Ieper war im späten Mittelalter eine bedeutende Stadt, die gut am Tuchhandel mit der Hanse verdiente. Bekannt wurde der Ort im Ersten Weltkrieg durch mehrere Schlachten in der Umgebung. Die Deutschen zerstörten dabei wertvolle Baudenkmäler wie die mittelalterliche Tuchhalle und setzten erstmals chemische Kampfstoffe ein als denkwürdiges Novum der Militärgeschichte: erst Chlor- und später Senfgas. Die Rundwanderung erschließt die nach der Zerstörung großteils neu aufgebaute Altstadt mit mittelalterlicher Stadtbefestigung, die im 17. Jahrhundert geleitet von Vauban, dem französischen Festungsbaumeister unter Ludwig XIV., mit vorgelagerten Gräben und Wehren verstärkt worden war.
Der Bahnhof Ieper liegt am Westrand des alten Stadtwalls, dem wir uns Richtung Zentrum nähern. 50 m nach der Ampel zweigen wir nach rechts und gehen auf dem Fußweg in die Wallanlage. Bei Abzweigungen halten wir uns rechts und bleiben dabei so weit außen auf der Stadtmauer wie möglich. Bei einer Brücke über den Festungsgraben Kasteelgracht gehen wir geradeaus Richtung Rijselpoort und halten uns bei Abzweigungen rechts. Am südlichsten Punkt der Festung passieren wir das im 14. Jh. erbaute und unter Vauban verstärkte Rijselpoort mit davor einem Kriegsgräberfriedhof des Ersten Weltkrieges, als britische Soldaten auf dem Festungswall stationiert waren.Nach dem Tor folgen wir weiter dem Wall und halten uns wie zuvor möglichst rechts. Beim Menenpoort an der Ostseite des Walls überqueren wir die Straße. Das kürzlich sanierte Tor diente im Ersten Weltkrieg als Ausgangspunkt britischer Soldaten zum Fronteinsatz am Ypernbogen. Heute erinnern am Tor 54.896 Namen an vermisste Soldaten. Am Ende der
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Autor
Wolfgang Schwartz
Wolfgang Schwartz, geboren 1967 in Schleswig-Holstein, bevorzugte nach dem Studium der Geographie und Germanistik in Kiel sowie einem Volontariat als Lektor für einen Kölner Reisebuchverlag eine Tätigkeit draußen als Reiseleiter von Aktivreisen im europäischen Ausland. Seit 1994 führt er Reisegruppen zu Fuß, aber auch per Rad oder auf Langlaufskiern überwiegend durch Italien, Skandinavien, Großbritannien und im deutschsprachigen Raum. Daneben arbeitet er als Scout für einen Outdoor-Veranstalter touristische Wander-Individualprogramme aus und führt für einen Wanderreiseveranstalter Insider-Touren auf Bornholm, seinem ersten Rother-Titel. Weitere Rother-Wanderführer des in den Niederlanden lebenden Autors erschienen zu seiner Heimatregion Norddeutschland.

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