Fénykép: Dominik Ketz, CC BY-SA, Eifel Tourismus GmbH, D. Ketz
Wacholder – das herbe Gold der Eifel
Früher ein Zeichen von Armut, heute ein Naturschatz von einzigartigem Zauber: Das sind die Wacholderheiden der Eifel. Die Bauern hatten nur winzige Höfe, Kühe und Pferde waren für viele ein ferner Reichtum. Zumeist bedeutete Landwirtschaft, robuste Schafe und Ziegen zu halten und sie über die kargen, nicht gedüngten Weiden und in die Wälder zu treiben. Vor diesen hungrigen Mäulern war fast nichts sicher – außer die stachligen und bitter schmeckenden Wacholdersträucher, die verschont wurden und so zu schlanken Bäumen emporwachsen konnten. Es entstanden zwischen den Eifeldörfern weite Gebiete, die dank der zypressenartigen Schönheiten und der steilen Berghänge wie verträumte mittelmeerische Landstriche wirken.
Heute sind diese Wacholderheiden fantastische Wandergebiete. Einige wenige Wacholdergebiete sind durch konsequenten Naturschutz bis heute erhalten geblieben, in denen sich seltene Tiere und Pflanzen wohlfühlen. Versierte und geduldige Naturbeobachtende können ihnen begegnen: Haselhuhn oder Heidelerche, Wiesenpieper oder Großer Fuchs, Orchideen oder Waldhyazinthen und andere Raritäten mehr. Und auch flüssiges Gold stammt aus diesen Landstrichen, denn aus dem Eifeler Wacholder destilliert man gerne Brände.