Deutschlands bekannteste »Freerideabfahrt« befindet sich in einem wilden Felskessel des Karwendel hoch über Mittenwald. Während im Hochwinter bei guter Schneelage die Gäste der Karwendelbahn dieses felsgesäumte Steilkar zur Buckelpiste einfahren, sind im Frühjahr die Skitourengeher hier wieder unter sich. Dann müssen die Ski auf den unteren 350 Höhenmetern meistens getragen werden, was den Attraktivitätsgrad für die echten »Freerider« so stark schmälert, dass sie sich anderen Zielen zuwenden. Einsam ist es dann zwar im Dammkar immer noch nicht, man kommt sich als Tourengeher aber nicht mehr vor wie ein Geisterfahrer in einer Einbahnstraße. Spätestens zur Revision der Seilbahn (in der Regel im Mai, manchmal auch schon im April) geht ohne eigene Aufstiegsleistung nichts mehr.
Etwas surreal mutet nach dem Aufstieg durch den wilden Felskessel das Ambiente am Ende des Kars an. Zuerst durchschreitet man einen 400 m langen Tunnel (während der Seilbahnrevision unbeleuchtet – dann unbedingt Stirnlampe mitnehmen) und erreicht die Bergstation der Karwendelbahn. Daneben befindet sich das Natur-Informationszentrum Karwendel in Form eines überdimensionalen Fernrohrs. Was tut man nicht alles für seine Touristen …
Auf alle Fälle stehen nun zwei Gipfel zur Auswahl. Am häufigsten wird die Nördliche Linderspitze bestiegen. Auch die Westliche Karwendelspitze kann bei guten Verhältnissen bis kurz unter den Gipfel mit Ski begangen werden. Aussicht, Tiefblick und die Abfahrt durch das schattige Dammkar sind von beiden Gipfeln garantiert.
Aufstieg Unmittelbar gegenüber vom Parkplatz beginnt eine Forststraße mit Schranke. Auf dieser anfangs steil, bald jedoch recht flach nach Nordosten, später nach Süden bis zum Bankerl bei der Talstation der Materialseilbahn. Im Frühjahr beginnt hier meistens der Schnee. Nun steigen wir, uns rechts haltend, hinauf in das »Kanonenrohr« – eine steile Rinne, die uns hinaufführt zur Dammkarhütte. Hier zweigt rechts das Viererkar ab, das ebenfalls eine lohnende Skitour darstellt und in der Viererscharte endet. Ein kurzes Flachstück bringt uns zum Bergwachthang und ab dem Bergwachthütterl geht’s nach rechts weiter ins Hintere Dammkar. Das schmale Kar zieht nun in anfangs gemächlicher Neigung, bald aber zunehmend steiler (kurz ca. 35 Grad) nach Westen hinauf bis zur Dammkarscharte. Von hier führt ein leicht ansteigender Tunnel nach Westen zur Bergstation der Karwendelbahn. Der Gipfelanstieg zur Nördlichen Linderspitze beginnt am Bergrestaurant. Man steigt nach Osten hinauf zum Panoramaweg und
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