Pfarrkirche hl. Sebastian
Die Pfarrkirche wurde erstmals 1261 urkundlich genannt. Beim spätgotischen Saalbau aus der 2. Hälfte des 15. Jhs. sind Chor und Langhaus gleich breit. Der spätgotische Westturm weist originalen Fächerputz und gemalte Maßwerkfriese auf und hat spitzbogige Schallfenster sowie einen Spitzgiebelhelm. Am nördlichen Übergang vom Langhaus zum Chor befindet sich eine 2-geschoßige, spätgotische Sakristei, östlich davon ein barocker Kapellenanbau. Die nach Norden und nach Süden offene Vorhalle im Turmerdgeschoß hat ein Kreuzrippengewölbe. An der Westwand befindet sich ein steinerner Opferstock. Man betritt die Kirche von Westen durch ein spätgotisches, profiliertes Portal.
Das 3-jochigen Langhaus besitzt ein Tonnengewölbe. Die 3-achsige, spätgotische Westempore ist kreuzrippenunterwölbt und an den Schlusssteinen mit Wappenschildern versehen. Die Emporenbrüstung ist durch vorgeblendete Stäbe in 13 Felder unterteilt. Ein profilierter Triumphbogen verbindet das Langhaus und den Chor mit Fünfachtelschluss und einem Netzrippengewölbe. Chor und Langhaus haben zweibahnige Maßwerkfenster. In der barocken, kreuzgewölbten Kapelle nördlich des Chores ist die Gruft des Michael von Pughelsheim († 1688) untergebracht. Ein spätgotisches Kielbogenportal führt vor dem Triumphbogen an der Nordseite des Langhauses in die Sakristei.
Der Hochaltar von 1716 ist ein barocker Umgangsaltar. Er füllt den Chor in voller Höhe aus. Der Altar wurde von J. G. Pürkher gefasst, die Schnitzfiguren werden Johann Pacher zugeschrieben. Im Hauptgeschoß stehen die Statuen der hll. Sebastian, Georg, Rochus und Florian sowie eines heiligen Papstes. Die Schnitzgruppe im Aufsatz stellt die Marienkrönung dar. Die um 1720 gefertigte überlebensgroße Madonnenstatue an der Chorsüdwand, der Schmerzensmann und die Schmerzhafte Muttergottes an der Triumphbogenwand stammen ebenfalls aus der Pacher-Werkstatt. Das barocke Kruzifix entstand um 1720.
Der um 1680 gebaute, linke Wandaltar besteht aus einer Ädikula auf einem Sockel mit seitlichen Konsolfiguren unter Baldachinbögen und einem gesprengten Segmentgiebel mit einer Monstranz als Aufsatz. Das Altarblatt zeigt Christus am Ölberg, das Aufsatzbild den Erzengel Michael. Eine Figur im Hauptgeschoß stellt den hl. Johannes Nepomuk, eine im Aufsatz den hl. Rochus dar. Die beiden anderen Heiligenstatuen sind ohne Arttibute.
Der Altar (um 1680) in der Seitenkapelle besteht aus einer Ädikula auf einem Sockel mit seitlichen Konsolfiguren unter Baldachinbögen und einem gesprengten Segmentgiebel als Aufsatz. Das Altarblatt gibt eine Sacra Conversazione wieder. An der Westempore sind eine barocke sowie eine spätgotische Sebastiansfigur vom Ende des 15. Jhs. angebracht. Die spätgotische um 1520 gebaute, spätgotische Steinkanzel wurde im letzten Viertel des 17. Jhs. mit einem Schalldeckel versehen. Zur weiteren Ausstattung der Kirche zählen ein Votivbild von 1717 und ein Taufstein aus dem ersten Viertel des 16. Jhs. sowie der Grabstein des Pangraz Halemacher († 1529) und eine Wappengrabplatte von 1662.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 821 f.
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