Pfälzerwald-Verein e.V.
An der Kreuzung der Straßen Kaiserslautern – Waldleiningen und Hochspeyer – Johanniskreuz.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Rittersteine
Hier stand einmal ein Unterkunftshaus mit Pferdestall, heute sind keine Reste mehr davon zu sehen. Haus und Stall stammten aus der Zeit als das Holztriften (siehe auch: Orientierungspunkte – Triftanlage) im Pfälzer Wald noch üblich war. Triften bedeutet, das in den Wäldern geschlagene Holz, wurde zu dem nächstgelegenen Bach gebracht, dort ins Wasser geworfen und durch die Fließkraft des Wassers an einen bestimmten Ort transportiert. Das Holz, welches südlich von Kaiserslautern geschlagen wurde, war für den Transport nach Speyer an den Rhein gedacht, um dort weiter -transportiert, –verarbeitet oder -verkauft zu werden. Der Weg dorthin beträgt Luftlinie ca. 50km. Die breit angelegten Forstwege, bzw. geteerten Straßen, welche heute überall den Wald durchlaufen, entstanden allerdings erst im 20. Jahrhundert. Überlandtransport war wegen den wenigen und schlechten Wegen beschwerlicher als das Triften, bzw. Flößen. Der nächstgelegene Bach/Fluß der zum Rhein führt, ist der Leinbach bei Waldleiningen. Der direkte Weg von Kaiserslautern nach Waldleiningen wird von einer Kette kleinerer Berge, wie z.B. - Großer Rossrück (448m), Kleiner Rossrück (459m), Harter Kopf (451m), Lützel Kuppe (403m), Bäckerpfadkopf (404m), usw. ... versperrt. Lediglich der Sattel zwischen dem Kleinen Roßrück und dem Harter Kopf bietet eine Durchgangsmöglichkeit, dort wo heute der Ritterstein steht. Von Kaiserslautern aus führt der Weg durch das Hungerbrunnental, dem Felsenbrunnertal und dem kleinen Dammtal stetig bergauf bis zum Stall. Von 250m Höhe geht es nach ca. 6km auf 370m Höhe. Um Holz auf Land zu transportieren wurden Esel (siehe auch Rittersteine – Eselschleif und Eselschleifhäuschen), Ochsen und Pferde eingespannt. Esel wurden für kurze Strecken eingesetzt. Sie schleiften das geschlagene Holz zu einem Sammelplatz. Wohingegen Ochsen und Pferde vor einen Wagen gespannt wurden um, diesen dann mit dem beladenen Holz über längere Strecken zu ziehen. Hier am Stall wurden Pferde eingesetzt. Um die langgezogene Steigung von der Umgebung südlich Kaiserslautern bis hoch zum Stall zu schaffen, brauchte man zusätzliche Zugtiere. Oben angekommen, wurden diese ausgespannt, im Stall untergestellt, während die normale Bespannung ausreichte, um das Holz bergab nach Waldleiningen zu bringen. Vom Ritterstein geht es nun ca. 2,5 km stetig bergab bis zum Leinbach bei Waldleiningen. Der nun folgende Wasserweg führt in Richtung Osten über Waldleiningen (Leinbach), Weidenthal (Hochspeyerbach), Neidenfels, Lambrecht (Speyerbach), Neustadt, Speyerdorf, Hanhofen, Dudenhofen und nach Speyer am Rhein. Insgesamt misst die Wasserstrecke eine Länge von ca. 55km. Das ehemalige Kloster Otterberg, nördlich von Kaiserslautern gelegen, hatte im Mittelalter eine Pferdezucht auf dem Plateau, welches westlich vom Stall liegt. Dieser Ort heißt heute Otterbergsohl. Man vermutet, das eine Stallung zur Pferdezucht gehörte und diese könnte dann am Standort des Rittersteines „Stall“ gestanden haben.
Text: früher einmal: www.rittersteineundmehr.de
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