Gerlamoos, Filialkirche hl. Georg
Die Kirche fand 1065/75 erstmals urkundliche Erwähnung und gehörte vermutlich zu einem abgekommenen ritterlichen Ansitz.
Der kleine romanische Bau mit einem hölzernen Dachreiter mit Spitzgiebelhelm erfuhr im 16. u. 17. Jh. bauliche Veränderungen. Bei der Außenrestaurierung 1998 wurde die frühbarocke, dunkelrote Architekturpolychromie wiederhergestellt. An das Langhaus schließt ein niedriger, stark eingezogener, gotischer Chor mit 5/8 Schluss an. Das südliche, zweifach gestufte rundbogige Hauptportal stammt aus der Romanik. Das spätgotische Westportal besitzt einen profilierten, abgekragten Sturz. Die Fresken an der Südwand vom Ende des 14. Jhs. stellen den hl. Christophorus, den Kampf Georgs mit dem Drachen, die Kreuzigung und die hll. Katharina und Dorothea dar.
Der Innenraum des Langhauses ist flach gedeckt, im Westen ist eine hölzerne Empore eingezogen. Die Rückseite ihrer Brüstung ist mit Schablonenmalerei verziert. Ein herabgezogener, rundbogiger Triumphbogen mit breiter Laibung aus der Romanik verbindet das Langhaus mit dem Chor.
Die Fresken in der Kirche entstanden in den siebziger Jahren des 15. Jhs. und gelten als das bedeutendste Werk des Thomas von Villach. Drei Streifen von etwa 140 cm hohen Bildfeldern füllen die gesamte Langhausnordwand. In der oberen Reihe sind elf Szenen aus der Georgslegende in einer ungewöhnlich ausführlichen Schilderung des Themas, vor allem der Martyrien dargestellt. (Nur der Georgszyklus im böhmischen Neuhaus von 1338 ist im Umfang der Bebilderung ähnlich.)
In der mittleren Reihe wird in fünf Feldern die Weihnachtsgeschichte von der Verkündigung bis zur Darstellung des Herrn und in vier Feldern die Passion Christi erzählt. Dazwischen ist eine Schutzmantelmadonna. In der unteren Reihe sind in neun Bildern die Leiden Christi, die Höllenfahrt Christi, die Auferstehung, die Himmelfahrt und das Pfingstereignis dargestellt.
Der barocke Hochaltar von 1705 mit Säulenrentabel zeigt am Altarblatt den Drachenkampf des heiligen Georg. Vor dem Triumphbogen ist oben ein Kruzifix mit den Leidenswerkzeugen (Arma Christi) angebracht. Links vor dem Triumphbogen steht eine geschnitzte spätbarocke Pietà aus dem 18. Jahrhundert. Am Altar unter der Empore ist eine plastische Darstellung der „heiligen“ Kümmernis am Kreuz mit dem knienden Geiger zu ihren Füßen, dem sie ihren goldenen Schuh herabgeworfen hat (Anfang des 18. Jahrhunderts). An der Langhaussüdwand sind eine Rosenkranzmadonna und eine Konsolfigur des hl. Florian angebracht.
Literaturnachweis:
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, S. 190 f.
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9754 Steinfeld
+43 (0)4717/248 oder +43 (0)676/8772-8309 http://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/pfarre/C3020/ E-mail: steinfeld@kath-pfarre-kaernten.at
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