Der Großvenediger gehört zu den Traum-Skibergen unzähliger Tourengeher. Bei vielen Hochwinter-Skitouren in den Bayerischen Alpen, im Karwendel und vor allem in den Kitzbühelern beherrscht seine markante Gestalt die Gipfelpanoramen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich während des Tourenwinters so nach und nach der Wunsch verfestigt, zum Abschluss der Saison auf sein Haupt steigen zu wollen. Der natürlichste Zugang für die Skitouristen nördlich des Alpenhauptkammes erfolgt von Neukirchen über das Obersulzbachtal. Dieses landschaftlich herrliche Tal ist allerdings berüchtigt für seinen langen Zustieg. Vom Parkplatz am Hopffeldboden müssen satte zehn Kilometer bis in den Talschluss zurückgelegt werden, bevor es auf den letzten 700 Höhenmetern hinaufgeht zur Kürsingerhütte. Insgesamt fünf bis sieben Stunden sind dafür einzurechnen, in der Kombination mit dem schweren Rucksack oft der anstrengendste Teil der Venedigerbesteigung. Im Spätwinter und Frühjahr besteht die Möglichkeit, sich den Talhatscher mit dem Hüttentaxi der Postalm auf harmlose eineinhalb bis drei Stunden zu verkürzen.
Ist unser Tourenstützpunkt dann erst einmal erreicht, bietet er neben dem alles beherrschenden Venediger noch genügend Tourenmöglichkeiten für einen längeren Aufenthalt. Ein beliebter Akklimatisationsgipfel ist der Keeskogel unmittelbar oberhalb der Hütte, dessen 750 Höhenmeter am Tag nach dem Hüttenzustieg die Möglichkeit auf einen entspannten Tag bieten. Gegenüber in der Umrahmung des Obersulzbachkees finden sich weitere lohnende Ziele – vom Großen Geiger über das Ausweichziel des Gamsspitzl bis hin zur Schlieferspitze, deren 1400 Höhenmeter Ostabfahrt zu den Highlights der Hohen Tauern zählt. Diese bietet sich insbesondere für den letzten Tag des Hüttenaufenthalts an, da dann der Gegenanstieg zurück zur Hütte entfällt.
Aufstieg zur Hütte Im Hochwinter kann es erforderlich sein, bereits kurz hinter Neukirchen die Ski anzuschnallen und auf der nicht geräumten Fahrstraße zum Hopffeldboden aufzusteigen. Spätestens hier ist im Frühjahr Schluss mit dem eigenen Pkw, und auf der Fahrstraße geht es mit Ski, zu Fuß oder mit dem Mountainbike in relativ zügiger Steigung hinauf zur Berndlalm (ca. 1500 m). Hier weitet sich das Tal und wird sehr flach. Ohne spürbaren Höhengewinn folgen wir dem Fahrweg nach Süden in etwa 5 Kilometern zur Postalm (1699 m, während der Touren-Hauptsaison im Frühjahr ebenfalls bewirtschaftet, im Frühjahr bis hierher auch Taxiverkehr – je nach Schneelage evtl. sogar noch ein Stück weiter). Über oft große Lawinenkegel geht es nun über eine Talstufe links vom Bach hinauf zur Materialseilbahn der Kürsingerhütte (Rucksacktransport möglich).Wir durchqueren den folgenden flachen Talboden und überqueren den Bach an einer Brücke vor der folgenden Talverengung, wo bis Mitte des letzten
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