Sentiero turistico
· Alta Corsica
Die Scala di Santa Regina - Spannende Schluchtentour im Niolu
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Das Niolu zählt zu den romantischsten Landschaften Korsikas. Am östlichen Ausgang des Hochtales hat sich der Golo tief ins Gestein eingegraben und die bizarre Schlucht Santa Regina gebildet. Wer von Corte aus Richtung Calacuccia oder weiter nach Evisa fährt, kennt die wildreiche Schluchtenlandschaft der Scala Regina bereits durch die Windschutzscheibe. Doch von der Straße aus bietet sich kaum die Gelegenheit, die ganze Schönheit dieser Engstelle zu erleben. Es gibt kaum Ausweichen, um stehenzubleiben, oder gar Aussichtsplätze, um die bizarren Felsformationen zu genießen. Deshalb wird von Corscia aus ein markierter Wanderweg angeboten, der teilweise den alten Saumpfad nutzt, der bereits im 14. Jahrhundert zum Zwecke der Transhumanz angelegt wurde. Darunter verstehen die Volkskundler eine Form der Wanderviehwirtschaft, die durch einen jahreszeitlichen Wechsel der Weidegebiete charakterisiert ist. Früher zogen Lohn- oder Wanderhirten von Francardo und Corte aus mit den Schafherden durch die Schlucht ins Niolu, um die saftigen Sommerweiden zu beziehen. Im Herbst kehrten die Tiere gestärkt von den Hochweiden zur Einstallung für den Winter wieder ins Tal zurück. Die Treppe der Heiligen Königin, die dem Tal ihren Namen gab, soll der Legende nach ein Fluchtweg gewesen sein. Er wurde in die überhängenden Felswände geschlagen, um dem heiligen Martin beim Kampf gegen den Teufel zu helfen. Dabei lösten sich massive Granitbrocken, die sich oben im Tal zum Monte Cinto, zur Paglia Orba und zur Niolu-Hochebene aufgetürmt haben. Die spannende Rundwanderung samt Abstecher zur Quelle von Vignente beginnt im kleinen Dörfchen Corscia 01 am Ostrand des Stausees von Calacuccia. Entlang der Tour erleben wir traumhafte restaurierte Wegstücke, ein Flusstal samt Bogenbrücke mit herrlicher Bademöglichkeit sowie eindrucksvolle Szenerien einer bizarren Felslandschaft. Innerhalb der Kernzone Santa Reginaschlucht wurde der Pfad teilweise kunstvoll in die Felswände gehauen. Er zeugt noch heute von den Mühen, die die Hirten früher zur Anlage der Wegverbindung aufbieten mussten. Beim Rathaus von Corscia folgen wir der markierten Route abwärts bis zu einer Spitzkehre, bei der ein Schild auf den Beginn des Weges zur Scala di Santa Regina hinweist. Die roten Wegweiser tragen in der Folge die korsische Bezeichnung "Santa R’Ghjina" samt orangen Markierungen. Wir gehen zunächst auf einer Schotterpiste in östlicher Richtung, bis wir in einer weiteren Spitzkehre nach links auf den Wanderpfad abbiegen. Wir erreichen eine Weggabelung 02, bei der wir nach rechts auf den absteigenden Pfad wechseln und in Serpentinen durch Felswände und über Geröll ins Tal des Golo absteigen. Wir befinden uns nun auf dem alten, unmittelbar in die Felshänge hineingebauten Saumpfad, der allmählich abflacht und fast eben hoch oberhalb des Golo in die Schlucht hineinläuft. Wir steuern auf den Taleinschnitt des Ruda-Flusses zu, der als Seitenbach in den Golo mündet. Über diese Schlucht spannt sich die kunstvolle Steinbrücke Ponte di l’Accia 03, die aus zwei Bögen besteht und auf einem im Bachbett liegenden Felsen aufsitzt. Gleich anschließend können wir nach leichtem Gegenanstieg bei der nächsten Abzweigung 04 geradeaus einen Abstecher zur Quelle Vignente 05 unternehmen, die der Mutter Gottes geweiht ist. Wir kommen auf dem knapp 2 km langen Wegstück der D 84 immer näher, bevor wir knapp oberhalb der Straße die schattige Quelle erreichen. Retour auf gleichem Weg bis zur Abzweigung 04, beginnen wir nach rechts den Aufstieg durch das felsige, mit Ginster und Zistrosen bewachsenes Gelände. Wir steigen auf dem gut trassierten Pfad über zahllose, mit Steinen befestigte Serpentinen etwa 200 Höhenmeter bis zu einer Spitzkehre 06 auf. Dieser Abschnitt stellt die eigentliche "Scala Regina" dar und ist dementsprechend mit einem Hinweisschild als "Ancienne Scala" gekennzeichnet.Nach einem leichten Sattel steuern wir wiederum auf das Tal der Ruda zu, wobei die Hänge bald von kühlem Eichenwald eingenommen werden. Ein leichter Abstieg bringt uns zu einer besonders romantischen Passage an der Ponte Sottano 07, wo uns herrliche Gumpen und kleine Kaskaden im Bachbett der Ruda erwarten. Ein Gegenanstieg von 50 Höhenmetern nach der Brücke bringt uns durch Laubwald an die auf einem leichten Sattel errichtete Gedenkstätte 08 für den Flugzeugpiloten Jean Marc Aubcuy heran, der am 25. August 1996 hier abgestürzt ist. Zwischen Trockensteinmauern wandern wir nun in Wiesengelände der Abzweigung entgegen, bei der wir am Beginn der Tour in die Schlucht abgestiegen sind und folgen nun geradeaus der Schotterstraße zurück nach Corscia 01.