaligen bischöflichen Residenz verbunden. Um 1225 wurde in St. Andrä ein Augustiner Chorherrenstift gegründet. Mit der Errichtung des Bistums Lavant 1228 erfolgte die Erhebung zum Domstift, welches 1798 wieder aufgehoben wurde. 1859 wurde der Bischofssitz nach Marburg an der Drau / Untersteiermark heute Maribor übertragen und der Kärntner Teil des Bistums kam zur Diözese Gurk. Die Kirche ist eine 3-schiffige, gotische Basilika aus dem 14. und 15. Jh. und erfuhr im 17. und 19. Jh. starke bauliche Veränderungen. Im Süden und Norden sind Kapellen angebaut. Der Chorschluss wird von dreistufigen Strebepfeilern gestützt. Der romanische Westturm ist massiver als der in der Höhe des zweiten Langhausjoches am Seitenschiff angebaute gotische Nordturm. An beiden Seiten des Westturms befinden sich Kapellenräume, der nördliche aus der Spätgotik, der südliche vermutlich aus der Barockzeit. An der Chornordseite verbindet ein 2-geschoßiger Gang die Kirche mit der früheren bischöflichen Residenz. Südlich der Kirche schließt der ehemalige Propsteihof mit Arkadenhof an. Hier ist an einem Strebepfeiler ein gotischer Wasserspeier zu sehen. Im Kircheninneren verbindet ein gotischer Triumphbogen das Mittelschiff mit dem Hauptchor mit 5/8 Schluss.
Der neugotische Hochaltar (1902), eine Nachbildung des Hochaltares von Giesing bei München, ist mit Schnitzfiguren Kreuzigungsgruppe, hll. Petrus und Paulus ausgestattet. Eine Statue des hl. Andreas bildet den oberen Abschluss. Über der linken Altarmensa hängt ein 1730 gemaltes Ölbild des hl. Augustinus. Darunter ist ein um 1750 entstandener, barocker Tabernakel aufgestellt. Das Bild des rechten Seitenaltars aus der Mitte des 18. Jhs. zeigt die Verkündigung an Maria. Dieses Meisterwerk wurde vom großen italienischen Barockmaler Giovanni Battista Tiepolo geschaffen und kam durch den Lavanter Fürstbischof Graf Johann von Thurn-Valsassina in die Bischofsstadt. Darunter ist eine überlebensgroße Statue der Pietà aufgestellt.
In den Seitenkapellen stehen Statuen der hll. Andreas und Paulus aus dem 18. Jh. In der zweiten, nördlichen Kapelle ist ein ehemaliger Altaraufsatz mit einem Ölbild der Geburt Christi aus der Mitte des 18. Jhs. sowie ein Leinwandbild der Himmelfahrt Mariens, das Jakob Zanussi zugeschrieben wird, zu sehen.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 712–714.
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St. Andrä, Stadtpfarr- und ehemalige Domkirche hl. Andreas
9433 St. Andrä
+43 4358 2232 http://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/pfarre/C3168/ E-mail: standrae-lavanttal@kath-pfarre-kaernten.at
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