Weit sichtbar ragt die Wendelinusbasilika über St. Wendel empor. Liebevoll wird sie von den Einheimischen auch „Dom“ genannt und ist eine spätgotische Hallenkirche, die zu den bedeutendsten Sakralbauten des Saarlandes gehört.
Sie ist dem heiligen Wendelin geweiht, der im 6. Jahrhundert unweit der Stadt als Mönch und Einsiedler lebte. Bereits kurz nach seinem Tod wurde er zunächst als Ortsheiliger verehrt, später verbreitete sich die Wendelinusverehrung im ganzen deutschsprachigen Raum. Auswanderer machten den Heiligen Wendelin mit seinen zahlreichen Wundertaten in Südosteuropa, sowie in Nord- und Südamerika bekannt. Zur Blüte der Wendelinuswallfahrt im 14. Jahrhundert entstand die Basilika. 1360 wurde zunächst der Chorraum eingeweiht, die Turmanlage war um 1400 fertiggestellt und das Langhaus ca. 1450 vollendet. Im Jubiläumsjahr 1960 wurde die Kirche zur Basilica minor erhoben. Ein Hochgrab hinter dem neogotischen Altaraufsatz birgt noch heute die fast vollständig erhaltenen Gebeine des heiligen Wendelins. Zahlreiche besondere Kunstschätze sind im Innenraum zu bestaunen. Die prachtvolle Tumba wird bei besonderen Anlässen als Schautisch für die Aufstellung der Wendelslade genutzt. Sie ist verziert und geschmückt mit Figuren der Apostel.
In den Jahren 1980/81 erfolgte eine gründliche Restaurierung der Grab- und Wallfahrtskirche. Dabei wurden auch die Deckenmalereien, die sich über das gesamte Mittelschiff des Langhauses erstrecken, aufgearbeitet. Die eindrucksvollen und aufwendigen Wappenmalereien zeigen unter anderem das Wappen des Nikolaus Cusanus und veranschaulichen seine Sichtweise des damals vorherrschenden politisch-rechtlichen Zustands. Daher gilt das Deckenkunstwerk als einmaliger Schatz und wird als sein politisch-theologisches Testament angesehen. Nikolaus von Cues war Mitte des 15. Jahrhunderts Pfründner und hatte ein Kirchenamt in St. Wendel. Die heutige Pfarrei pflegt jährlich die Wallfahrtstradition und lädt auch über das restliche Jahr dazu ein, die Basilika mit all ihren Besonderheiten in ihrer Schönheit zu besichtigen. Sie ist und bleibt das Wahrzeichen der Stadt und ein spiritueller Ort des Glaubens.
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Wendelinusbasilika
66606 Sankt Wendel
+49 6851 8091913 https://tourismus.sankt-wendel.de/sehenswertes/ E-Mail: touristinfo@sankt-wendel.de
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