Pfarrkirche hl. Andreas
Zeltschach, 7 km östlich von Friesach in den Bergen gelegen, wird 898 als „Zulach" erstmals urkundlich genannt. Zwentibolch, der Ahnherr der hl. Hemma, erhielt dieses Gebiet 898 von dem aus Kärnten stammenden Kaiser Arnulf als freies Lehen. Die Burg der Grafen von Zeltschach, aus deren Geschlecht Hemma von Gurk stammt, ist möglicherweise identisch mit der zerfallenen Ruine (Turmrest) westlich der Ortschaft am Grabenhang des Heisleinbaches. Zeltschach war im Mittelalter wegen des reichen Bergbaus bedeutend. Dieser dürfte, den im 19. Jh. gemachten Bodenfunden zufolge, sogar in urgeschichtliche Zeit zurückreichen.
Die dem hl. Andreas geweihte Pfarrkirche, auf einem Hügel gelegen, wurde urkundlich zwischen 1060 und 1088 als mit Tauf- und Begräbnisrecht ausgestattete Eigenkirche des Edlen Ernustus, des Vaters von Bischof Berthold von Gurk, erstmals erwähnt. Bei der Kirche handelt es sich um einen stattlichen gotischen Bau mit einem romanischen Turm. Der einstigen Chorturmkirche wurde im 15. Jh. ostseitig ein erheblich schmälerer und niedrigerer Chor mit 5/8-Schluss angefügt. Nordseitig erfolgte ein gotischer Sakristeianbau (heute Abstellkammer) und südseitig ein Kapellenanbau über quadratischem Grundriss (heute Sakristei). In der 2. H. d. 15. Jhs. wurde das einschiffige, 4-jochige Langhaus im Westen der Kirche mit markanten abgetreppten Strebepfeilern an der Außenseite errichtet. Um 1900 kam es außen und innen zu einer historisierenden Erneuerung der Kirche mit aufwendigen Steinmetzarbeiten.
Das spitzbogige Westportal in der Art eines Trichterportals ist durch Kehlungen gegen innen zu abgestuft, besitzt einen geraden Sturz mit seitlichen Auflagen und Tragsteinen mit Engelfiguren. Das Bogenfeld ist mit Blendmaßwerk verziert. Eine Wirbelrosette und seitliche Fischblasenmotive sind sein Schmuck. Über dem Türsturz sind zwei kleine, Engelfiguren eingefügt, die ursprünglich als Konsolen fungierten. Zu Seiten des Portals ragen reliefverzierte Fialen auf, die in krabbenbesetzten Turmspitzen enden. Dazwischen, auf den ebenfalls krabbenbesetzten Spitzbögen, wächst aus der hochgezogenen Spitze ein Kreuzblumenträger empor. In der Wand rechts neben dem Portal fällt ein steinerner Opferstock auf Die Konsole ist mit einem Maskenkopf ausgestattet, überdies ist an der Stirnseite des polygonalen Opferstockes ein gotisches Schloss eingemeißelt.
Über dem Portal befinden sich Rundfenster mit Vierpassmotiven, in der Südwand des Langhauses schlanke spätgotische Maßwerkfenster und 2 Rundfenster. Außen am Schiff ist an der Nordseite im westlichen Joch noch ein kleiner, achteckiger Treppenturm angefügt. An der Ostseite besitzt auch die Glockenstube des Turmes ein romanisches Fenster.
Das spitzbogige Südportal ist im Unterschied zum Westportal erheblich einfacher gestaltet. Es ist reich gekehlt und an der Außenseite tragen schlanke Halbsäulen eine dachartige Bekrönung, die kleine Figuren mit vegetabilem Dekor aufweisen. Auf der hochgezogenen Spitze befindet sich als Abschluss eine große Kreuzblume.
Im weiträumigen Inneren der Kirche fällt die für ein Bergbauerndorf pompöse Sängerempore auf. Zwei Bündelpfeiler tragen drei weite, profilierte Bögen und stützen das reiche Sternrippengewölbe, das an den Wandflächen von Diensten getragen wird. Die Emporenwand zieren Maßwerknischen mit Vierpässen. Die Dienste wachsen über skulptierten Kapitellen fialenartig empor, überragen die steinerne Brüstung und enden in Turmspitzen mit Kreuzblumenbekrönung. Die Brüstung ist mit Rundnischen dekoriert, die Vierpässe einschließen. Das Mittelfeld zwischen den Diensten ist durch den Dekor besonders hervorgehoben.
Das 4-jochige Kirchenschiff besitzt ein spätgotisches Netzrippengewölbe auf schlanken Diensten mit reliefierten Kapitellen und Schlusssteinen mit Blumen und Rankenmalereien (um 1500). Die Reliefverzierungen zeigen in der Mitte: Pelikan mit Andreaskreuz, Dreigesicht, Osterlamm, Löwe mit Basilisk. Seitlich: Rosette, Taube oder Adler, Schild mit Stierkopf, geflügelter Stier. In einem Halbschild: Engel mit Spruchband, Andreaskreuz, Christuskopf, segnende Hand. Im andern Halbschild: Engel mit Spruchband, Christus am Kreuz mit Dornenkrone und Geißel, Rosette, Engel mit Spruchband. Im letzten Halbschild: Hand mit Schlüssel, Rosette, Taube mit Spruchband, Schild mit Baumeisterzeichen, geflügelter Löwe. Aus den Kreuzpunkten der Rippen wachsen gemalte Blüten hervor, die jenen in der Wolfgangskirche ob Grades ähneln. Das Turmquadrat und der Chorschluss sind kreuzrippengewölbt.
Die drei Rokokoaltäre stammen aus dem Jahr 1756. In der Mitte des Hauptaltares steht eine Statue hl. Andreas, flankiert von den hll. Johannes Nepomuk (links) und Franz Xaver (rechts). Im Aufsatz befindet sich eine Schnitzgruppe hl. Dreifaltigkeit. Der linke Seitenaltar, ein Marienaltar, zeigt eine Statue Muttergottes mit Kind, von einem Vorhang aus geschnitzten Quasten gerahmt, mit seitlichen Statuen hl. Anna links und hl. Elisabeth rechts. Völlig anders gestaltet ist der dem hl. Sebastian geweihte rechte Seitenaltar. Seine schlanken Marmorsäulen tragen ein schmales hohes Gebälk, das oben von mit Engeln bekrönten Voluten abgeschlossen wird. In der Mitte befindet sich eine Schnitzfigur hl. Sebastian und darüber ein Gemälde der vierzehn Nothelfer und das Auge Gottes. Auf der Mensa steht eine Herz-Jesu-Statue aus jüngerer Zeit.
Aus derselben Schnitzwerkstätte wie die Altäre (vermutlich Werke des Judenburger Meisters Balthasar Prandtstätter) stammen auch die 8 Konsolfiguren an den Wänden. An der Nordwand findet sich außerdem ein Kruzifix mit barocken Assistenzfiguren hl. Maria und hl. Johannes (um 1700). Zwei Schnitzfiguren aus jüngerer Zeit, auf einem kleinen Tischchen links an der Triumphbogenwand, zeigen die hl. Hemma und die Jungfrau Maria. In der Sakristei befinden sich außerdem noch barocke Schnitzfiguren der hll. Oswald und Andreas.
Ergänzt wird das reichhaltige Kircheninventar durch einen 8-eckigen gotischen Taufstein mit einer spätbarocken geschnitzten Taufgruppe am Deckel. Außerdem besitzt die Kirche eine kostbare Monstranz in der Form eines Flügelaltares mit seitlichen Statuen der hll. Petrus und Paulus.
Im Pfarrhof westlich der Kirche ist rechts vom Eingang ein bemerkenswerter Grabstein eingelassen. Über einem Kreuz und einem Meisterzeichen wächst ein Baumstamm mit zahlreichen Ästen empor, neben dem zu beiden Seiten Steinmetz- und Leidenswerkzeuge angeordnet sind. Den oberen Abschluss bilden zwei Wappen: eines mit dem Meisterzeichen, das zweite mit einem Stierkopf. Es handelt sich hier wohl um den Grabstein des Baumeisters, vermutlich mit dem Vornamen Lukas.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 1097 f.
Koordináták
Ajánlatok a környéken
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6. Tagesetappe Guttaring - Friesach Länge: 27,5 km Gehzeit: 8 Stunden
Ez a kerékpártúra Közép-Karintia festői tájain vezet keresztül, ahol sportos kihívások, lenyűgöző természeti tájak és kulturális látnivalók várják ...
Pfarrkirche Zeltschach
9360 Zeltschach
+43 676 87727160 http://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/pfarre/C2989/ E-mail: friesach@kath-pfarre-kaernten.at
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