Stadt Grimma in der LEIPZIG REGION
Die Hängebrücke in Grimma feierte 2024 ihr hundertjähriges Bestehen und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die von Hochwassern, Kriegen und Naturkatastrophen geprägt ist.
Ursprünglich baute man einen floßartigen Steg, der jedoch den ständigen Launen der Mulde nicht standhalten konnte. Nach einer über 40-jährigen Ära einer saisonbedingten Tonnenbrücke, entschied sich der Rat der Stadt Grimma im Jahr 1924 für den Bau einer hochwassersicheren und Jahreszeiten beständigen Drahtseilhängebrücke. Den Zuschlag erhielt die Leipziger Firma Adolf Bleichert, die bereits weltweit Seilbahnen baute.
Der Baubeginn im Mai 1924 markierte den Start eines ehrgeizigen Projekts. Die Brückenkonstruktion soll sich über 80 Meter Spannweite erstrecken. Das gab es so in der Region noch nicht. Doch der Einsatz von Stahl machte es möglich. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 56.000 Mark, eine beträchtliche Summe zu dieser Zeit. Am 6. Oktober 1924, genau zwei Jahre nach der Zerstörung der Tonnenbrücke durch Hochwasser, wurde die Hängebrücke fertiggestellt und am 12. Oktober 1924 feierlich eingeweiht.
Die Brücke erfüllte nicht nur ihren Zweck, sondern wurde auch zu einer finanziellen Quelle für die Stadt Grimma. Das Brückengeld, das pro Person und Überquerung (5 Pfennig. Eine ermäßigte 10-Wochen-Karte kostete 1,25 Mark, Arbeiter und schulpflichtige Kinder zahlten 2 Pfennig) erhoben wurde, floss in die Stadtkasse und ermöglichte einen Reingewinn von 7.623,84 Mark im ersten Jahr.
Die bewegte Geschichte der Brücke setzte sich während des Zweiten Weltkriegs fort. 1945 wurde sie von den zurückweichenden deutschen Truppen gesprengt, jedoch 1949 wieder aufgebaut. In den Jahren 1987 und 1990 wurde die Brücke aufgrund maroder Tragseile gesperrt und später erfolgreich saniert.
Die Jahrhundertflut im August 2002 brachte jedoch erneut Herausforderungen. Die Brücke wurde stark beschädigt. Die gesamte Konstruktion drehte sich. Es dauerte Monate, die Brücke von der Last zu befreien. Doch die Sanierung konnte schnell beauftragt werden. Eine Besonderheit dabei war der Einsatz von Schrauben mit Nietköpfen aus England, um die Optik des Bleichert'schen Originals zu bewahren. Am 13. August 2003 wurde die wiederhergestellte Brücke feierlich eingeweiht, genau ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe, in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Trotz weiterer Naturkatastrophen, wie dem Hochwasser im Jahr 2013, bleibt die Hängebrücke in Grimma ein Symbol der Beständigkeit und Ingenieurskunst. Heute erfreut sie als Sachsens längste Hängeseilbrücke mit einer Spannweite von 80 Metern Besucher und verbindet das Stadtgebiet von Grimma mit dem Stadtwald und weiterführenden Wegen ins romantische Mudental.
Öffentliche Verkehrsmittel
RB 110 aus Richtung Leipzig und Döbeln
Bus 610, 630, 690, 693
Anfahrt
Autobahn A14 aus Richtung Leipzig und Dresden
Parken
Floßplatz und kostenfreies Parken auf dem Volkshausplatz
2 Stunden mit Parkuhr im Altstadtbereich
Koordinaten
Empfehlungen in der Nähe
Entdecken Sie über den Muldental-Wanderweg romantische Flusslandschaften mit einer einzigartigen Flora und Fauna und kulturhistorische Schätze.
Dies ist der erste Abschnitt an der Vereinigten Mulde mit einer Gesamtlänge von 35,5 km.
Erkunden Sie die vielen historischen Mühlen Grimmas.
Das Reiseangebot führt Sie in der Region Leipzig über den Mulderadweg als Fernradweg mit Start ab Döbeln über Colditz bis nach Grimma.
Die Landschaft des Sächsischen Burgenlandes, das kulturelle Angebot, die behaglichen Gasthäuser und Hotels sowie die Herzlichkeit der Menschen - ...
Klöster, Schlösser und die imposante Burg Mildenstein prägen den bei Paddlern beliebten Flussabschnitt der Mulde zwischen Leisnig und Grimma.
Hängebrücke Grimma
Die Landschaft des Sächsischen Burgenlandes, das kulturelle Angebot, die behaglichen Gasthäuser und Hotels sowie die Herzlichkeit der Menschen - ...
Klöster, Schlösser und die imposante Burg Mildenstein prägen den bei Paddlern beliebten Flussabschnitt der Mulde zwischen Leisnig und Grimma.
Bei diesem Abschnitt des Lutherweges kommen Freunde der mittelalterlichen Baukunst auf ihre Kosten. Neben der mittelalterlichen Innenstadt von ...
In der Region Leipzig führt der Mulderadweg als Fernradweg beginnend bei Roßwein an der Freiburger Mulde über Döbeln und Colditz, wo sich der ...

Nutzerfragen