Im Arboretum von Alcsút kann man im Allgemeinen von Februar bis Mitte März die größte, mediterrane Schneeglöckchenwiese des Landes bewundern. 28 Varianten von sieben Schneeglöckchenarten blühen in einem der ersten englischen Gärten des Landes, auf einem 2,5 Hektar großen Gebiet. Zwischen den Pflanzen kann der Kenner von der Nähe nur kleine Unterschiede entdecken: vielleicht in der Flader der Blätter oder im Farbton der Spitze der Blumenblätter. Die Gesamtwirkung ist aber blendend: ein weiß-grüner Teppich, der beim Wind leicht wellt.
Es lohnt sich, das Arboretum nicht nur wegen der Schneeglöckchen zu besuchen. Es fehlt an Besonderheiten auch nicht: der ehemalige Besitzer, der Erzherzog Josef von Österreich pflanzte nämlich zahlreiche exotische Pflanzen und Bäume auf dem 40,4 Hektar großen Gebiet. Aber er hatte es leicht gar nicht: als das Grundstück im Jahr 1818 sein Eigentum wurde, war es noch eine vernachlässigte Wüste im Váli-Tal.
Der Erzherzog Josef von Österreich beauftragte den Gartenbaumeister von Schönbrunn, Karl Tost, den Garten zu entwerfen. Und er selbst nahm auch aktiv teil, den Garten zu gestalten. So gelangen hier weiße Robinienbäume, Türkische Hasel, Bluteichen und Tulpenbäume. Eine der interessantesten Pflanzen ist der Riesen-Lebensbaum, der aus Nord-Amerika stammt und dessen auf den Boden gelehnte Zweige wurzelten, so entstanden 24 weitere Nebenstämme, die eine sanktuariumförmige Gestalt haben. Wir sollen noch die älteste Libanon-Zeder Ungarns erwähnen, die in den 1830-er Jahren in dem anliegenden Csaplári-Wald gepflanzt wurde. Insgesamt befinden sich im Park 540 Baum- und Gebüscharten im Park.
Beim Aus- und Einfluss der Bächer können die Wildschweine, Rehe, und Füchse leicht ins Arboretum kommen, aber das Wasser zieht auch die Fischreiher, Eisvögel an, und Spechte kann man auch in der Umgebung finden. In den ausgedienten Teil eines Gebäudes zogen sogar Kleine Hufeisennasen ein.
Die gebauten Gedenken des Arboretums sind auch bemerkungswert: das zwischen 1820 und 1827 gebaute, klassizistische Schloss wurde von Mihály Pollack entworfen. Es hatte insgesamt 200 Zimmer. Das Gebäude wurde im zweiten Weltkrieg vernichtet, heute kann davon nur noch der Portikus (Säulenhalle) gesehen werden. Heute steht aber noch das Puppenhaus, wo früher die Spielzeuge der Kinder der Erzherzogen gehalten wurden. Der Garten vor dem Puppenhaus ist sehr interessant, weil jedes Kind damals eine Parzelle bekommen hat, wo sie nach ihren eigenen Vorstellungen gärtnern konnten. Der Platz wurde unlängst saniert, an den beiden Seiten wurden Rosenlauben gepflanzt.
Im Jahre 1944 musste die Familie aus dem Schloss flüchten. Da wurde der Schlüssel der Kapelle in die Hand des kleinsten Kindes, Michael von Habsburg-Lothringen gegeben. "Bewahre ihn auf, weil du das wirst, der von uns hierher zurückkehren wird." - es wurde ihm gesagt. Die Äußerung war wahr. Der Erzherzog ist als Erwachsene zurückgekehrt und seitdem besucht er oft das Besitztum. Zu Pfingsten halten sie zum Beispiel eine große familiäre Zusammenkunft hier.
Es lohnt sich, auch die neoromanische Kapelle zu besuchen. Wenn man die Führung in Anspruch nimmt, kann man sogar drinnen umsehen, und die Anekdote über ihren Bau anhören: die war einst ein Pferdestall, aber als der Bischof von Székesfehérvár zu Besuch war, hat ihm sie so gefallen, dass er gesagt hat, die könnte auch das Haus des Gottes werden. Der Erzherzog Karl Josef von Österreich fand die Idee zuerst komisch, weil es ein Pferdestall war. Aber der Bischof argumentierte, dass auch Jesus unter ähnlichen Umständen zur Welt gekommen war. So konnte er den Erzherzog überzeugen, der Ferenc Storno mit dem Bau beauftragte. Die Kapelle ist wunderschön geworden: sie wurde von Bleiglasfenstern, die Heilige darstellen, von bunten Deckenfresken und weißen Marmoraltären geziert. Leider kann man von denen nichts mehr sehen (sie wurden am Ende des Krieges auch vernichtet). Trotzdem hat das Gebäude seine einzigartige, sakrale Stimmung bewahrt.
Mehrere Filme wurden hier in der letzten Zeit gedreht, wie z.B. einige Teile aus dem Thriller "The Rite" (Das Ritual) mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle. Aber der Schauplatz von Alcsút erschien auch in der Serie "The Borgias" (Die Borgias).
Botanische Werte
Die Pflanzenwelt des Gartens ist vor allem wegen der wertvollen, alten Baumraritäten bedeutend. Die Mehrheit der hier lebenden mehr als 500 Taxons ist Baum oder Gebüsch. Von den Bäumen, die vor anderthalb-zwei Jahrhunderten angepflanzt wurden, sind viele auch noch heute gesund und dendrologosche Besonderheiten. Die alten Platane sind wunderbar, die Blutbuchen, die grünen Hängebuchen oder die schon erwähnten Riesen-Lebensbäume sind bemerkenswert. Die Echten Sumpfzypressen am Teich entwickelten für heute schon große Atmungswurzeln. Im Frühling sind außer der Schneeglöckchen die vielen Arten von Nieswurzen, die Leberblümchen, die Kleinen Immergrüne unter den Gemeinen Efeus und die blaulila Farbe der Gefleckten Lungenkräuter wunderschön. Ab Ende März vertreten viele tausende Hohle Lerchensporne die Niederhölzer. Unter den Platanen am Teichufer erscheinen die hellgelben Farben der Schlüsselblumen in immer größeren Flecken.
Die wunderschöne Platanenreihe, die zur Meierei in Richtung Etyek führt, ist eine äußere Anpflanzung. Die gehörte einst zum Besitztum der Habsburgen.
Öffnungszeiten
Preise:
Über die aktuellen Preise können Sie sich im Arboretum informieren!Öffentliche Verkehrsmittel
- Mit dem Bus, der aus Székesfehérvár kommt, sollen wir bis zur Haltestelle Alcsútdoboz, kastély fahren.
Suche Fahrplan zum Zielort
Anfahrt
- Direkt an der Haltestelle zeigt ein Schild den Eingang des Arboretums (100 m).
Parken
- Neben dem Arboretum befindet sich ein Parkplatz, aber er kann an manchen Tagen voll werden.
Koordinaten
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+36 22 353 219 http://www.alcsuti-arboretum.hu E-Mail: info@alcsutiarboretum.hu
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