Die Bauzeit 1857-1864 stand unter einem ungünstigen Stern. Nach den Plänen des Karlsruher Baurats Jakob Friedrich Eisenlohr begonnen, kam die Planung nach dessen Tod 1855 in andere Hände.
Der Heidelberger Architekt Eduard Hermann, der die Baupläne umgestaltet und vor allem den Turm nach eigenen Ideen wesentlich verändert hatte, verstarb im Spätjahr 1860. Nach längerer Zwischenzeit führte Baurat Ludwig Arnold aus Emmendingen das Werk zu Ende. Die Kirche besaß nach ihrer Vollendung nur noch wenig von dem Aussehen, das ihr Eisenlohr in seinen Plänen geben wollte.
Auch Geldmangel war ein wesentlicher Grund für die lange Bauzeit. 1854, als die Evangelische Kirchengemeinde die Genehmigung zum Bau erhielt, waren nur zehn Prozent der Offenburger Bürger protestantisch. Mit Hilfe von großzügigen Spenden aus den Nachbargemeinden, aus Großstädten wie Zürch, Riga, Paris, London und vor allem vom "Gustav-Adolf-Verein" (1832 gegründet zur Unterstützung evangelischer Gemeinden in konfessionell anders denkender Umgebung), gelang es dennoch, die Kirche zu finanzieren.
So konnte die Grundsteinlegung im Sockel des Pfeilers, der die Kanzel trägt, am 9. Juli 1857 und nach einer Bauzeit von sieben Jahren, am 25. August 1864 die Einweihung der Kirche stattfinden. Die Baukosten betrugen insgesamt 175000 Mark.
An diesem Festtag waren alle am Bau beteiligten Gemeinden vertreten, dazu der "Gustav-Adolf-Verein" und zahlreiche weltliche Behörden, an der Spitze der Stadtrat unter Bürgermeister Bernhard Schaible. Von der Kirchturmspitze begrüßte die Fahne mit den Offenburger Stadtfarben die Gäste.
Am 8. März 1886 warf ein heftiger Sturm zwei Fialen vom Turm herunter, von denen eine das Dach des Langschiffs durchschlug und viel Schaden am Gestühl anrichtete.
Sehr gefährdet war die Kirche am Ende des Zweiten Weltkrieges, als Offenburg und sein Bahnhof das Ziel von Bombenangriffen waren und das für die Stadt bestimmte Artilleriefeuer neben den Bahnanlagen auch den Kirchturm traf. Es zerstörte nochmals einige Fialen und die von der Offenburger Firma Schell & Vittali gefertigten Kirchenfenster im Chor.
Anlässlich einer gründlichen Erneuerung des Gotteshauses in den Jahren 1960-1963 hob man die Orgel, um so die Empore für Chor und Orchester zu vergrößern. Das Hauptportal fand vor der Turmhalle einen neuen Platz und stellt dort, anstelle eines eisernen Gitters, einen vorzüglichen Wärmeschutz dar. Es trägt in Kupfer getrieben das Glaubensbekenntnis. Der Entwurf stammt von dem Heidelberger Künstler Harry MacLean (er schuf auch die Kirchenfenster im alten Kapuzinerkloster). Die handwerkliche Ausführung übernahm der Lahrer Metallbildhauer Hayno Focken.
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