Der Hocharn im Rauristal gehört zu den Parade-Skitourenbergen der Hohen Tauern. Mit einem mehr als 1600 m hohen, hindernislosen Osthang bildet er neben dem Sonnblick den imposanten Talschluss von Kolm-Saigurn. Sobald im Frühjahr die Mautstraße von der Bodenhütte bis zum Lenzanger öffnet, strömen ganze Heerscharen von Tourengehern auf den höchsten Gipfel der Goldberggruppe. Wer früher im Jahr dran ist, kann – sichere Lawinenlage vorausgesetzt – den Hocharn verhältnismäßig ruhig erleben. Dann lässt er sich nach einer Übernachtung im Naturfreundehaus oder im Ammererhof natürlich genauso besteigen. Die beiden Häuser bieten einen Shuttle-Service vom Parkplatz bei der Bodenhütte an – der Zustieg zu Fuß entlang der gesperrten Straße dauert etwa eineinhalb Stunden.
Der Aufstieg erfordert einen erfahrenen und konditionsstarken Skibergsteiger, der bei harten Verhältnissen sicher mit Harscheisen gehen kann. Ansonsten sind kaum Überraschungen zu erwarten. Der wenig spaltige Gletscher wird meist ohne Seil begangen, und nachdem die Tour sehr häufig begangen wird, sind fast immer Spuren zu finden. Allerdings sollte man die Höhe des Berges bedenken – auf über 3000 Meter kann es bei windigen Verhältnissen bitter kalt werden, und im Gegensatz zum benachbarten Sonnblick findet sich am Gipfel keine Unterschlupfmöglichkeit.
Die Abfahrt ist sowohl bei Pulver (sichere Lawinenlage vorausgesetzt) als auch bei Firn ein absolutes Highlight, das in den Hohen Tauern seinesgleichen sucht. Obwohl das inzwischen kein Geheimnis mehr ist, lässt sich trotz des großen Andrangs oft noch ein unberührtes Fleckchen für eine eigene Spur in den endlos weiten Hängen finden.
Aufstieg Vom Parkplatz leitet eine Fahrstraße nach Süden in Richtung Naturfreundehaus Kolm-Saigurn. Nachdem wir aus dem Wald herauskommen, führt uns rechts eine Brücke über den Bach. Über einen flachen Hang gelangen wir an den Fuß des Felsriegels, mit dem der rechte Teil der Hocharn-Ostwand nach unten abbricht. Links führt nun eine mäßig steile Mulde aufwärts unter die Nordflanke des Sonnblick. Auf einer Terrasse queren wir nach rechts aufwärts und über eine weitere Stufe erreichen wir den großen Kessel zwischen Hocharn und Sonnblick. Rechts vom Kessel zieht nun ein 1000-m-Hang ohne auffallende Flachstücke bis hinauf zum Gipfel. Anfangs steigen wir über den Rücken rechts des Kessels auf, dann entlang einer von links nach rechts aufwärtsziehenden Rampe. Ein etwas steilerer Hang (knapp 35 Grad) bringt uns nun hinauf auf das wenig spaltige Hocharn-Kees und in einer Rechts-Links-Rechts-Schleife gelangen wir zum Gipfel.Abfahrt In dem gewaltigen Osthang sind im oberen Teil viele Varianten
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