Dies ist sicherlich eines der Schmankerl der Berchtesgadener Alpen - allerdings nur für den, der lange Touren mit gehörigem Felsanteil liebt. Ist man mal wieder unter der Woche zu viel im Büro gesessen und muss sich am Wochenende so richtig austoben, dann nichts wie hinauf auf den Hochkalter! Gut, dass er auch sonst noch so einiges zu bieten hat: wunderschöne Ausblicke auf Reiteralpe, Blaueeisgletscher, ins Ofental...! Zu dumm, dass man an der Blaueishütte schon beim Aufstieg vorbeikommt: dennoch können nur die wenigsten dem leckeren Kuchen dort widerstehen. Schon bald nach der Hütte muss dann Hand an den Fels gelegt werden. Man wird auf dieser Tour kaum einmal eine Drahtversicherung oder sonstige Hilfen finden. Alpine Erfahrung im Fels und absolute Schwindelfreiheit sind daher unbedingte Voraussetzungen. Auch sollte man den Berg nur bei stabiler Wetterlage angehen.
Vom Parkplatz am Hintersee gehen wir zunächst ein kleines Stück am östlichen Ufer des Sees entlang und dann auf der Straße weiter bis zum Parkplatz Seeklaus. Ab hier folgen wir der Beschilderung zur Schärtenalm. Durch den Wald geht es hinauf und schon bald bieten sich uns wunderbare Blicke auf den Hintersee. An der Schärtenalm können wir eine Verschnaufpause einlegen oder besser - angesichts des noch vor uns liegenden Pensums - gleich zügig weiterschreiten Richtung Blaueishütte. Bald nach der Schärtenspitze wendet sich der Weg etwas nach links und bietet uns erstmalig Einblicke in den Kessel des Blaueeisgletschers. Kurz vor der Materialseilbahn zweigt links mit ein paar Stufen der Weg zur Blaueishütte ab. Durch lichten Baumbestand und dicht an einer Felswand entlang wandern wir die letzte halbe Stunde zur Hütte. Hier sollten wir uns schon die Zeit für eine kleine Rast nehmen und beim Kuchenessen aus der Ferne den Gletscher bewundern. Der Blaueis ist der nördlichste Gletscher der Alpen. Leider ist er - aufgrund seiner niedrigen Höhenlage - besonders vom Rückgang der Alpengletscher betroffen. Man kann den Hochkalter übrigens auch über den Gletscher besteigen. Diese Route ist jedoch nicht ungefährlich und hat schon einige Todesopfer gefordert.
Von der Blaueishütte zum Gipfel
Wir wenden uns also der etwas ungefährlicheren (aber ebenfalls nicht zu unterschätzenden) Variante über den Schönen Fleck zu. Von der Hütte aus geht es zunächst nach Süden. Schon bald zweigen wir jedoch nach rechts ab. Ein in großen, roten Lettern mit 'H.K.' beschrifteter Felsblock weist uns den Weg. Zunächst über Schutt und bröseliges Gelände, dann über eine nette kleine Kletterei (I-II) zwischen Latschen hindurch geht es zum Schönen Fleck hinauf. Auf dieser Scharte gibt es wenig Platz und so steigen wir zügig nach links über den Grat weiter hinauf. Über Felsbrocken gelangen wir zu einer Rinne, die uns einen Durchschlupf bietet. Bald darauf stoßen wir auf eine Felswand, die uns wieder Gelegenheit zu einer kleinen Kletterei gibt (II). Die Sache ist nicht so wild, wie sie im ersten Augenblick den Anschein macht. Wir folgen den Markierungen und finden viele Tritte und Griffe. Danach geht es in einfacherem Gelände weiter. Bald können wir Blicke von oben auf den Blaueisgletscher werfen: von der Nähe sieht er doch recht schmutzig und abweisend aus. Wir umgehen westlich den Rotpalfen und steigen am Grat weiter, über einige kleinere Kletterstellen bis zum Kleinkalter. Wir mögen uns wundern, wie lange sich doch alles hinzieht. Aber auch das letzte Stück über mehrere Scharten und eine letzte kleine Kletterei schaffen wir noch und können nun endlich die herrliche Aussicht vom Gipfel des Hochkalter genießen. Viel Platz ist dort oben nicht, aber eine Brotzeit und vielleicht sogar ein kleines Mittagsschläfchen (auf zugegebenermaßen etwas unbequemen Untergrund) haben wir uns nun wohl verdient.
Der Abstieg
Aber irgendwann müssen wir auch wieder hinunter. Und machen wir uns nichts vor: der Abstieg über das Ofental wird nicht viel weniger anstrengend werden als der Aufstieg. Steil geht es da hinunter und über viel bröseliges Gestein. Zunächst steigen wir eine Rinne hinab, dann queren wir nach links, gehen über eine Stufe weiter in eine Scharte hinab. Nach einer weiteren Querung nach links erreichen wir bald Geröllfelder. Gelegentlich kann man auf diesen ein paar Meter 'abfahren', aber zumeist werden wir auf dem Pfad bleiben, bis wir zuletzt eine Geländeschwelle und die Baumgrenze erreichen. Wir folgen dem Weg nun durch den Wald bis wir das Klausbachal erreichen. Talauswärts laufen wir nun bis zum Hintersee und unserem Parkplatz.
A szerző tippje
A technikai nehézségből és az állóképességi követelményekből ered.
Úttípusok
Szintprofil megjelenítéseKoordináták
A régióról szóló kiadványok:
Javasolt térképek erre a régióra:
A technikai nehézségből és az állóképességi követelményekből ered.

Felhasználói kérdések