Die Relikte des Bärenzwingers liegen verwunschen im WaldPark Schloss Karlsberg.
Seit dem 17. Jahrhundert waren Tiergehege mit außergewöhnlichen Tieren in Schlossgärten ein unterhaltsames, aber auch kostspieliges Statussymbol. Berühmtestes Vorbild war die Menagerie König Ludwigs XIV. im Garten von Versailles. Auch Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken (1746-1795), der Erbauer des prächtigen Schlosses Karlsberg mit seinen Gärten und Parkanlagen, ließ sich – ca. 100 Jahre später – ab 1778 eine Tiersammlung in der Homburger Karlslust anlegen.
Verschiedenste Tiere lebten dort in einer kreisförmigen Anlage mit 19 quadratischen, schiefergedeckten, separierten Häuschen. Ein Wasserzulauf speist noch heute einen Graben, der eine quadratische Insel in der Mitte umschließt. 2016 wurden die Fundamente eines Pavillons auf dieser Insel entdeckt. Die Menagerie sah aus, so schreibt der Hofmaler Mannlich in seinen Erinnerungen, „wie ein antikes Amphitheater“. Dafür wurde eine Fläche in einen Hang hineingearbeitet, was noch heute deutlich zu erkennen ist.
Damals durften nur geladene Gäste des Herzogs dieses Kleinod besuchen, um Tiere zu bestaunen. Den meisten Menschen völlig unbekannte Exoten wie Papageien, Pelikane, Kasuare, Affen, Jaguare, Wölfe, kanadische Füchse, zwei Dromedare, Stachelschweine und später auch Bären gehörten zum Bestand der exklusiven Tierwelt.
Im Volksmund wird diese geheimnisvolle, ab 1778 errichtete Anlage "Bärenzwinger" genannt. Doch Bären waren nicht hier, sondern in aufwendig gesicherten, eisernen "Bären-Kästen" auf den nahegelegenen "Herzogsterrassen" untergebracht. Diese Terrassen bildeten die 1786 angelegte Erweiterung des herzoglichen „Zoos“ mit kleinen, von außen beheizbaren Behausungen. Mannlich bezeichnete dieses Gelände als „lebendes Naturalienkabinett“. Tatsächlich ist die Menagerie eine über deutsche Grenzen hinweg einzigartige Anlage, deren Bedeutung erst seit den letzten Jahren gewürdigt wird. Daher musste dem zunehmenden Verfall der denkmalgeschützten Ruine durch Erhaltungs- und Visualisierungsarbeiten Einhalt geboten werden. Sie wurde für die nachfolgenden Generationen in Teilen mit Hilfe von Cortenstahl „verpackt“, stabilisiert und einzelne, nachweisbare Elemente wie die Wendeltreppe und der Mittelpavillon erstmals sichtbar gemacht.
Der Bärenzwinger und die Herzogsterrassen liegen oberhalb der Schwanenweiher auf der ausgezeichneten Rundtour Schlossbergtour sowie dem Herzog Karl-August-Pfad und der Karlsberg Runde.
Come arrivare
Vom Wanderparkplatz Lambsbachtal aus circa 950 Meter Fußweg zum Bärenzwinger.
Coordinate
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Bärenzwinger
66424 Homburg
+49 6841 101820 https://www.homburg.de/leben-in-homburg/touristisches/urlaub-in... Email: touristik@homburg.de
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