Wie eine felsige Krone sitzen die Gipfel der Kampenwand auf den sanften Wald- und Wiesenbergen des Chiemgau. Der Berg ist touristisch stark erschlossen – insbesondere die Kampenwand-Seilbahn von Aschau transportiert im Sommer viele Wanderer und einige Kletterer, im Winter hingegen neben wenigen Spaziergängern vor allem Pistenskifahrer in die Höhe. Allerdings ist die Kampenwand in den letzten Jahren wieder verstärkt ein Ziel für Tourengeher geworden. Das Skigebiet ist aufgrund des häufigen Schneemangels nur noch selten in Betrieb, aber sobald ausreichend Schnee bis ins Tal liegt, steigen Tag und Nacht ganze Karawanen entlang der Skipiste bergwärts.
Der Nachtaufstieg beschränkt sich derzeit jedoch auf den berühmt-berüchtigten Donnerstag. Bei guten Schneeverhältnissen und klarem Wetter ist dann nicht nur der riesige Parkplatz an der Kampenwandbahn voll belegt – auch die zahlreichen Einkehrmöglichkeiten platzen aus allen Nähten. Wer das gesellschaftliche Ereignis sucht, für den ist der Tourengeherabend an der Kampenwand ein Muss – wer die Ruhe sucht, meidet diesen Tag besser. An den anderen Wochentagen muss die Tour jedoch spätestens um 20 Uhr beendet sein, danach ist die Piste bis 8 Uhr gesperrt.
Nicht nur am Donnerstagabend, sondern generell beendet der Großteil der Skitourengeher den Aufstieg an der Steinlingalm oder an der Bergstation der Kampenwandbahn. Dabei ist der Ostgipfel im Winter ein richtig lohnendes Ziel. Bei genügend Schnee ist der Aufstieg mit Ski bis in die Kaisersäle – eine kleine Schlucht zwischen den Felswänden in Gipfelnähe – möglich. Die letzten Meter müssen zu Fuß zurückgelegt werden. Dafür erwartet einen dann ein berühmter Gipfelblick, den man im Winter meist recht einsam genießen kann – ganz im Gegensatz zum Sommer.
Aufstieg Am Parkplatz rechts an der Talstation vorbei zum Beginn der Piste. Dieser folgend anfangs nur sanft ansteigend nach Nordosten an den Waldrand, wo wir auf einen Forstweg treffen. Weiter geht’s entweder entlang der Skipiste oder bei Skibetrieb entlang dem ausgeschilderten Tourengeheraufstieg. Dieser führt noch vor dem ersten Steilstück auf dem Forstweg nach rechts in den Wald und in der Kehre wieder links zurück zur Piste. Er kreuzt nun die Piste und nach einer Rechtskehre weiter oben noch ein zweites Mal, bevor er wieder in den Wald führt. Nach knapp 100 Höhenmetern zweigt links (Schild) der Reitweg ab. Dieser führt nun recht flach wieder an die Skiabfahrt zurück, kreuzt sie und führt auf der Nordseite im Wald in weiten Kehren hinauf zu einer weiteren Forststraße. Nach rechts aufwärts gelangen wir wieder ins Skigebiet und müssen nun einem schmalen Ziehweg nach links ins »Goriloch« folgen. Hier steigen wir in Grundrichtung Ost durch Variantengelände und einige kurze präparierte
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