Pfälzerwald-Verein e.V.
Der Turm steht im Osten des Pfälzerwaldes im Naturpark Pfälzerwald auf dem Steigerkopf (613,6 m ü. NHN), dessen Gipfel mit dem Turmstandort zur Gemarkung einer Exklave der Gemeinde Gommersheim gehört
Der Turm wurde 1874 aus Buntsandstein gebaut und ist ca.10 Meter hoch. Die Aussicht ist dort eher mäßig, aber der Turm, mitten im Wald, hat schon was besonderes. Er wurde zu Ehren der preußischen Soldaten erbaut, die dort in den Jahren 1794 bis 1795 im französischen Revolutionskrieg gekämpft haben. Im Jahre 1794 gab es auf dem Steigerkopf 4 Schanzen und 2 Verhaue. General von Pfau war der kommandierende Offizier. Ihm unterstanden ca. 4000 preußische Soldaten und etwa 10 Kanonen. Die Franzosen konnten den Steigerkopf nicht einnehmen. Deswegen versuchten sie es mit einer List. Unter dem Kommando von Oberst Lufft, umgingen die französischen Soldaten die preußischen Stellungen und fielen ihnen in den Rücken, während andere französische Streitkräfte die Schanzen frontal angriffen. Während des Gefechtes um den Steigerkopf ist General von Pfau gefallen. Die preußischen Soldaten mussten ihre Stellungen räumen und den Rückzug antreten. Am 13. Dezember 1795 konnten österreichische Truppen die Stellungen zurückerobern. Im Jahre 1874 wurde der Schänzelturm zur Erinnerung an die Kämpfe um den Steigerkopf errichtet. 1828 wurde zu Ehren des General von Pfau ein Heldenstein aufgestellt. Dieser steht nicht unweit von der Hauptschanze I. Siehe auch Ritterstein Nr.62 Revolutionskriege (1792-1802) Als am 14.07.1789 die französischen Bürger („Dritter Stand“) die Bastille in Paris erstürmten, begann die französische Revolution. Die einfachen Leute machten ihrem Ärger Luft gegen die jahrelange Unterdrückung und Ausbeutung von Seiten des Adeles und der Geistlichkeit („Erster und Zweiter Stand“). Die Parole lautete: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Während die Revolution im vollen Gange war, flüchten viele französische Adlige nach Deutschland. Von dort aus wollten sie sich neu formieren und mit Hilfe der Deutschen und deren verbündeten Österreicher gegen die Revolutionsarmee in Frankreich marschieren. Ein gemeinsames Vorgehen schient sinnvoll, da die Revolutionsidee in andere Länder überzugreifen drohte. 1792 marschierten Preußen, Österreich und Exilfranzosen nach Frankreich ein. Nach anfänglichen erfolgen, nahm dieser Vorstoß noch im selben Jahr sein klägliches Ende. Die französische Revolutionsarmee stieß nun bis nach Mainz am Oberrhein vor. 1793 waren es wiederum preußische und österreichische Truppen die den französischen Gegner zurückdrängten. Französische Truppen eroberten die preisgegebenen Stellungen wieder zurück. Die sogenannte „Weißenburger Linie“, eine Aneinanderreihung von Schanzen (siehe auch Ritterstein 1701, Nr.2, 6 und 12), war in diesen Jahren ein ständiger Kampfplatz der verteidigt, erobert und zurückerobert wurde. So ging es bis 1802 immer wieder hin und her. Deutschland verlor schließlich das ganze linksrheinische Gebiet an Frankreich bis 1814. Nachtrag vom 14.11.2010 Laut E.Knut ist der Wald im Westen des Schänzelturms gefällt worden. Eine sehr schöne Aussicht hat sich dort aufgetan.
Text: ehemals www.rittersteineundmehr.de
Megközelítés
In Edenkoben folgt man der Beschilderung „Edenkobener Tal" und später „Forsthaus Heldenstein". Etwa 7 km nach dem Ortsschild kann man am Waldparkplatz „Lolosruhe" (574 m NN) den Wagen abstellen. Die Markierung „rotes Kreuz" führt in 15 - 20 Minuten zu dem Turm.
Text: "In der Pfalz unterwegs" von Jürgen Cronauer
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