Das Steinerne Meer ist ein gewaltiger Gebirgsstock in den Berchtesgadener Alpen, der Skitourengehern in erster Linie durch die »Große Reibn« bekannt ist. Die Hochfläche schottet sich aber nach allen Seiten sehr gut gegen zu viel Andrang ab – nach Westen und Süden mit steilen Felswänden und nach Osten und Norden mit weiten Anmärschen. Nur an der Nordwestecke der riesigen Karstfläche ist häufig Publikum anwesend und genießt den Blick vom Seehorn über die einsamen Flächen. Natürlich ist es nicht alleine die Aussicht, wofür am Wochenende oftmals größere Kolonnen Richtung Gipfel ziehen. Das Seehorn kann auf den oberen zwei Dritteln mit einer Klasseabfahrt aufwarten, ist aufgrund der schattigen Forststraße im ersten Abschnitt schneesicher und die Lawinengefahr hält sich hier in der Regel auch in Grenzen.
Obwohl das Seehorn keine wirklich steilen Hänge aufweist, sollte es nicht als harmloser Anfängerberg unterschätzt werden. Immerhin müssen knapp 1400 Höhenmeter überwunden werden, und bei fehlender Spur oder schlechter Sicht kann die Orientierung durchaus sehr ernst werden. Das betrifft insbesondere den Mittelteil, wo in welligem Karstgelände viele Dolinen lauern – nach Neuschnee sollte man hier besondere Vorsicht walten lassen. Hinzu kommt der breite Gipfelhang, der nach Süden sehr abrupt abbricht und oft meterweit überwechtet ist. Bei Nebel oder Schneefall besteht durchaus die Gefahr, der Kante zu nahezukommen.
Aufstieg Vom Parkplatz kurz einen steilen Hang nach Westen hinauf zur Forststraße, die rechts vom Tal aufwärts führt. Der Straße folgend geht es aufwärts bis zu einer Kehre, wo wir der rechten Straße folgen (diese Kehre kann auch bereits ein Stück vorher über eine Wiese und einen kurzen Hohlweg im Wald abgekürzt werden). Im weiteren Verlauf folgen wir der Almstraße durch Wald und kurze Lichtungen bis hinauf zu den ersten Wiesen der Kallbrunnalm. Wenige Meter nachdem wir den Wald verlassen haben, rutschen wir links 15 Meter hinab in eine flache Senke und durchqueren diese nach Osten. Wo das Gelände wieder steiler wird, halten wir uns leicht rechts und steigen durch lichten Wald an den Nordhängen der Dießbachschneid nach Osten hinauf auf die Karsthänge unter dem Gipfelaufbau des Seehorn. Die folgende Steilstufe wird von rechts nach links aufwärts gequert, wodurch wir den breiten und relativ flachen Gipfelrücken erreichen. Mit respektvollem Abstand vor der überwechteten, rechten Kante
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