Wallfahrtskirche Hemmaberg
Filial- und Wallfahrtskirche hll. Hemma und Dorothea
Der Hemmaberg (843 m), früher Jaunberg genannt, wurde seit dem 13. Jh.v. Chr. besiedelt. Im 3. Jh. v. Chr. wanderten die Kelten in Kärnten ein underrichteten am Hemmaberg ein Heiligtum für den von ihnen verehrtenGott Jovenat. Im 5./6. Jh. n. Chr. entstand hier eines der beeindruckendsten spätantiken Pilgerheiligtümer Mitteleuropas mit insgesamt fünf, einst mit kostbaren Mosaikböden ausgestatteten Kirchen und einer achteckigenTaufkapelle samt dazugehörigen Pilgerhäusern. Der einzigartige frühchristliche Kirchenkomplex ist auf einer Fläche von etwa 1 ha frei zugänglich. Der südwestliche Teil der Siedlungsterrasse, von Resten einer Befesti-gungsanlage umgeben, barg einst Hütten für Wohnzwecke und für dieEisenverarbeitung.
Den Berggipfel nordwestlich der Ausgrabungen nimmt die Filial- und Wallfahrtskirche ein, die zwischen 1498 und 1519 erbaut und den hll. Hemma und Dorothea geweiht wurde. Auf den spätgotischen Bau geht der polygonale Chor und der östliche Teil des Langhauses zurück, der westliche Teil wurde in der 2. H. d. 17. Jhs. angefügt, weshalb die Kirche heute zwei Triumphbögen besitzt, mit einem neuen Gewölbe und im Norden mit einem Kapellenzubau zu Ehren der Pestpatronin Rosalia, 1681 geweiht. Der Turm an der Südseite trägt einen geschweiften Spitzhelm. Das Westportal ist spätgotisch, profiliert und rundbogig. Als Schwelle dient ein römisches Gesimsbruchstück. Das Langhaus 5-jochig und besitzt barocke Gewölbe. Der Chor besitzt einen 5/8-Schluss und ein Netzrippengewölbe auf runden Wandpfeilern. Die Sakristei befindet sich im Turmerdgeschoss und besitzt ein spätgotisches Sakristeiportal. Im Chor und im östlichen Langhausjoch befinden sich spätgotische Maßwerkfenster. Die Sternrippengewölbe des Chores wurden 1619 mit Darstellungen der vier Evangelisten und der vier Kirchenväter in Seccomalerei ausgeschmückt. An der Nordwand des Schiffes ist die Auferstehung Christi dargestellt, an der Ostseite das Jüngste Gericht. Im Langhaus befinden sich Bilder, die Szenen aus der Legende der Heiligen Hemma darstellen.
Sehenswert sind die fünf Altäre aus dem 17. Jh. An der Nordwand hängt ein Votivbild von 1601, das an den Sturz eines Bauernsohnes in die Rosaliengrotte erinnert. Zur Ausstattung zählen auch sechs barocke Tafeln, welche die Legendeder Hemma von Gurk erzählen und Kopien der spätgotischen Hemmatafeln des Gurker Dom sind. Am Nordwesthang des Hemmaberges befindet sich inmitten einer romantischen Felsenkulisse die Rosaliengrotte, eine 1680 erbaute und 1927erneuerte Kapelle mit einer Sandsteinskulptur der Pestpatronin Rosalianach einem Holzmodell von Suitbert Lobisser. Der hier entspringendenQuelle spricht man Heilkraft durch rechtspolarisierende Erdstrahlung zu.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 290 f.
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