Der bayerische Begriff »Reibn« bezeichnet eine Rundtour, von denen es in den Berchtesgadener Alpen eine ganze Reihe gibt. Am bekanntesten ist sicherlich die »Große Reibn« – eine mehrtägige Umrundung des Königssees über Hagengebirge und Steinernes Meer mit Abfahrt durchs Wimbachtal. Für diese anspruchsvolle Gebietsdurchquerung werden in der Regel drei Tage veranschlagt und beste Sicht- und Schneeverhältnisse sind dafür notwendig.
Eine ganze Spur zahmer geht es auf der »Kleinen Reibn« zu. Der Auftakt dieser Tagestour besteht in der Besteigung des Schneibstein. Von der Bergstation der Jennerbahn ist dies eine kurze Spritztour mit 700 Höhenmetern im Aufstieg, die sich aber auch als lange Skitour von Schönau am Königssee machen lässt. Für die Abfahrt existieren dann mehrere Varianten. Über die Aufstiegsroute wird eher selten abgefahren, üblich ist die Abfahrt über Windscharte, Seeleinsee und Rossfelder, wo jedoch ein kurzer Gegenanstieg notwendig ist. Der Weiterweg hängt dann vom Ausgangspunkt ab; wer sein Auto in Hinterbrand hat, den erwartet am Ende eine lange Querung mit längeren Skatingstrecken oder erneutem Auffellen.
Welche der vielen Variationsmöglichkeiten auch gewählt wird – eines ist gewiss: landschaftlich ist die Tour auf den Schneibstein sicherlich eines der Highlights in den Bayerischen Alpen. Alleine schon der Blick auf die gewaltige, winterliche Watzmann-Ostwand ist einmalig, dazu der Tiefblick auf den dunkelblauen Königssee. Und am Gipfel angekommen, liegen die einsamen Hochflächen des Hagengebirges und des Steinernen Meeres wie eine riesige Mondlandschaft zu unseren Füßen.
Aufstieg zum Stahlhaus Vom Parkplatz nach Osten zum Beginn der Skipiste. Man steigt an ihrem rechten Rand auf, bis rechts ein Weg in den Wald führt, dem man ein kurzes Stück aufwärtsfolgt, bis man auf einen Ziehweg kommt. Dieser führt nun nach Süden ansteigend über die sogenannte Hochbahn, einem luftigen Stück hoch über dem Königssee in das Tal des Königsbachs. Hier trifft man auf eine von links einmündende Forststraße. Nun folgt man der Straße zur Königsbachalm. Über die freien Wiesen noch ein Stück aufwärts bis zu einer Weggabelung – von links mündet hier der Weg von Hinterbrand bzw. der Jenner-Mittelstation ein. Wir halten uns rechts und gleich an der nächsten Gabelung wieder links durch den Wald hinauf bis zu einem Sattel. Hier halten wir uns nochmal links und queren um die Bärenwand herum in den Königsberger Graben. In angenehmer Neigung zieht der Weg nun zuerst an der Nordflanke entlang, dann durch Mulden aufwärts zum Schneibsteinhaus und weiter zum bewirtschafteten Stahlhaus.
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