Berg i. Drautal, Pfarrkirche Mariae Geburt
Berg i. Drautal, Pfarrkirche Mariae Geburt
Die 1267 erstmals erwähnte Kirche ist eine erzbischöflich-salzburgische Gründung, welche ehemals einen sehr großen Sprengel umfasste und eine reich dotierte Mensalpfarre des Salzburger Domkapitels war.
Die Kirche ist ein spätromanischer Bau. In der 2. H. d. 15. Jhs. wurde sie zur Wehrkirche umgebaut, dabei wurden das Langhaus und der Turm verändert. Der Chor ist außen und innen in seiner spätromanischen Form erhalten. Der am Schallgitterfenster mit 1501 bezeichnete Kirchturm mit spätgotischen spitzbogigen Schallfenstern und einem schlanken Spitzgiebelhelm, steht an der Nordseite des Chores.
Das 3-jochige Langhaus ist breiter und wesentlich höher als der Chor. Von der Wehrkirche haben sich der Wehrgang im Dachboden sowie Schlüsselscharten und Senkschartenfenster an der Nordwand des Langhauses erhalten. Das romanische Stufenportal an der Westfassade hat ein Gewände aus Säulen mit Würfelkapitellen. Im Tympanon zeigt die Freskovorzeichnung vom Ende des 13. Jhs. eine thronende Madonna mit Kind, links flankiert von einer gekrönten Märtyrerin und einer knienden männlichen Stifterfigur, rechts von einer hl. Jungfrau und einer knienden Stifterin. Rechts vom Westportal ist ein Fresko einer Kreuzigungsgruppe aus dem 14. Jh. zu sehen. Das Christophorusfresko aus der 1. H. d 15. Jhs. an der Langhaussüdwand ist fragmentiert und beschädigt.
Über dem 3-jochigen Langhaus erhebt sich ein spätgotisches Sternrippengewölbe. Das Gewölbe ist in den Zwickeln mit Blatt- und Blütenwerk vom Ende des 15. Jhs. bemalt. Auf den unteren Schlusssteinen sind die Halbfiguren der zwölf Apostel, auf den kleineren quadratischen Schlusssteinen Wappen dargestellt. Die 3-achsige spätgotische Orgelempore mit einer Rundbogenarkade im Mittelteil ist sternrippenunterwölbt.
Ein weit herabgezogener rundbogiger Triumphbogen verbindet das Langhaus mit dem Chor.
Die sich jetzt an der Langhausnordseite angebrachte Vorzeichnung der Krönung Mariens vom Ende des 13. Jhs. befand sich ursprünglich an der südlichen Triumphbogenwand hinter dem Seitenaltar. Sie wurde abgenommen und hierher übertragen. Der Chor und die Apsis waren ursprünglich vollständig mit um 1300 entstandenen Malereien ausgestattet, die 1960–1965 freigelegt wurden. Im Chorquadrat sind im oberen Teil der Nord- und Südwand Fragmente einer Kindheitsgeschichte und der Passion Christi erhalten. So sind an der Nordseite der Judaskuss, die Geißelung und die Kreuztragung und an der Südseite ist die Geburt Christi, die Anbetung der Könige, die Auferstehung Christi sowie ein Standbild des heiligen Erasmus zu sehen. Im Gewölbe ist das Lamm Gottes und die Evangelistensymbole wiedergegeben. Am Gurtbogen zwischen Chorquadrat und Apsis sind in stilisierten Arkaden acht Prophetenbüsten dargestellt. In der Apsiswölbung thront ein Pantokrator in einer Mandorla, die von zwei Cherubim flankiert wird. Zwischen den Apsisfenstern sind Reste der zwölf Aposteln zu erkennen.
Der Hochaltar wurde unter Verwendung älterer Teile zusammengesetzt. Die Steinmadonna vom Anfang des 15. Jhs. in der Mittelnische wird von einer barocken Engelsgloriole umgeben. Diese Statue gilt als das qualitätsvollste Beispiel einer „Schönen Madonna“ in Kärnten und ist wahrscheinlich ein Werk eines Salzburger Künstlers. Die beiden Seitenfiguren der hll. Anna und Joachim wurden um 1740 von Hans Patterer geschaffen. Auf der Tür des aus St. Athanas stammenden Tabernakels ist eine Kreuzigung von Josef Ferdinand Fromiller dargestellt, die Seitenflügel geben die Apostel Petrus und Paulus wieder.
Auch die beiden Seitenaltäre wurden auf St. Athanas hierher transferiert. Der linke Säulenädikulaaltar vom Anfang des 18. Jhs. trägt eine Herz-Jesu-Statue und zeigt im Oberbild den hl. Erasmus.
Der rechte Seitenaltar (1. H. d. 18. Jhs.) birgt in der Mittelnische geschnitzte Dreifaltigkeitsgruppe. Die Seitenfiguren zeigen Christus und Petrus bei der Schlüsselübergabe. Das Oberbild zeigt die hl. Helena mit dem aufgefundenen Kreuz und einen Bischof. Flankiert wird das Oberbild von den Statuen des hl. Nikolaus und eines anderen Bischofs.
Auf der Kanzel (1780) sitzen die personifizierten Darstellungen der christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung. Auf den Reliefs zwischen den Statuen ist der Gute Hirte und die Steinigung des hl. Stephanus dargestellt. Der Schalldeckel trägt die Statuen der vier Evangelisten und wird von der Figur des Mose mit den Gesetzestafeln bekrönt.
Der Karner steht nordöstlich neben der Kirche und ist dem hl. Michael geweiht. Der 2-geschossige romanische Bau mit Halbkreisapsis hat im Untergeschoß sich das Beinhaus, im Obergeschoß die mit einem sechsteiligen Bandrippengewölbe ausgestattete Kapelle. Die Fresken ( 1428) zeigen starken Südtiroler Einfluss. In der östlichen Gewölbekappe ist die Verkündigungsszene, in der westlichen Christus als Weltenrichter gemalt. In den restlichen Gewölbekappen sind die zwölf Aposteln in Dreiergruppen dargestellt, darüber Engel mit den Leidenswerkszeugen. Den Abschluss bildet ein Schlussstein mit einem Lamm Gottes. An der Südwand ist unter dem Apostel Matthias der Erzengel Michael zu sehen. Das Wandbild an der Außenmauer zeigt Christus am Ölberg.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 50 - 53.
Koordináták
Ajánlatok a környéken
Eine wundervolle Kulturwanderung durch die Niederungen der sonnenverwöhnten Talflanke des Drautals: liebevolles Dorfidyll in Berg im Drautal, eine ...
Aussichtsreicher Spaziergang durch mehrere Ortsteile von Berg
Von Berg im Drautal wandern wir über die Obere Pließalm und die Comptonhütte zum Kleinen Reißkofel. Wir verlassen die Reißkofelgruppe u.
Die Vielfältigkeit des Ortes – gepflegte Bauernhöfe, revitalisierte Mühle, die Kirchen St. Athanas und Mariä Geburt mit Karner – lernen Sie bei ...
10. Tagesetappe/Package Strecke: Steinfeld - Oberdrauburg Länge: 16 km Gehzeit: ca. 4,5 Stunden
9. Tagesetappe/Package Strecke: Sachsenburg - Berg i. Drautal Länge: 29,3 km Gehzeit: 8 Stunden
Berg i. Drautal, Pfarrkirche Mariae Geburt
9771 Berg i. Drautal
+43 (0)4712/553 od. +43 (0)676/8772-8302 http://www.kath-kirche-kaernten.at/berg E-mail: berg@kath-pfarre-kaernten.at
Eine wundervolle Kulturwanderung durch die Niederungen der sonnenverwöhnten Talflanke des Drautals: liebevolles Dorfidyll in Berg im Drautal, eine ...
Aussichtsreicher Spaziergang durch mehrere Ortsteile von Berg
Von Berg im Drautal wandern wir über die Obere Pließalm und die Comptonhütte zum Kleinen Reißkofel. Wir verlassen die Reißkofelgruppe u.
Die Vielfältigkeit des Ortes – gepflegte Bauernhöfe, revitalisierte Mühle, die Kirchen St. Athanas und Mariä Geburt mit Karner – lernen Sie bei ...
10. Tagesetappe/Package Strecke: Steinfeld - Oberdrauburg Länge: 16 km Gehzeit: ca. 4,5 Stunden
9. Tagesetappe/Package Strecke: Sachsenburg - Berg i. Drautal Länge: 29,3 km Gehzeit: 8 Stunden

Felhasználói kérdések