Baubeschreibung: An das Langhaus schliesst sich der geostete, dreiseitig geschlossene Chor, über dem ein Sterngewölbe von zwei Jochen ruht. In der Ostwand befindet sich eine kleine Spitzbogennische. Gotische Türe zur alten Sakristei. In der Nordseite ein Wandtabernakel mit Gittertürchen und skulpierter Bekrönung. Ueber dem Schiff liegt eine trapezförmige Decke von 1643. Das Portal in der Westseite ist rundbogig und gotisch gefast. An der Nordseite des Chores steht die alte Sakristei. Vor der Westfront ist das Beinhaus und die Vorhalle aus dem 17.Jh., daneben der eingebaute Turm.
Leider wurden bei der grossen Restaurierung von 1976 - 1982 keine gründlichen Ausgrabungen gemacht; diese hätten wohl die Fundamente einer frühmittelalterlichen Kirche ans Licht gebracht. Zum Abschluss der Restaurierung schreibt der Architekt zu Recht: Wie haben versucht, in diesem Raum verschiedene Stilepochen wie Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko, gemeinsam zum Klingen zu bringen. Es ist unser Wunsch, dass diese Vielfalt die Besucher einlädt zur Meditation und zur Feier des Gottesdienstes. Tatsächlich zeigt die Remigiuskirche eine faszinierende Stilvielfalt: während der Turm noch aus spätromanischer Zeit stammt, weist der Chor von 1491 gotische Formen auf; die Ausstattung gehört dem 17. und 18. Jh. an. Besonders sehenswert sind die Wandmalereien aus dem 17. Jh., die 1935 wieder entdeckt und anschliessend restauriert wurden; die Kirche stellte man damals unter Denkmalschutz. Die Nordwand des Schiffes wird von einem monumentalen Abendmahlbild mit überlebensgrossen Apostelfiguren bedeckt. Geschaffen wurde dieses Werk 1646 durch J.W. Graesner, während an der Südwand das Jüngste Gericht - vermutlich um 1800 entstanden - dargestellt ist. Aus dem Jahre 1623 stammen die Malereien im Chor, wo die Felder zwischen den Gewölberippen bemalt wurden; er birgt auch den gotischen Wandtabernakel. An den Wänden sind drei Bilder aus der Passion Christi zu sehen.
Der Barocke Hochaltar wurde um 1730 durch Jodok Ritz aus Selkingen im Wallis angefertigt; die beiden Seitenaltäre - der Rosenkranzaltar (links) und der Maria-Hilf-Altar (rechts) - bilden Pendants und sind in ihrer ursprünglichen Form 1660/70 entstanden. Auch die Brüstung der Orgelempore ist mit Malereien geschmückt (1778). Die Orgel im neugotischen Gehäuse wurde 1896 gebaut. Schliesslich sind auch die Kirchenbänke mit den originell geschmückten Wangen, welche ein Meister Cavelti aus dem benachbarten Sagogn 1778 schnitzte, erwähnenswert. Auf dem zur Kirche gehörenden Friedhof finden sich kunstvolle, eiserne Grabkreuze, die aus Schmiedewerkstätten des Tales stammen.
Ausstattung: Auf dem Taufstein eine spätgotische Figur, Johannes der Täufer 1490. Polygonale Kanzel. Am Chorbogen ein spätgotisches Kruzifix, 1500.
Kultusgeräte: Barockkelch, zwei Messingleuchter, 16.Jh.
Glocken: Mit Inschriften 1300, 1765 und 1778
Grabtafel: Hochgotischer Grabstein 14.Jh. mit Wappen der Rink. Im Schweiz. Landesmuseum in Zürich Holzfigur einer thronenden Muttergottes 15.Jh.
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