Bekannt ist Eisenach besonders durch die Wartburg oberhalb der Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und im Mittelalter Sitz der Landgrafen von Thüringen war. Dort übersetzte Martin Luther im Herbst 1521 das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche. Inoffiziell führt die Stadt den Beinamen Wartburgstadt.
Geschichte
Die ältesten Siedlungsspuren reichen etwa 5500 Jahre zurück. Bei Eisenacher fanden sich Spuren der Bandkeramiker, einer bäuerlichen Kultur der Jungsteinzeit. Im 2. Jahrtausend v.d.Z. besiedelten Kelten das Eisenacher Gebiet, die im 1. Jahrtausend v.d.Z. durch germanische Hermunduren verdrängt wurden. Bis 531 gehörte das Siedlungsgebiet zum Königreich der Thüringer. Nach Zerschlagung des Thüringerreichs durch die Franken sollen sich fränkische Siedler im 8. Jahrhundert am Ufer der Hörsel nahe des Petersberges niedergelassen haben. Diese Siedlung gilt als Ursprung der heutigen Stadt Eisenach.
Der Sage nach ließ Ludwig der Springer im Jahr 1067 die Wartburg errichten. Zu jener Zeit versuchten die Ludowinger, ihre territoriale Macht durch den Bau von Burgen zu festigen und auszubauen. Im Jahr 1080 wurde die Wartburg erstmals von dem sächsischen Chronisten Bruno von Merseburg urkundlich erwähnt. Der Name Eisenach erschien erstmals im Jahr 1150 in einer schriftlichen Quelle, als ein Ritter Berthold de Isenacha beerdigt werden sollte. Als Stadt wurde Eisenach in den 1180er Jahren erstmals urkundlich erwähnt als landgräfliche Civitas nahe eines Dorfes am Petersberg. Die Lage der Stadt an der Kreuzung von Fernhandelsstraßen ermöglichte die rasche Entwicklung von Handel und Gewerbe. Eisenach entstand um drei zollrechtlich getrennte Marktsiedlungen herum: den Sonnabendmarkt (Karlsplatz), den Mittwochmarkt (Frauenplan) und den Montagsmarkt auf dem heutigen Marktplatz. Im 12. Jh. wurden der Stadtkern mit den Märkten durch eine Stadtmauer geschützt, an die neben anderen erhaltenen Mauerabschnitten und Turmresten das Nikolaitor am Karlsplatz erinnert, eines der ältesten erhaltenen Stadttore Thüringens. Der im Mittelalter planmäßige betriebene Aufbau der Stadt wird durch die parallel und rechtwinklig verlaufenden Gassen, die Platzierung der Kirchen und die Anlage der Handwerkerviertel deutlich.
Ende des 12. Jh. wurde die Wartburg Hauptresidenz der Landgrafen von Thüringen. Innerhalb des ludowingischen Herrschaftsgebietes nahm Eisenach eine zentrale Stellung als Bindeglied zwischen den hessischen und thüringischen Gebieten ein. Der Hof des Landgrafen Hermann I. von Thüringen galt im Reich als Zentrum des Minnesangs und der Dichtkunst. 1206 soll der legendäre Sängerkrieg auf der Wartburg stattgefunden haben. Walther von der Vogelweide, Heinrich von Veldeke und Wolfram von Eschenbach lebten eine Zeit lang am thüringischen Hof. 1211 kam die vierjährige Elisabeth von Thüringen (aus Ungarn) als versprochene Ehefrau des Landgrafen-Erben nach Thüringen. 1221 heiratete der 21jährige junge Landgraf Ludwig iV. und die 14jährige Elisabeth in der Georgenkirche in Eisenach. Sie trat in Eisenach als Wohltäterin auf und stiftete unter anderem ein Hospital, das sich um Arme, Kranke und Aussätzige kümmerte. Nach dem Tode Ludwigs IV. verließ Elisabeth 1228 die Wartburg und wurde 1235 von Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
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