Schober - Westrinne
Was tun, wenn am Tage der Eröffnung der Malta-Hochalmstraße die Schranken geschlossen bleiben? Man(n) sucht sich - nach stundenlangem Warten - ein Ersatzziel!
Doch die hier vorgestellte Skitour ist viel mehr, als nur ein Lückenbüßer...
Der Schober ist eine imposante Berggestalt und ein traumhafter Skiberg - ein forderndes Gipfelziel, egal von welcher Seite man kommt, er zeigt immer seine Zähne.
Hat man erst den langen Forstweg hinter sich gebracht, gilt es, die folgende Steilstufe mit dem kleinen Wasserfall geschickt zu überlisten. Ist dies - über die rechte Seite, im Sinne des Aufstieges - geschafft, hat man die Eintrittskarte ins große Glück gelöst. Nun ist der Weg frei und man darf sich mit Hingabe der anregenden West-Süd-West Rinne widmen.
Ein wahres Schmankerl für jeden Genussspecht, der einsame und anspruchsvolle Aufstiege liebt!
Ohne Orientierungsschwierigkeiten steigt man durch die relativ breite Rinne auf, nach dem kleinem Hochplateau hält man sich eher links (westlich) und überlistet so geschickt die felsendurchsetzte Steilstufe. Alternativ dazu kann hier auch äußerst rechts (östlich) durch eine steile Rinne aufgestiegen werden.
Schlussendlich folgt das grandiose Finale in der Südwestflanke!
Der Gipfelhang stellt sich nochmals ordentlich auf, bei gefinkelter Routenwahl bleibt man aber immer locker unter der 40° Marke. Die letzten Meter mit geschulterten Skiern und bei eisigen Verhältnissen mit Steigeisen auf den formschönen, einsamen Gipfel!
Dieser reizvolle und kurzweilige Anstieg im perfekten Skigelände wird dir sehr lange in positiver Erinnerung erhalten bleiben!
Anhand der international gebräuchlichen & fünfteiligen Schwierigkeitsskala nach TOPONEIGE (I=leicht / II=mäßig schwierig / III=schwer / IV=sehr schwer / V=extrem schwer) sind die skitechnischen & alpinistischen Anforderungen dieser Tour mit III zu bewerten.
Autorentipp
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Sicherheitshinweise
Typische Frühjahrestour. Also lieber erst nach einer kalten Nacht angehen, wenn die Schneedecke wieder gut durchgefroren ist.
Achtung Lawineneinzugsgebiet.
Sobald man in das Rinnensystem einsteigt, befindet man sich permanent im steilen, alpinen Gelände. Keine vielbegangene Modetour.
Im Hochwinter nur bei absolut sicheren Verhältnissen vertretbar.
Wie immer, die Lawinensituation und die aktuell herrschenden Bedingungen genau beobachten.
Weitere Infos und Links
Achtung: Bei dieser langen Tour gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit, also genug Trinkbares und Proviant mitnehmen!Wegbeschreibung
Start gleich rechts nach der Schönaubrücke beim Schranken. Man folgt den langen Forstweg knappe 5km lang, um dann - in Höhe der Talgerhütte - diesen nach rechts zu verlassen. Gleich hier Bachquerung, den Weg kurz weiter folgen. Jetzt nach links, der untere Teil der Rinne und der Wasserfall ist jetzt sehr gut sichtbar.
Nun ohne Orientierungsschwierigkeiten dem Bachbett bzw. der Rinne folgen, bis man auf 2550m eine sperrende Felsformation erreicht. Dort leicht links haltend, geschickt durch eine enge Rinne hinauf (alternativ kann man auch ganz weit rechts durch eine breitere Rinne durchschlüpfen), in steileres Gelände aufsteigen.
Mit geschickter Routenwahl und vielen Spitzkehren das Gelände optimal ausnutzen, immer leicht nach rechts (Osten) ziehend. Die letzten 100hm sind meistens mit geschulterten Skiern zu bewältigen, je nach aktuellen Verhältnissen braucht man hier auch manchmal Steigeisen.
Abfahrt vom Gipfel direkt in Gipfelfallinie, die Steilstufe befährt man am besten ganz links durch eine recht breite Rinne. Nun sind viele weitere Abfahrtsvarianten möglich.
Anfahrt
Über die Tauernautobahn A10, Abfahrt Gmünd und weiter nach Malta. Durch den Ort und weiter zur Mautstelle der Malta-Hochalmstraße, welche im Winter nicht besetzt ist. Noch knappe 4km in Serpentinen bis zur Schönaubrücke (oft stark vereist, Schneeketten werden dringend empfohlen).Koordinaten
Kartentipps für die Region
Ausrüstung
Normale Skitourenausrüstung plus Harscheisen. Eventuell Leichtsteigeisen für die letzten steilen Meter zum Gipfel.Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

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