Möllbrücke, Pfarrkirche hl. Leonhard
Möllbrücke, Pfarrkirche hl. Leonhard
Das Gotteshaus, eine ehemalige Wehrkirche, ist eine spätgotische Anlage des 15. Jhs. und wurde erstmals 1499 urkundlich erwähnt. Sie besteht aus einem 2-jochigen Langhaus und einem eingezogenen 1-jochigen Chor mit 5/8 Schluss. Das rundbogige Westportal mit Rundstabprofilierung und abgekragtem Türsturz ist von einem rechteckigen Rahmenfeld umgeben. Die Schießluken an der Westwand zeugen von der einstigen Wehrhaftigkeit der Kirche. Das gotische Südportal besitzt eine Tür mit einem gotischen Schloss und schmiedeeisernen Beschlägen. Darüber wurden 1996 Reste gotischer Fresken eines Stifters und eines bärtigen Heiligen, wohl des hl. Leonhard, freigelegt. Eine weitere Darstellung des hl. Leonhard schuf 1926 Switbert Lobisser an der Südwand des Turmes.
Im Langhaus ruht ein einfaches Sternrippengewölbe auf gekehlten Wandpfeilern mit halbrunden Vorlagen. Ein spitzbogiger, profilierter Triumphbogen verbindet das Langhaus mit dem Chor.
Der Hochaltar ist ein spätgotischer Flügelaltar, der nach 1510 wohl in einem oberkärntner Schnitzatelier entstand. Die Schnitzarbeiten zeigen Tiroler Einfluss, die Malereien schrieb Otto Demus dem Meister Nikolaus von Bruneck zu. Die Mittelfigur des hl. Leonhard im Schrein wird von den Figuren der Pestheiligen Sebastian und Rochus flankiert. Die Reliefs an den Flügelinnenseiten stellen die hll. Erasmus und Ruprecht dar. Die Flügelaußenseiten sind mit den hll. Wolfgang, Heinrich, Kunigunde und Martin bemalt. Die bemalte Rückseite des Schreins zeigt den hl. Christophorus sowie die hll. Diakone Stephanus und Laurentius. Im Gesprenge stehen ein Schmerzensmann, die Muttergottes und der Apostel Johannes. An den geöffneten Predellenflügeln sind die Schnitzreliefs zweier Engel und an den Außenseiten die Gemälde der hll. Maria Magdalena, Helena, Elisabeth und Afra zu sehen. Als Schreinwächter dienen die hll. Georg und Florian.
Den linken Seitenaltar schuf 1781 der Bildhauer Mathias Überbacher. Das Altarbild zeigt die Verlobung Mariens, flankiert von den Statuen ihrer Eltern Joachim und Anna.
Der rechte Seitenaltar (1654) zeigt im Mittelbild den hl. Antonius von Padua vor der Muttergottes mit Jesuskind. Das Aufsatzbild gibt Maria mit ihren Eltern wieder.
Die Rokokokanzel (3. V. 18. Jh.) ist mit geschnitzten Evangelistensymbolen versehen. Über dem Chorgestühl ist eine um 1420/1430 entstandene Konsolstatue des hl. Laurentius aufgestellt. Neben der Kanzel hängt ein um 1500 geschnitztes Kruzifix. Seitlich davon stehen die Schnitzstatuen der hll. Franz Xaver und Johannes Nepomuk von 1740. Im Fenster unter der Empore steht die um 1420 geschnitzte Figur des hl. Leonhard.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 559 f.
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Möllbrücke, Pfarrkirche hl. Leonhard
9813 Möllbrücke
+43 (0)4769/2368 oder +43 (0)676/8772-8618 http://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/pfarre/C3019/ E-mail: pfarre-sachsenburg@aon.at
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