Touristikgemeinschaft Odenwald
Die Anfänge des Holzhandels am Neckar lassen sich in den Chroniken bis ins 14. Jh. zurückverfolgen. Das Ende der Holzflößerei kam 1918 mit dem 1. Weltkrieg. Wenige Jahre zuvor verzeichnete der Mannheimer Hafen noch einen jährlichen Eingang von etwa 600 Neckarflößen. Für den Rückgang war u.a. der zunehmende Transport von Stammholz mit der Eisenbahn verantwortlich.
Während sich der Seebach im Unterlauf ein tiefes, enges Tal in den Buntsandstein gegraben hat, sind die Quelläste bei Wagenschwend und Robern als flache Muldentäler ausgebildet, die von den offenen, landwirtschaftlich genutzten Rodungsinseln in das geschlossene Waldtal überleiten. Auf der Gemarkung Seewiesen, oberhalb des Roberner Sees, finden sich Spuren eines ehemaligen Grabensystems zur Wiesenbewässerung. Sie lassen auf die frühere landwirtschaftliche Nutzung schließen.
Nach Verordnung 1988 und vollzogener Unterschutzstellung 1989 durch das Regierungspräsidium Karlsruhe (s. Fachliche Details) haben sich im Gebiet eine Vielzahl von Lebensgemeinschaften eingestellt: Mädesüßfluren, Sumpfdotterblumen, Waldsimsen-Fluren und Schlangenknöterich-Bestände wachsen in wechselnassen, nährstoffreichen Bodenmulden. In den versumpften Wiesensenken trifft man Waldbinsengemeinschaften an. Eingestreut finden sich auch weniger durchnässte Standorte. Hier leben Arten nährstoffarmer Böden wie Hirsen-Segge, Teufelsabbiß und Borstgras. Die sanft ansteigenden Ränder der Talsenke sind mit Fettwiesen bewachsen und werden heute teilweise als Viehweide genutzt. Im ufernahen Bereich im Norden überdecken Bulten aus Steifer Segge und Schnabel-Segge die tiefer liegenden, anmoorigen Mulden. Sie weisen auf die wasserstauenden Horizonte des im Untergrund anstehenden Oberen Buntsandsteins hin.
Der Roberner See besitzt durch sein Angebot unterschiedlicher Feuchtwiesenstrukturen und seiner offenen Wasserfläche besondere Attraktivität für die Vogelwelt. Regelmäßig brüten hier Bläßhuhn, Teichhuhn und Reiherente. Auch durchziehende Wasservögel finden sich hier zur Nahrungsaufnahme ein. Ergänzt wird die Fauna durch einen artenreichen Insekten- und Amphibien-Bestand (Erdkröte, Grasfrosch, Feuersalamander). Im See selbst tummeln sich riesige Karpfen. Jagdliche und fischereirechtliche Nutzung am See sind aber eingeschränkt. Seit 2008 zählt der Roberner See auch zur FFH-Schutzgbietskulisse Odenwald Neckargerach-Waldbrunn.
Hinweise für Besucher: Ein Rundwanderweg (Seewiesen-Weg) führt großräumig um das Gewässer. Die Verbandsgemeinde Fahrenbach-Robern bietet als Mitglied im Naturpark Neckartal-Odenwald sowie im Unesco-Geopark Bergstraße-Odenwald in der unmittelbaren Umgebung weitere zahlreiche Sehenswürdigkeiten (z. B. Odenwaldlimes).
* Der Seebach wird erst ab 1676 offiziell als Seebach (nach seinem Quellgebiet am Roberner See) bezeichnet. Ursprünglich hieß das Gewässer Gerach.
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