Als »Höhenweg« im buchstäblichen Sinn lässt sich die Auftaktetappe des Vinschger Höhenwegs kaum bezeichnen, bewegt man sich hier doch unzweifelhaft noch eher im Talbereich, obschon in einer Höhenlage zwischen 1500 und gut 1700 Metern. Als offizieller Startpunkt gilt die halb im Wald versteckte Etschquelle unweit der Ortschaft Reschen, kaum zwei Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Die Route schmiegt sich, wo immer möglich, an die unteren Hanglagen, muss zwischendurch für ein knappes Stündchen aber auch die Uferpromenade des Reschensees nutzen. Der aus dem Wasser ragende Kirchturm von Alt-Graun ist ein Wahrzeichen der Gegend und ein Touristenmagnet besonderer Art. Nur ein Stück weit abseits der Reschenstraße herrscht dagegen oft schon erstaunliche Ruhe. Weiler wie Dörfl, Plawenn oder Alsack entfalten ihren gebietstypischen Charme, in Planeil (am Ausgang des gleichnamigen Seitentals) wird nach dem womöglich schönsten Abschnitt der Tour schließlich Quartier bezogen. Als landschaftliches Charakteristikum prägt die Malser Haide, der größte Schwemmkegel der Alpen, den Obervinschgau. Und am südlichen Horizont grüßt von Anfang an der mächtige Ortler mit seiner schillernden Eishaube.
Wir starten im Ort Reschen durch den Waldbodenweg Richtung Sportplatz, der sich knapp oberhalb der Siedlungen befindet, und nehmen dann zunächst den Abstecher zur Etschquelle wahr, um den offiziellen Ausgangspunkt des Vinschger Höhenwegs zu besuchen. Dafür geht es ein kleines Stück gen Norden (gut beschildert). Zurück bei der Sportanlage folgt man einem Waldsteig, der oberhalb des Dorfes entlang quert und danach zu den Höfen von Klopair, 1644 m, ein paar Höhenmeter gewinnt. Auf der Zufahrt anschließend leicht abwärts bis zum Abzweig eines Forstweges, mit diesem nach links kurz bergauf und in der ersten Kehre auf einem Steig weiter. Allmählich nähern wir uns Graun und wenden uns bei den ersten Häusern hinunter zum Ufer des Reschensees, wo der Kirchturm des versunkenen alten Dorfes zur vielbesuchten und viel fotografierten Sehenswürdigkeit avanciert ist.Auf der Fortsetzung südwärts sind wir nun für fast vier Kilometer auf die Seepromenade (Radweg) angewiesen, zunächst noch ein Stück weit
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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