Sentiero turistico
· Alta Corsica
Dörferwanderung im Niolu - Von Calacuccia zu Dörfern des Niolu
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Diese beschauliche Wanderrunde verläuft durch die einsame Hochebene des Niolu, die durch die schluchtartige Talung der Scala di Santa Regina oder den Col de Vergio zu erreichen ist. Das Niolu gilt als traditionsreiches Land der Hirten und besitzt die höchstgelegenen Dörfer Korsikas, die allesamt über 800 m Seehöhe liegen. Die weite Beckenlandschaft im oberen Abschnitt des Golotales ist zwischen den Gebirgen des Monte Cintu im Norden, der Paglia Orba im Westen und der Punta Artica im Süden eingebettet ist. Das Hochtal, das extreme landschaftliche Gegensätze aufweist, wird auch gerne als Herz Korsikas bezeichnet und gilt als Hort pastoraler Traditionen und Mythen. Um den 10. September feiern die Bewohner von Casamaccioli am Südufer des Stausees das Marienfest Santa di u Niolu, das mit einem großen Vieh- und Jahrmarkt verbunden ist.In der Natursteinhöhle "Abri Albertini" am Westrand von Albertacce hat man prähistorische Fundstücke ausgegraben, die eine Besiedelung dieses Talbeckens bereits im 6. Jahrtausend vor Christus belegen. Ins Niolu hat man erst vor wenigen Jahrzehnten eine Straßenverbindung gebaut, die von Francardo aus durch die Schlucht der Scala di Santa Regina führt. Zuvor waren die Dörfer nur über Saumpfade zerreichbar, die wir zum Teil entlang unserer Rundwanderung benützen. Ein Teil der Rundwanderung verläuft auch über den alten "Transhumanz-Pfad", der wieder restauriert wurde. Unter Transhumanz versteht man die jahreszeitliche Wandertätigkeit der Hirten der Balagne, die im Sommer mit ihren Schaf- und Ziegenherden in die Berge zogen, während sie die Winter in den Weiden entlang der Küste verbrachten. Calacuccia 01 liegt oberhalb des gleichnamigen Stausees und gilt als Hauptort des Niolu. Die Hauptstraße von Calacuccia wird von schattigen Platanen, dem Touristenbüro, dem kleinen Supermarkt, der Bar und dem Hôtel des Touristes gesäumt. Wir gehen Richtung Westen ein wenig aufwärts, um nach dem Restaurant La Brasserie Acquaviva nach rechts auf die mit Wegweisern gekennzeichnete Dorfstraße einzubiegen. Vorbei an der Kirche steigen wir zum Gebäude der Gendarmerie aufwärts, wo zuvor der Saumpfad in Richtung Lozzi beginnt. Wir wandern durch Weidegelände oberhalb von Calacuccia, um stets aufwärts und von Steinmauern gesäumt zur Straße nach Lozzi 02 zu gelangen. Wir queren diese, um gegenüber die Tour am Saumpfad fortzusetzen. Weil der alte Dorfverbindungsweg ab hier bis Lozzi verfallen ist, müssen wir Pfadspuren folgen, um wieder zur D 218 nach Lozzi zu gelangen. Wir biegen nach links auf diese ein und folgen ihr 1 km lang bis an den unteren Rand des Dorfes (991 m). Bei der Straßenkreuzung biegen wir nach rechts, um das Dörfchen bergan zu durchqueren. Gegenüber der Bar führt ein gepflasterter Dorfweg zum Ortsteil Acquale hinauf, wo wir nach links wieder in die Fahrstraße einbiegen. Diese bringt uns an den Beginn des Saumpfades in Richtung Poggio di Lozzi. Westlich des Dorfes wechseln wir wieder auf einen Feldweg, der entlang von Steinmauern durch offenes Weidegebiet führt. Bald zweigt nach rechts der restaurierte "Transhumanz"-Verbindungsweg (Hinweisschild) nach Albertacce ab. Wir halten die Richtung und wandern mit leichtem Gefälle dem Weiler Poggio di Lozzi 03 entgegen. Zuletzt mündet dieser in die D 518 ein, der wir geradeaus vorbei an einer Kapelle in den Ort folgen (1010 m).Wir bleiben auf der Fahrstraße, schwenken in östliche Richtung, um in der Rechtskurve nach dem Ort bei einem großen Holzkreuz von der Straße abzubiegen. Ein teilweise verwachsener und undeutlicher Pfad bringt uns entlang einer Steinmauer über einen Hangrücken abwärts zum breiten "Transhumanz"-Verbindungsweg Lozzi–Albertacce, auf den wir nach rechts einschwenken. Der gut 2 m breite Saumpfad kommt an einem Hofgelände vorbei und verläuft anschließend stets durch offenes Weideland. Dann folgt ein Abzweig nach links in Richtung Gîte d’étape nach Albertacce, wo wir aber nach rechts aufwärts weiter dem Transhumanz-Pfad folgen und bald auf die D 518 (Albertacce–Poggio di Lozzi) gelangen. Wir bleiben etwa 30 m auf dieser, um die Tour nach links auf dem Saumpfad fortzusetzen. Nach zwei Zaunquerungen passieren wir einen Bachgraben, ehe wir kurz danach wieder auf die D 518 04 stoßen. Wir queren diese und folgen dem Schotterweg weiter in westlicher Richtung. Nach dem Überqueren eines größeren Schotterplatzes samt Strommasten wechseln wir wieder auf den Saumpfad, der durch offenes Weidegebiet stets abwärts dem Virutal entgegenstrebt. Dort treffen wir auf die Route des orange markierten Weitwanderweges Mare a Mare Nord, auf dem wir nach links weiterwandern. Zuvor können wir noch einen Abstecher zur Bogenbrücke Pont de Muricciolu 05 (850 m) machen, die knapp 200 m von dieser Wegkreuzung entfernt ist. Es handelt sich dabei um einen äußerst romantischen Platz unmittelbar am Viru, der von einem dichten Saum aus Nussbäumen, Erlen und Macchiengebüschen umgeben ist. Die alte Steinbogenbrücke führt über das türkisblaue Wasser des Viru. Hier nutzte einst eine Mühle die Wasserkraft des Wildbaches, heute ist davon noch eine Steinruine erhalten geblieben. Das teilweise schattige, aber sehr romantische Gelände rund um Brücke und Mühle eignet sich besonders gut für eine Rast, wobei man in den tiefen Felsbecken des Viru baden kann.Der letzte Teil der Tour bringt uns Richtung Albertacce. Wir benützen die gut trassierte Route des Weitwanderweges Mare a Mare Nord, die zuerst mit steiniger Oberfläche aufwärts aus dem Virutal auf eine kleine Anhöhe zusteuert. Dann queren wir Kulturland und kleine Wäldchen und erreichen nach einer Abwärtspassage nun auf sandigem Terrain die eindrucksvollen Felsblöcke "Abri Albertini". Diese prähistorische Fundstätte, die jedoch heute teilweise als Unterstand für das Vieh genutzt wird, gilt als wertvollste kulturhistorische Sehenswürdigkeit der Region. Die Fundgegenstände, die hier zwischen den Felsen der Nachwelt erhalten blieben, werden im kleinen archäologischen Museum von Albertacce ausgestellt. Wir wandern ein wenig aufwärts in ein Wäldchen hinein, queren einen kleinen Bachlauf, um durch mit Olivenbäumen bewachsenes Weideland zur D 84 westlich von Albertacce zu gelangen. Eine Erdrampe führt zur Straße D 84 06hinab, die wir queren, um den letzten Abschnitt der Rundwanderung in Angriff zu nehmen.Dieser führt uns nach Calacuccia zurück. Dazu wandern wir parallel zu Steinmauern abwärts und halten uns bei der nächsten Weggabelung links. Durch Olivenhaine geht es abwärts, bis wir den Seitenbach Mulinellu queren und nahe an den breiten Einlauf des Stausees herankommen. Durch eine teilweise mit Brombeerranken verwachsenen Passage gelangen wir zu einem Hohlweg, der uns nach rechts zum Stausee hinabführt. Dort schwenken wir nach links auf die schmale Fahrstraße ein, um nach Sidossi 07 (800 m) zu gelangen. Der kleine Weiler unmittelbar am Stausee verfügt über einen kleinen Campingplatz und einen Badeplatz, wo auch der Surfsport angeboten wird. Wir wandern auf der Straße in den Ort hinein, folgen der Dorfstraße wenige Hundert Meter, um nach links (markiert) auf den alten Saumpfad zu wechseln, der den Ort an der Nordseite umläuft. Am Ostende gelangen wir über eine Rampe wieder auf die Fahrstraße zurück, um ihr 300 m zu folgen. Dann biegt der Saumpfad wieder nach links ab und steigt durch Weideland stetig in Richtung Calacuccia an. Es geht unterhalb des Camping- und des Fußballplatzes vorbei, ehe die Route in die Dorfstraßen von Calacuccia einbiegt. Wir überqueren die D 84, gehen an der Kirche vorbei und treffen auf den Beginn unserer Wanderroute. Nach rechts geht es abwärts in die Hauptstraße von Calacuccia 01 zurück.