Riedersteinkapelle
Die Riedersteinkapelle ist eine kleine neugotische Kapelle auf dem 1.207 m hohen Felssporn Riederstein über dem Tegernsee. Der Sporn ragt etwa 150 Meter nahezu senkrecht über den als Galaun bekannten Aussichtspunkt mit Gasthof am Hang der Baumgartenschneid. Von der Kapelle hat man einen weiten Blick auf den Tegernsee und in das Tal der Weissach.
Das Bauwerk bietet mit einer Länge von knapp fünf Metern bei unter zwei Metern Breite Platz für etwa zehn bis zwölf Personen. Der einfache Saalbau hat ein Satteldach und einen kleinen spitzen Dachreiter nach Westen und zum Abhang. Der Eingang weist ein Portal mit einem Spitzbogen und einem Bildnis der Maria über der Tür auf. Sie ist als Himmelskönigin mit Zepter und blauem Mantel dargestellt. Darüber ein schmiedeeisernes Vordach.
Der Boden der Kapelle ist mit rotem Tegernseer Marmor belegt, die Seitenwände sind im unteren Drittel mit hellen Steinplatten versehen, darüber waren sie ursprünglich gekalkt. In jede Seitenwand ist eine Gedenktafel eingelassen. Im Raum stehen sechs Kniebänke.
Der Altar ist farblich so gefasst, dass sich sein Holz an den rot-marmorierten Marmor anlehnt. Die Pietà wurde von Johann Wirth, einem Schüler Joseph Schlotthauers, gefertigt, daneben hängen Medaillons mit einer Mater Dolorosa und einem Schmerzensmann. Über dem Altar hängen eine Darstellung der Madonna von Altötting, sowie eine einzelne Votivtafel. Vor dem Altar ist ein schmiedeeisernes Gitter mit Ornamenten und Ringen angebracht.
Zur Kapelle führt vom Galaun ein Kreuzweg mit 14 Stationen aus Reliefs im Stil der Volkskunst auf steilem Weg, großteils auf über 500 Treppenstufen. Die heutigen Kreuzweg-Tafeln stammen aus dem Jahr 1897. Der Weg passiert eine Grotte, in der beim Bau des Kreuzwegs die Gebeine eines schon 1861 verschwundenen Wilderers namens Leonhard Pöttinger aus St. Quirin gefunden wurden. An ihn erinnert heute eine Gedenktafel.
Ausweislich einer Tafel im Inneren der Kapelle errichtete Josef Hupfauer, Schlossdiener im Schloss Tegernsee, im Jahr 1841/42 einen Vorgängerbau und erweiterte die Kapelle bereits 1850/51. Der heutige Bauzustand wurde 1863/64 erreicht. Damals hat ein Grundbesitzer in Tegernsee namens Altmann die Kosten für das Bauwerk getragen, Joseph Schlotthauer stiftete den Altar.
1897 gründeten Bürger aus Tegernsee den „Riederstein Verein Tegernsee e.V.“, um den Unterhalt der Kapelle zu sichern. Er betreut bis heute den Weg und die Treppen zur Kapelle. In der Chronik des Vereins sind besondere Gäste der Kapelle festgehalten.
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Riedersteinkapelle
83684 Tegernsee
https://riederstein-verein-tegernsee.de/ E-mail: vorstand.riederstein.verein@gmail.com
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