
Hangausrichtung
Neben Höhenlinien, Schummerung, Steilheit und Felszeichnung spielt auch die Ausrichtung eines Hanges eine sehr große Rolle. Egal ob man als Wanderer oder Radfahrer wissen will, welche Tour eher schattig wird oder man im Winter auf der Suche nach dem perfekten Schnee ist - die Hangausrichtung ist ein entscheidender Faktor. Der Layer zeigt an, in welche Himmelsrichtung ein Hang ausgerichtet ist.
Legende
Die Ausrichtung, auch Exposition, ist die Himmelsrichtung, in die ein Hang abfällt. Die vier Hauptfarben stellen die Himmelsrichtung der Hangausrichtung dar, Mischfarben die Nebenhimmelsrichtungen. Im Alpenraum kann man von der Ausrichtung oft auf bestimmte Verhältnisse schließen. Faktoren wie Bewaldung, aktuelle und vergangene Wetterlagen, Schatten durch andere Berge und Geländeform haben jedoch ebenfalls Einfluss auf die Bedingungen.
Der Hang hat so eine geringe Hangneigung, dass nicht auf die Ausrichtung geschlossen werden kann.
Blau: nordausgerichtete Hänge
Im Alpenraum im Winter die wenigst sonnenbeschienen Hänge. Im Frühjahr/Sommer hält sich oft auch in Nordhängen und nordausgerichteten Rinnen und Mulden der Altschnee am längsten.
Hellgrau: westausgerichtete Hänge
Hänge, die im Alpenraum im Winter gegen Abend mehr Sonne bekommen.
Orange: südausgerichtete Hänge
Im Alpenraum im Winter und Frühjahr die am meisten sonnenbeschienen Hänge. Hier wird der Schnee am schnellsten weich und diese Hänge sind oft als erstes schneefrei.
Dunkellila: ostausgerichtete Hänge
Hänge, die im Alpenraum im Winter eher morgens Sonne bekommen.
Verfügbarkeit der Ausrichtung
Der Hangneigungslayer deckt den Alpenraum ab und ist (mit der selben Datengrundlage) auf allen Karten verfügbar. Die Berechnung basiert auf dem jeweils höchst-aufgelöstem Datensatz den wir zur jeweiligen Region haben. Wo die Auflösung der Höhenmodelle genauer als 5m ist, wird auf eine Auflösung von 5m interpoliert.
Woher stammen die Daten?
Für die Ausrichtung verwenden wir digitale Geländemodelle, aus denen wir auch Schummerung, Hangneigung und Höhenlinien generieren. Je nach Land versuchen wir, die jeweils am besten geeigneten Daten zu recherchieren und in die Karte zu integrieren. Bei einer Hangneigung unter einem bestimmten Schwellenwert wird keine Ausrichtung mehr angezeigt.
Verwendungszweck der Ausrichtung
Für Klettersteige und Alpinklettertouren können schattige nord- und westseitig ausgerichtete Wände und Grate an heißen Sommertagen wunderbar sein, bei kühlen Temperaturen in Hochlagen aber gleich ernster werden, da man im Schatten, vor allem in Kombination mit Wind, schnell auskühlen kann.
Im Winter auf Ski- oder Schneeschuhtouren spielt die Hangexposition eine wichtige Rolle. An steilen Südhängen, wo die Sonne mit einem Einfallswinkel von 90° am stärksten einstrahlt, kommt es vor allem bei warmen Frühlingsverhältnissen zu einer rascheren Durchfeuchtung der Schneedecke, was die Gefahr von Nassschneelawinen erhöht. Umgekehrt sind schattseitige Nordhänge, obwohl kaum besonnt, im Hochwinter tendenziell lawinengefährdeter und tückischer als Südhänge, da durch die kälteren Temperaturen und die aufbauende Umwandlung der Schneedecke dann Schwachschichten entstehen und konserviert werden können.
Nach klaren Strahlungsnächten ist der Schnee an Südhängen am Morgen oft tragfähig und erfordert entsprechende Ausrüstung (Harscheisen, Steigeisen, evtl. Pickel).
Insgesamt kann man keine allgemeinen Aussagen treffen, welche Hangexposition wie gefährlich ist. Daher ist es wichtig, den Lawinenlagebericht (LLB) vor der Tour sorgfältig zu lesen und die dort genannten, gefährdeten Expositionen möglichst zu meiden. Auf der Outdooractive Karte ist der jeweilige LLB je nach Region direkt hinterlegt, so dass man sich für eine geeignete Tour je nach Lawinenwarnstufe und Schneeproblem entscheiden kann. Unterwegs sollte man bei kritischen Hängen überlegt entscheiden und sich generell eher defensiv verhalten.
Bei einer Tour kann die Hangausrichtung manuell vom Autor hinterlegt werden. Diese Angabe der Ausrichtung bezieht sich vor allem auf die kritischen Hänge, Wände oder Grate, die während einer Tour begangen, befahren oder geklettert werden.
