Hardergrat / Augustmatthorn (24.9.2017)
Der Harder und ich werden wahrlich keine Freunde werden. Nachdem viele von diesem Grat geschwärmt haben, bin ich zum zweiten Mal auf den Harder Kulm. Start war 10:40, sodass ich die Harderbahn um 5 Minuten verpasst habe. Angesichts der Wartezeit von 25 Minuten und der langen Schlange vor der Bahn (Tipp: Tour nicht an einem Sonntag machen), fiel der Entscheid nicht schwer, auf den Harder Kulm zu laufen. Gemäss Wegweiser 2h 20, d.h. bei meinem Laufschritt ca. 70 Minuten.
Die 800 Höhenmeter hinauf sind fast ausschliesslich durch den Wald. Nur selten hat es Lichtungen, welche den Blick nach Interlaken eröffnen. Von daher kann man sich diesen Teil gut sparen und die Bahn nehmen. Siehe diesbezüglich diesen Wanderbericht:
Brienzergrat: Augstmatthorn und Suggiture
Die Harder Kulm war wie zu erwarten von Touristen überflutet, aber da wir dort nicht weiter verweilen, spielt das keine Rolle. Die Vorfreude auf den Grat legt sich aber bald. Die Stunden vergiengen und bis auf Wald habe ich noch nichts gesehen. Ausserdem scheint die Tour im Sommer geeigneter als im Herbst. An schattigen Stellen war es oft noch nass und darum rutschig. Angesichts des schmalen Pfades nicht ideal.
Nach 2h 20 bin ich endlich aus dem Wald und der Grat zwischen Suggiture und Augstmatthorn. Die Freude währt nicht lange, den erneut kommt ein längeres Teilstück durch den Wald.
Der Aufstieg zu Surrigute ist recht steil und vor allem am Wochenende stark überlaufen. Mir war es schon etwas zu "touristisch". Logischerweise waren darum auch keine Steinböcke dort zu sichten. Unglücklicherweise kam auch noch eine Nebelwand innert kürzester Zeit auf und verhinderte den Blick auf den See. Erste Zweifel kamen, ob ich besser umkehre und nach Niederried herunterlaufe. Aber der Grat Richtung Augstmatthorn schien interessant zu sein. Zwar hatte es immer noch viele Leute, aber nicht mehr ganz so extrem wie bei Surrigute.
Beim Augstmatthorn angekommen trennte sich die Streu vom Weizen. Anscheinend wollte niemand den Abstieg wagen. Kurz nach dem Augstmatthorn waren sie dann doch noch da - die Steinböcke! Gemütlich lagen diese mitten auf dem Weg und liessen sich nicht von den Wanderern beirren.
Einige Gehminuten später wurde mir klar, warum so wenig Leute auf dem weiteren Pfad wen. Der Abstieg vom Augstmatthorn empfand ich doch als etwas grenzwärtig. Ohne zu Hilfenahme der Hände schien mir der Abstieg unmöglich. Phasenweise war es eher eine Kletterpartie und ein Fehltritt oder ein Abrutschen wäre verehrend gewesen. Weiter unten hatte es dann endlich Stahlseile zur Sicherung. Nach rund 15 Minuten (gefühlte 50) ist der steile Abstieg geschafft. Die Gratwanderung zeigt sich nun von seiner besten Seite. Keine Leute, angenehme Steigung, passendes Wetter - so wie es sein sollte.
ca. 15:40 erreiche ich den Blasenhubel und sehe zwar den Wegweiser Richtung Oberried, suche aber dennoch den Weg. Dieser ist leicht zu übersehen, da es nur ein kleiner Trampelpfad ist. Die rund 1600m hinunter nach Oberried scheinen schier endlos. 17:12 sehe ich endlich den Bahnhof in rund 1km Entfernung - und kann beobachten, wie der Zug wegfährt. Nächster Anschluss 18:12...
Nach 6h30 erreiche ich den Bahnhof Oberried. Anmerkung: die von der Seite berechnete Zeit für die Tour ist 8h17. Je nach Tempo muss also mehr als 6h30 eingerechnet werden.
Alles in allem war die Tour am Ende doch versöhnlich, insbesondere der Teil Augstmatthorn bis Blasenhubel. Den ersten Teil durch den Wald kann man sich meines Erachtens getrost sparen. Von daher stellt sich die Frage, ob man nicht besser in Habkern oder Niederried starten sollte.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Sicherheitshinweise
Der Abstieg vom Augstmatthorn Richtung Blasenhubel ist stark exponiert und der Einsatz von Händen ist zwingend erforderlich.Öffentliche Verkehrsmittel
Anreise kann mit ÖV (Interlaken Ost oder West) erfolgen.
Bei der Rückreise ist zu beachten, dass die Bahn von Oberried nach Interlaken nur alle 60 Minuten verkehrt.
Parken
Mit dem Auto finden sich auch (gebührenpflichtige) Parkplätze. Einige sind aber z.B. auf 5h limitiert (beim Schloss). Beim Parkplatz bei der Schule/Aula (Startpunkt A auf der Karte) kann man max. 12h parkieren, was ausreichend ist. Kosten stand 2017: 1.50/hKoordinaten
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Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.

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