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Church Church · Berchtesgadener Land · 672 m

Pfarrkirche St. Sebastian im Bergsteigerdorf Ramsau

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  • Frühling an der Ramsauer Kirche © JFL Photography / stock.adobe.com
    Frühling an der Ramsauer Kirche © JFL Photography / stock.adobe.com
Eine der bekanntesten Kirchen in Bayern

Im Bergsteigerdorf Ramsau steht eine der bekanntesten Kirchen in Bayern: Die Pfarrkirche St. Sebastian! Der nur wenige Meter entfernte Oberwirt ist das Traditions-Wirtshaus in Ramsau und bei Einheimischen wie Gästen außerordentlich beliebt.



Ortsname und Geschichte von Ramsau

Urkundlich erstmalig erwähnt wird Ramsau 1295 als ramsaw. Der Ortsname leitet sich vermutlich aus dem tirolerischen rams (angeschwemmter Schutt) und au (fruchtbare Fläche am Wasser) ab. An dem alten Handelsweg der Salzsäumer zwischen Berchtesgaden und dem Hirschbichlpass (Pinzgau/Österreich) wurde 1512, nahe einer bestehenden Taverne, mit dem Bau der Kirche begonnen. Vermutlich auf starkes Dränge der Bevölkerung, lag doch die Mutterkirche einige Gehstunden entfernt in Berchtesgaden. Heute präsentieren sich die Kirche, die vom alten Gottesacker umgeben ist, das ehemalige Mesnerhaus sowie der westlich gelegene Pfarrhof als beindruckendes Gesamtensemble.

Pfarrkirche St. Sebastian Ramsau

Die Kirche in der Ramsau wurde 1512 unter Fürstpropst Gregor Rainer erbaut und ist den Heiligen Sebastian und Fabian geweiht. Bemerkenswert sind die kunstvoll geschnitzten Figuren von Christus und den Zwölf Aposteln (15.Jh.). Die Kirche wurde 150 Jahre von Berchtesgaden aus betreut. Ab 1657 residierte bei der Kirche ein Chorherr als selbstständiger Vikar, dem 1659 ein Pfarrhof eingerichtet wurde. Heute betritt man die Pfarrkirche im Westen durch das Portal im Turmuntergeschoss aus dem Jahre 1700. Auf der Orgelempore, die sich im 2-jochigem Anbau befindet, steht eine sehr seltene und geschichtlich bedeutungsvolle Steinmeyer-Orgel mit Registerkanzellen und mechanischen Spiel- und Registertraktur.

An der Brüstung der Empore beeindrucken zwölf Apostelfiguren (um 1420/30) mit ihren individuellen Attributen. Die Heiligen sind feingliedrig ausgeführt und von höfischer Eleganz. Charakteristisch sind die ab der Körpermitte weich und anmutig in tiefen Mulden drapierten Gewandfalten. In der Mitte Christus, als Salvator mundi (Erlöser der Welt oder Heiland der Welt). Dabei handelt es sich um einen Bildtypus, der im Spätmittelalter entstand: Die rechte Hand hält Christus zum Segen erhoben, in der linken hält er eine mit einem Kreuz bekrönte Sphärenkugel. Die Kugel symbolisiert Christi Herrschaft über die Welt. Die Forschung ist sich über den ursprünglichen Bestimmungsort nicht sicher, da sie vor dem Kirchenbau zu datieren sind.

Das Patrozinium des Heiligen Sebastians, dessen Gedenktag wird von der katholischen und evangelischen Kirche am 20. Januar gefeiert. Sebastian, römischer Hauptmann am Hofe Kaiser Diokletian, bekannte sich zum christlichen Glauben und wurde dafür zum Tode verurteilt. An einen Baum gebunden beschoss man ihn mit Pfeilen. Sebastianspfeile trug man früher als Schutz gegen die Pest - die anfliegende Krankheit. Sein Aussehen nach der Marter mit so vielen Pfeilen machte Sebastian zum Patron der Bürstenmacher. Er überlebte dieses Martyrium und hielt, dem Kaiser nun öffentlich seine grausame und sinnlose Christenverfolgung vor. Dieser ließ ihn daraufhin zu Tode peitschen und in die „Cloaca maxima“ (Roms größten Abwasserkanal) werfen. Die Zeit zwischen 16. und 26. Januar wird als Sebastianikälte bezeichnet, in der in Mitteleuropa oft Hochdruckwetter herrscht, kaum Niederschlag fällt und die Temperaturen weit unter null Grad fallen. Da am Sebastianstag der Saft in den Bäumen zu steigen beginnt, durften nach dem 20. Januar, an dem die jungen Burschen sich Weidenpfeifchen fertigten, keine Bäume mehr gefällt werden.

An den alten Kirchenbänken sind Namensschilder angebracht. Zwischen 1615 und 1812 wurden die Sitzplätze in der Kirche an die Ramsauer Familien verteilt. Heute stellen sie aber kein Platzrecht mehr dar. Ein Ort an dem man in Stille ein Gebet sprechen kann und für einen lieben Angehörigen ein Licht entzündet. Richtet man nun den Blick nach Osten, wird man vom Hochalter im schmäleren dreijochigen Ursprungsbau aus der Spätgotik angezogen. Das frühbarocke Altarbild stammt aus einem Vorgängeraltar. Dargestellt wird das Martyrium des heiligen Sebastian, an einen Baum gefesselt und von Pfeilen durchbohrt. Die Altarfigur links stellt den heiligen Wendelin dar, Schutzpatron der Viehhirten. Rechts steht mit Pilgerstab und Pestwunde der heilige Rochus. In der Mitte über dem Altarbild ist der heilige Georg im Kampf mit dem Drachen dargestellt. Der Giebelengel links neben dem Bild mit Seelenwage und Feuerschwert ist der Erzengel Michael.

Vor allem aus der Perspektive des Malerwinkels mit der Ramsauer Ache und dem Ertlsteg im Vordergrund sowie der Reiter Alm im Hintergrund wurde die Kirche von bekannten Landschaftsmalern künstlerisch festgehalten und wird als zentrales Bildmotiv auf Foto- und Ansichtskarten verbreitet.



Kirchenpatron

Das Patrozinium ist der Heilige Sebastian, dessen Gedenktag von der katholischen und evangelischen Kirche am 20. Januar gefeiert wird. Sebastian, römischer Hauptmann am Hofe von Kaiser Diokletian, bekannte sich zum christlichen Glauben und wurde dafür zum Tode verurteilt. An einen Baum gebunden, beschoss man ihn mit Pfeilen. Sebastianspfeile trug man früher als Schutz gegen die Pest - die anfliegende Krankheit. Sein Aussehen nach der Marter mit so vielen Pfeilen machte Sebastian zum Patron der Bürstenmacher. Er überlebte dieses Martyrium und hielt, dem Kaiser nun öffentlich seine grausame und sinnlose Christenverfolgung vor. Dieser ließ ihn daraufhin zu Tode peitschen und in die „Cloaca maxima“ (Roms größten Abwasserkanal) werfen.

Die Zeit zwischen 16. und 26. Januar wird als Sebastianikälte bezeichnet, in der in Mitteleuropa oft Hochdruckwetter herrscht, kaum Niederschlag fällt und die Temperaturen weit unter null Grad fallen.Da am Sebastianstag der Saft in den Bäumen zu steigen beginnt, durften nach dem 20. Januar, an dem die jungen Burschen sich Weidenpfeifchen schnitzten, keine Bäume mehr gefällt werden.

Spiritueller Impuls

An den alten Kirchenbänken sind Namensschilder angebracht. Zwischen 1615 und 1812 wurden die Sitzplätze in der Kirche an die Ramsauer Familien verteilt. Heute stellen sie aber kein Platzrecht mehr dar. Ein Ort an dem man in Stille ein Gebet sprechen und für einen lieben Angehörigen ein Licht entzünden kann.

Der Oberwirt : Das Traditionswirtshaus in Ramsau

Um 1500 errichtet die Fürstpropstei Berchtesgaden, an der Stelle des heutigen Oberwirts, eine Unterkunft für Säumer (eine alte Bezeichnung für das Transportgewerbe. Salz, Wein und andere Lasten wurden auf dem Rücken von Saumtieren auf schmalen Pfaden über die Pässe der Alpen transportiert) und Fuhrleute. Der heute denkmalgeschützte Gasthof Oberwirt umfasst drei Gebäudeteile, die ein erhaltungswürdiges Ensemble bilden. Das Gasthof-Gebäude mit seinen drei Geschossen, dem auskragendem flachen Satteldach und dem steinernen Rundbogenportal. Die Gliederung der Fassade und die Malerei erschließen sich einem am besten von der gegenüberliegenden Straßenseite, wo auch der zweite Ensembleteil steht. Heute sind hier Metzger, Frisör, Arzt und Bank untergebracht. Einige Meter weiter westlich, am Beginn des Stationsweges zur Wallfahrtskapelle Maria Himmelfahrt, dem sog. Kunterweg (Hinweis auf die einstige Bedeutung als Pfad für das Vieh: Kunter oder Gunter bedeutet Tier, Kleinvieh), steht der dritte Gebäudeteil.

Opening times

Ganzjährig geöffnet.

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Kostenlos

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Pfarrkirche St. Sebastian im Bergsteigerdorf Ramsau

Coordinates

DD
47.607422, 12.894400
DMS
47°36'26.7"N 12°53'39.8"E
UTM
33T 341746 5274816
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