Ein Berg mit gipfelnaher Hütte, fantastisch kontrastreichem 360-Grad-Panorama und vielseitigem Wegenetz ringsum muss einfach ein Publikumsmagnet sein! Das Kellerjoch vereint all diese Vorzüge und lässt sich von Fügen aus mithilfe der Spieljochbahn sogar relativ rasch erreichen. Der pfiffigste, allerdings nicht ganz einfache Zugang folgt dem sogenannten Alpinsteig unter dem felsigen Nordabsturz entlang; mit der gutmütigeren Route über die Gartalm wird eine ideale Runde daraus. Ganz oben bei der Kapelle weiß man nicht, wohin zuerst schauen: über das breite Inntal Richtung Rofan und Karwendel oder südwärts in die Gefilde am Alpenhauptkamm, der eisverziert den Horizont bildet. Mit ein paar knappen Zeilen kann nicht annähernd beschrieben werden, was sich an einem klaren Tag vom Kellerjoch aus alles bewundern lässt ...
Nachdem wir von Fügen bequem zum Spieljoch , 1862 m, hinaufgeschwebt sind, folgen wir dem Weg Richtung Gartalm/Kellerjoch zu einem Geländeeck mit Kreuz. Wir vermeiden dabei aber die Fahrpiste Richtung Onkeljoch und folgen einem Steig, der sich in Kürze gabelt. Hier rechts aufwärts zu den Skiliftstationen am Onkeljoch, dessen Kuppe links umgangen wird. Wir gelangen in einen Sattel mit nochmaliger Verzweigung und queren dann auf dem Alpinsteig unter die grimmige Nordflanke des Kellerjoch-Massivs. Nach einer Traverse geht es am Rand der Hangmulde aufwärts bis zu einer Rippe (bei P. 2143) und dahinter etwas ausgesetzt quer über einige Rinnen hinweg zum nächsten Geländerücken (bei Altschneeresten heikel!). Jetzt kann man über Gras und Schrofen von Nordwesten direkt zur Gipfelkapelle am Kellerjoch (Kreuzjoch) , 2344 m, aufsteigen, während ein anderer Weg zur Kellerjochhütte hinüberzieht. Vom höchsten Punkt gelangen wir am bzw. neben dem Südwestgrat (einige Sicherungen) rasch zur
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Autor
Mark Zahel
Mark Zahel hat als fleißiger Wanderer und Bergsteiger bisher mehr als 3000 Tage auf Alpentouren verbracht und schöpft aus dieser Passion seit über 20 Jahren eine intensive publizistische Tätigkeit. Die Liste seiner Buchveröffentlichungen umfasst inzwischen rund 80 Titel – in jüngster Zeit sind auch einige Wanderführer über norddeutsche Regionen hinzugekommen. Seine Kenntnisse reichen über weite Teile des Alpenbogens, besonders häufig aber ist er in dem breiten Streifen zwischen Bayern und Südtirol unterwegs. Zahel vergleicht seine Erkundungen gern mit einem Puzzlespiel, dem immer wieder neue Teile hinzugefügt werden, ohne dass es jemals »vollendet« werden könnte oder sollte. So bleibt die persönliche Entdeckungslust ungebrochen, während sich das »Gesamtbild« nach und nach immer detailreicher herausschärft.

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