Pfälzerwald-Verein e.V.
Die Ruine der Höhenburg liegt auf einem 330 m ü. NHN[1] hohen Vorberg am Anstieg zur südlich von Landstuhl beginnenden Hochfläche, die später den Namen Sickinger Höhe erhielt und heute als Nordteil der Südwestpfälzischen Hochfläche zugerechnet wird.
Der Burgberg erhebt sich 80 m über die Stadt. Auf seiner Kuppe trägt er einen mächtigen roten Sandsteinfelsen von zusätzlich 15 m Höhe, der ebenfalls Nanstein heißt und in den Teile der Burg hineingebaut sind.
Als König Heinrich VI. sich 1189 auf der Nanstein aufhält, kommt es zur ersten urkundlichen Erwähnung der Burg. Sie steht an der damals wichtigen Verkehrsstraße zwischen Metz und Kaiserslautern und diente als Schutzburg dieser Verkehrsader. Im 13. Jahrhundert erhält Wirich I. von Daun die Burg als Reichslehen für seine Dienste in Italien unter Kaiser Friedrich II. Bis Anfang des 15. Jahrhunderts hatte die Burg viele Besitzer. Um 1400 waren es fünf Besitzer. Durch Heirat, mit Magaretha Puller von Hohenburg (siehe auch: „Burgen und Ruinen“ – Hohenburg) fiel dem kurpfälzischen Großhofmeister Schweikard von Sickingen 1479 ein Teil der Burg zu. Sein Sohn, Franz von Sickingen konnte bis 1518 die restlichen Anteile der Burg in seinen Besitz bringen. Er lässt die Burg umbauen und mit modernsten Verteidigungsanlagen ausstatten. Dazu gehört der mächtige Batterieturm, „Grosses Rondell“, mit seinen bis zu fünf Meter dicken Mauern. Wegen seiner Fehde mit dem Erzbischof von Trier wird über Franz von Sickingen die Reichsacht verhängt. Der Fürstenbund, bestehend aus dem Trierer Erzbischof, Landgraf Philipp von Hessen und dem pfälzischen Kurfürsten Ludwig V., ziehen nun gegen den „Reichsritter Franz“ zu Felde. Ihr Ziel ist, den Ritter für alle Zeit politisch zu entmachten. Sie belagern die Nanstein, auf der sich der Ritter sicher fühlt und beschießen die Burg vom nahegelegenen Herrenberg mit modernsten Geschützen. Bis zu 600 Schuss sollen täglich, gezielt! auf das „Grosse Rondell“ abgefeuert worden sein. Als dies schließlich einstürzt und Ritter Franz von Sickingen sich den Schaden ansehen will, wird er von einem herabstürzendem Balken schwer verletzt. Da man ihn nicht weit transportieren konnte, bleibt der Ritter in einem nahegelegenen Kellergewölbe. Von dort aus übergibt er die Burg der Fürstenkoalition und stirbt noch am selben Tag, den 07. 05. 1523. Mit seinem Tod erlischt auch die politische Macht des kleinen Adels und des Rittertums. 1542 wird die Burgruine seinen Söhnen zurückgegeben. Die Burg Nanstein wird von den Sickinger Erben im Renaissancestil wiederaufgebaut. 1689 wird die Burg im pfälzisch-orleansschen Erbfolgekrieg zerstört. Zu sehen ist eine teilweise wiederaufgebaute Burg mit dem Batterieturm, Schildmauer, Haupttor und Vorburg, Zwinger, Wachthaus, Unterburg und Oberburg, Kellergewölbe, Sterbekammer des Franz von Sickingen und eine Statue von ihm. Nicht zu vergessen ist die schöne Aussicht über Landstuhl.
Opening times
Die bewirtschaftete Burg ist ein Ausflugsziel, das mit Bausubstanz aus vier Jahrhunderten aufwarten kann. Besonders imposant wirkt der teilweise wieder aufgebaute Batterieturm aus der Zeit Franz von Sickingens. Zudem eröffnet sich von der Höhe der Festung ein weiter Blick über die Westpfälzische Moorniederung und das Nordpfälzer Bergland. Die Zufahrt nach Landstuhl und zu den (ausreichenden) Besucherparkplätzen am Fuße der Burg erfolgt über die Autobahn 6, Anschlussstelle 13 (Ramstein-Miesenbach/Landstuhl).
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