Die Rundkirche in Öskü könnte mit ihrer frisch und weiß gestrichenen Wand und mit ihrem halbkugelförmigen Dach auch das Symbol des Überlebens sein,wie sie seit Jahrhunderten auf dem Hügelrücken steht:sie hat das Mittelalter und die Türken durchgestanden. Und sie ist auch dann intakt geblieben,als die Eisenbahnlinie zwischen Székesfehérvár und Veszprém im Jahr 1872 eröffnet wurde und deswegen der Kirchenhügel durchgeschnitten wurde.
Am Fuße des Bakonys,in der Nähe vom Plattensee befindet sich eine der ältesten Kirchen Ungarns. Die romanische Rundkirche in Öskü ist nicht nur wegen ihres Alters,sondern auch iherer Form einzigartig. Obwohl die genaue Zeit ihres Baus nicht bekannt ist,stammt sie laut Kunsthistoriker aus dem 11. Jahrhundert. Die frühromanische Rundkirche (das Rotunda),die aus der Árpádenzeit stammt,steht seit ungefähr 1000 Jahren auf diesem felsigen Hügel. Sogar Stephan I. der Heilige oder Ladislaus I. der Heilige konnten die Kirche sehen,das heißt,sie ist fast gleichaltrig mit dem ungarischen Staat.
Der Grund für ihren Bau war wahrscheiblich eine Verordnung von Stephan I. dem Heiligen,laut derer alle 10 Dörfer eine Kirche bauen mussten. Die Meinungen gingen über ihre Herkunft lange auseinander. Viele haben gesagt,dass ein Wachturm aus der Römerzeit an ihrer Stelle stand,und auf deren Grund wurde sie später aufgebaut. Laut einer anderen Vorstellung konnte das Gebäude der Altturm des damaligen Újlaky-Schlosses sein. Aber der bekannteste Irrglaube ist das,dass sie eine Moscheee aus der Türkenzeit wäre. Darauf weist der Text an der Tafel über dem Eingang hin,die im 19. Jahrhundert bei der Renovierung dahin gehängt wurde. Viele nennen die aus dem Mittelalter stammende Kirche Moschee,die sich übrigens in der Moschee Straße befindet - das ist vielleicht kein Zufall.
Eine umfangreiche Forschung und Restaurierung der Rundkirche erfolgten im Jahr 1976 unter Führung von Tibor Koppány. In dieser Zeit wurden die Etappen des Baus des Gebäudes entdeckt. Laut derer wurde die Kirche in der Árpádenzeit gebaut. Dann stellte sich heraus,dass das Seitenschiff nicht regelrecht kreisförmig ist,lieber oval und der Durchmesser des Seitenschiffes 7 m lang ist. Ihre Mauer aus Stein und Ziegel ist 1 m dick und nach oben wird sie immer schmaler. Ihr Aussehen war wahrscheinlich ganz anders,als ihr heutiger Zustand und wir wissen davon nichts,wie ihre inneren Wände verziert wurden. Aber das ist sicher,dass die kleine Küsterei,die zum Sanktuarium gehört,existierte noch nicht. Sie wurde mit großer Wahrscheinlichkeit im 15. Jahrhundert dazu gebaut. Das Dach der Kirche ist kegelförmig - aber es konnte einst giebelig sein - und hat einen kleinen Glockenturm aus Holz in seiner Mitte.
Das Dorf wurde 1543 von den Türken verwüstet. In der entvölkerten Gegend stand auch die Rundkirche ruinös. Am Anfang des 18. Jahrhunderts haben die Zichys,die neuen Besitzer Öskü mit Slowaken bevölkert,die die Kirche neugebaut haben; anstelle ihres ursprünglichen,giebeligen Daches hat sie eine Kuppel erhalten. Zu ihrer Einweihung hat sie den kirchlichen Namen "Der Fund des Sankt Kreuzes" bekommen. Die Rundkirche haben die römisch-katolischen Leute bis 1847 benutzt,aber dann war das Gebäude schon zu klein für sie. Nachdem die neue Pfarrkirche zwischen 1843-47 aufgebaut worden war,fungierte die Rundkirche als Kapelle weiter.
Im Jahre 1878 haben Graf Antal Sztáray und seine Frau,Franciska Batthyány die dann schon vernachlässigte Kapelle restaurieren lassen. Zur Erinnerung an diesen wurde eine Tafel über den Eingang gehängt,an der das Gebäude irrtürmlicherweise als türkische Moschee erwähnt wird. Nicht nur die Kirche ist langlebig,sondern alles um sie scheint sich langsam zu ändern.
Um die Kirche befand sich ein Friedhof vom Mittelalter ganz bis 1754. Das ist auch interessant,dass der Schlüssel der Rundkirche,der aus dem 15. Jahrhundert stammt,wird seit 1909 in dem Veszprémer Museum bewahrt. Im Jahr 1999 hat das Aufsichtsamt der Kunstdenkmäler die Kapelle draußen und drinnen rekonstruiert. 2001 wurden die Treppe und das Geländer fertig gemacht.
Obwohl sie aus dem Blickfeld vieler herausfällt,lohnt es sich,diese kleine Siedlung am südlichen Fuße des Bakonys zu besuchen. Vom Plattensee können wir einfach durch einen kurzen Umweg nach Öskü fahren,von Veszprém soll man 15 Minuten mit dem Auto,entlang der Autostraße Nummer 8 fahren. Wenn wir mit dem Zug hinwärts fahren,vergessen wir nicht aus dem Fenster herauszusehen,um mindestens einen Blick auf diese besondere,fast 1000 Jahre alte Kirche werfen zu können.
Öffnungszeiten
In der Kapelle werden Messen nicht regelmäßig gehalten,nur zur Ehre ihrer Schutzpatron,Johannes des Täufers oder am Tag von Stephan I. dem Heiligen. Bei festlichen Anlässen werden sogar klassische Konzerte in der puritanischen Kirche gehalten.
Die Kirche kann nach vorheriger Anmeldung besucht werden. Anmeldung: Ferenc Nemes: +36 20 563 9115
Preise:
KostenlosÖffentliche Verkehrsmittel
- Wenn wir mit dem Bus entweder aus der Richtung Budapest-Székesfehérvár oder Veszprém kommen,sollen wir bei der Haltestelle Öskü, Szabadság tér aussteigen.
Suche Fahrplan zum Zielort
Anfahrt
- Wenn wir aus dem Bus aussteigen und um das Gebäude der Selbstverwaltung herumgehen,erreichen wir die Mecset Straße. Links biegend sehen wir schon das Kuppeldach der Kirche. In ungefähr 250 Metern erreichen wir die Treppe,die zur Kirche führt.
Parken
- Wir können vor der Kirche,in der Mecset Straße parken.
Koordinaten
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