Bauxitföldtani Park és Balás Jenő Bauxitbányászati Múzeum (Gánt) – Bauxit-Geologie Park und Balás Jenő Bauxit-Bergbau Museum
1920 fand der Bergbauingenieur Balás Jenő eine riesige Bauxitablagerung in der Nähe des damals noch unscheinbaren, stillen Dörfchens, Gánt. Nach langen Vorbereitungen begann man 1926 mit der Förderung. Wenn wir heute um Gánt herum spazieren, entdecken wir an der Süd- und an der Ostseite des Ortes eine verblüffende Ansicht: riesengroße wellige Flächen, die von einem roten, feinkörnigen Gestein bedeckt sind.
1930 gehörte sie schon zu den Bauxitgruben der Welt mit den höchsten Abbauerträgen, so ist es nicht überraschend, dass im Zweiten Weltkrieg auch Deutschland ein Auge auf sie geworfen hat. Im Krieg wurde ihre volle Kapazität in den Dienst der deutschen Kriegsindustrie gestellt. 1953 war das Jahr der Spitzenleistung: da wurden 600.000 Tonnen Erz aus dem Grubensystem gehoben, was auch im Vergleich dazu eine bedeutende Menge ist, dass sie in ihrer ganzen aktiven Zeit insgesamt 10.000.000 Tonnen Bauxit der Welt gab. Das Erzlager produzierte nicht nur Quantität, sondern gehörte auch wegen der Qualität zur Spitzenklasse. Zu ihren Vorzügen gehörte, dass neben wenig Kieselsäure, in großem Anteil Titan, Zirkonium, Chrom, Gallium und Beryllium in ihr vorkamen.
Nacheinander wurden die verschiedenen Tagebaugruben eröffnet, die letzte zu Beginn der 1980er Jahre (hier befindet sich heute ein Lehrpfad). Dieses Erzbergwerk war nicht mehr langlebig, denn 1987 kam der Punkt, von dem an die Förderung nicht mehr rentabel gewesen wäre, deshalb hat man die Grube geschlossen. Seitdem sind viele Landschaftswunden geheilt (rekultiviert) und bewaldet worden.
Aber warum brauchte die auf Metall hungrige deutsche Kriegsindustrie das Bauxit aus Gánt? Weil dieses Gestein die Grundlage der Tonerde ist, die man zum Herstellen von Aluminium braucht. Das Bauxit entsteht in regnerischem Klima bei anhaltend hohen Temperaturen aus jeglichem Gestein durch dessen Zermürbung. Auf Einwirkung von Hitze und Feuchtigkeit lösen sich nämlich aus dem Gestein fast alle chemische Materialien aus – mit Ausnahme von Aluminium, Titan und Eisen, die sich als Oxide anhäufen. Bauxit ist ein klimaanzeigendes Gestein: die klimatischen Bedingungen, bei denen es sich herausbildet, kommen in den Tropen vor. Das bedeutet zugleich, dass das Gestein-Platten-Fragment, welches den Grund von Dunántúl (Transdanubien) bildet, einst in den Tropen liegen musste und nur später auf die heutige Stelle getrieben wurde. Die Bauxitlagerstätten des Dunántúli-középhegység (Transdanubisches Mittelgebirge) häuften sich meistens in den Vertiefungen verkarsteter Gesteine an, wohin sie vom Flusswasser gespült wurden. Später wurden sie zugedeckt und kamen erst durch Bergwerkstätigkeit ans Tageslicht.
Durch den Bauxit Geologie Park führt ein Lehrpfad, der 13 Stationen mit Infotafeln hat, die uns über die geologischen Gegebenheiten der Gegend, über die Geschichte des Bergwerks informieren. An den Wänden der Grube kann man mancherorts Furchen sehen, die die Bewegungen, Stürze der Gesteinsmassen bezeugen. Zum Begehen des Lehrpfades in der rotschimmernden, außerirdischen Landschaft benötigt man 1-2 Stunden.
Beim Eingang des Balás Jenő Bauxit-Bergbau Museums können wir eine Dampflokomotiven von Früher, eine elektrische Gruben-Lok und Förderwagen aus der Nähe betrachten. Im Inneren des Museums helfen Bilder und Zeichnungen uns das einstige Bergmannsleben vorstellen zu können, während wir im Tunnel eines Bergwerks spazieren. Wir sehen hier Hand-Werkzeug und maschinelle Fördergeräte – darunter auch einen benzinbetriebenen Lastwagen. Im Gegensatz zu Kohlegruben, konnte man hier nämlich auch solche Fahrzeuge benutzen. Am Ende des 100 Meter langen Tunnels kommt man aus dem letzten Raum durch eine spezielle Lüftungstür zum Parkplatz.
Öffnungszeiten
Der Lehrpfad ist im ganzen Jahr frei zu besuchen.Preise:
Der Lehrpfad kann kostenlos besucht werden.
Öffentliche Verkehrsmittel
- Gánt, bányatelep buszmegálló (Bushaltestelle) liegt am Nähesten zum Schauplatz.
Suche Fahrplan zum Zielort
Anfahrt
- Aus Gánt, bányatelep buszmegálló (Bushaltestelle) halten wir uns auf der Hauptstraße Richtung Gánt und erreichen nach 400 m Spaziergang den Vorführort.
- Aus Gánt kommen wir auf der Markierung Blau ▲ (K▲) bei herrlichem Panorama zum Museum (2,7 km, 53 m Höhenunterschied), oder auf der verkehrsreichen Hauptstraße wandernd (2,1 km).
Parken
- Parkplätze befinden sich beim Eingang zum Freilichtmuseum.
Koordinaten
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