Brienzergrat: Augstmatthorn und Suggiture
Nach einer kurzen Fahrt in der Interlaken-Harderbahn wurde die Wanderung in der Nähe von Harderkulm auf 1305 Meter über Meer begonnen. Nach wenigen wurde ein kleines Hotel erreicht, bei dem es eine kleine Aussichtsplattform gibt. Nach einigen Blicken über Interlaken, Thuner- und Brienzersee ging es los in Richtung Nordosten. Zuerst wanderten wir durch einen Nadelwald, der noch nicht viel Aussicht zuliess. Der Wanderweg stieg wenig steil aber stetig an und führte immer geradeaus. Allmählich lichtete sich der Wald und wir gelangten auf eine Alpwiese. Hier hätte bereits eine schöne Aussicht genossen werden können, wenn wir nicht inmitten der Wolken gesteckt hätten.
Gerade als wir die letzten Bäume hinter uns gelassen hatten begann sich der Himmel aufzuhellen und die ersten schwachen Sonnenstrahlen vertrieben den Nebel. Für eine kurze Zeit konnten wir auch den ersten Gipfel namens Suggiture erkennen und bemerkten, dass wir noch einige steile Höhenmeter vor uns hatten.
Der Weg verlief weiter dem hier flachen Grat entlang und führte plötzlich steil bergauf. Mit jedem Schritt besserte sich die Sicht und als wir uns nach einigen bewältigten Höhenmetern umdrehten blieb uns vor Beeindruckung fast das Herz stehen: Wenige Meter unter uns erstreckte sich ein weites Wolkenmeer aus dem nur wenige höhere Gipfel und die gesamte Alpenkette mit Eiger, Mönch, Jungfrau und anderen spektakulären Bergen herausragten.
Weiter ging es steil aufwärts mit einigen absturzgefährlichen Stellen mit überwältigenden Tiefblicken. Bevor es zu steil wurde verliessen wir den Grat und folgten dem Wanderweg der nördlichen Grasflanke aufwärts auf den Suggiture, der zwar 52 Meter tiefer liegt aber deutlich spektakulärer aussieht als das Augstmatthorn. Von diesem ersten Gipfel aus eröffnete sich ein grandioses Panorama. Neben den Alpen über dem Nebelmeer konnte hier auch der gesamte Brienzergrat gesehen werden, der sich aus dem Dunst erhob.
Bis zum Augstmatthorn geht es nur noch wenige Höhenmeter ab- und wieder aufwärts. Auf dieser einfach zu bewältigenden Strecke hatten wir aber das Glück eine ganze Herde männlicher Steinböcke zu beobachten, die sich ohne Scheu wenige Meter vom Weg aufhielten.
Kurz nach dem Augstmatthorn folgte ein kurzer aber sehr steiler und ausgesetzter Abstieg, der mit Drahtseilen gesichert ist und definitiv mit T4 bezeichnet werden muss. Nach dieser schwierigen Passage folgten wir wieder dem Grat und tauchten wieder in die Wolken ein. Nach einigem Auf und Ab erreichten wir den Blasenhubel. Hier begann ein steiler Abstieg, der sich in unzähligen Serpentinen durch die Graslandschaft schlängelte.
Nach einiger Zeit liessen wir die Wolken endgültig über uns und konnten erstmals wieder den Talboden erkennen. Der Weg bis dorthin führte wieder durch einen schönen Wald. Allerding zog sich dieser steile Abstieg ziemlich in die Länge und als wir unten ankamen freuten sich unsere Knie auf einige flacke Meter zum Bahnhof von Oberried.
Abgeleitet aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung.
Wegearten
Wegbeschreibung
Öffentliche Verkehrsmittel
Mit dem Zug bis Interlaken Ost und von dort aus mit der Interlaken-Harderbahn (Standseilbahn) nach Harderkulm.
Von Oberreid fährt jede halbe Stunde ein.
Koordinaten
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