Um 1670, so belehrt uns noch ein alter Plan von dem Basler Kartographen Friedrich Meyer, verlief die Grenze noch genau in der Flussmitte der Wiese bis zu deren Mündung. Da aber nach jedem Hochwasser die Wiese ihr Flussbett änderte und die mit Eichenpfählen markierte Grenze hinweggespült war, kam man auf die Idee der Lehensteine.
Beispiele dafür stehen noch heute in der Weiler Gemarkung, meist aus dem Jahre 1764. Auf eine Distanz von 200 Meter nach beiden Seiten von der Flußmitte hatte man so das Hauptüberschwemmungsgebiet eingegrenzt und von dort die nun imaginäre Grenzlinie unabhängig jeder Flusslaufänderung festgelegt.
Ein langer Streit ging in vielen Verträgen (u. a. 1491, 1510, 1534, 1571) dieser Lösung voraus, die man eher in Kauf nahm, als seine religiöse Vorstellung zu ändern, daß nämlich der Mensch kein Recht habe in die Gott gewollte Natur einzugreifen.
Das letzte Kapitel dieser Geschichte ist dann die 1877-1892 durchgeführte Korrektur der Wiese mit Deichen und Dämmen. Seitdem ist die Wiese unterhalb Stettens auch nicht mehr Grenzfluss, sondern verläuft auf Schweizer Hoheitsgebiet. (1)
Man sieht auf dem Plan-Ausschnitt, dass die zusammengehörigen Lohensteine rechts und links des Flusses die gleiche Nummer tragen.
Quelle:
1.) Die rechtsrheinische Grenze um Basel - Von Gerhard Moehring
in: Das Markgräfler Land, Jahrgang 4/35 . Heft 1/2 - 1973
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