Es erscheint nicht übertrieben, das Rubihorn als den Aussichtsberg schlechthin über dem Illertal zu bezeichnen. Schon wenn man sich Oberstdorf mit Zug oder Auto nähert, dominiert sein wuchtiger Felsaufbau die linke Talseite. Ein Massentourismus wie am seilbahnerschlossenen Nebelhorn bleibt dem Rubihorn zwar zum Glück erspart, dennoch treibt es bei Schönwetter stets zahlreiche Gipfelstürmer hinauf. Diese können zwischen zwei Routen wählen – oder am besten gleich eine Kombination beider verwirklichen. Nach einem Warmlaufprogramm durch den sehenswerten Faltenbachtobel zur Seealpe steigt man über die Südwestseite empor und genießt derweil schon immer prächtigere Ausblicke über den Oberstdorfer Talkessel inklusive dem Kleinwalsertal. Beim späteren Abstieg bezaubert vor allem der stattliche, oft farbintensive Gaisalpsee. Mit der Gaisalpe finden wir die passende Einkehrmöglichkeit, bevor der Kreis quer durch die Westflanke des Berges über den Wallrafweg geschlossen wird. Summa summarum eine Top-Tour für gestandene Bergwanderer!
Von der Nebelhornbahn in Oberstdorf geht es via Oststraße sowie Am Faltenbach zur riesigen Arena der Schattenbergschanze und oberhalb direkt in den Faltenbachtobel hinein. Wasserfälle, Gumpen und Kaskaden schaffen eine eindrückliche Szenerie. Der Weg zieht anfangs links, später rechts davon empor, vereinzelt sogar mit Sicherungen. Nach einem Stück auf breiter Schottertrasse abermals auf die linke Seite, um dort den Wanderweg Richtung Seealpe, 1267 m, zu nutzen. Die Jausenstation befindet sich bei der ersten Sektion der Nebelhornbahn. Hier setzt nun die eigentliche Route zum Rubihorn an. Wir wenden uns in die südexponierten Weidehänge der sogenannten »Halde« (wer mag, könnte schon vorher unbeschildert auf dürftiger Spur abkürzen) und gelangen schräg links in ein Areal mit starken Sturmschäden. Hinauf zum Absatz am Roßbichel, 1466 m, ist der originale Weg möglicherweise sogar schwer zu verfolgen und sanierungsbedürftig. Wir befinden uns jetzt am Südwestausläufer unseres Berges und
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Szerző
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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