Lage
Das Schiestlhaus, im Besitz des ÖTK Österreichischer Touristenklub, liegt auf 2156 müA. am Gipfelplateau ca. 600 m nordöstlich des Hochschwab-Gipfels (2277 müA.). Das Schaustück des Hochschwabs ist seine mächtige plattige Südwand, die sich in einer Breite von fast zwei Kilometern und einer Höhe von bis zu 300 Metern über dem Trawiessattel und den dort zusammentreffenden Tälern Trawiestal (im Südwesten) und Obere Dullwitz (im Südosten) aufbaut. Durch die Südwand führen Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden. Das ausgedehnte Kalksteinplateau umfasst eine Fläche von ca. 400 km² und wird im Osten durch den Seebergsattel und im Westen durch den Präbichl begrenzt. Die Lage am Nordalpenweg und Nord-Süd-Weitwanderweg macht das Schiestlhaus zum zentralen alpinistischen Stützpunkt des Hochschwabmassivs.
Tiere und Pflanzen
Zur intakten Fauna zählen unter anderem Alpenmurmeltiere, Gämse, Alpensteinböcke, Auerhähne, Salamander und Kreuzottern. Am Hochschwab befindet sich übrigens das grösste Gämsenrevier europas. Die Flora ist besonders vielfältig: Aurikel, Frauenschuh, Kohlröslein, Edelweiss und verschiedene Arten von Enzianen.
Die zweite wiener Hochquellenleitung entnimmt ihr Wasser der Kläfferquelle im nördlichen Hochschwabgebiet (Gemeinde Wildalpen). Bei der Schneeschmelze fließen rund 10.000 Liter pro Sekunde. Gebirgsseen im Hochschwabmassiv, wie der Leopoldsteinersee bei Eisenerz oder der Grüne See von Tragöss, bieten Trinkwasserqualität. Beim Gasthof Bodenbauer (St. Ilgen) wurde ein Hochschwabmuseum errichtet.
Zustiege
- Wanderweg: 839, 801/805: Bodenbauer Gasthof (St. Ilgen) über G´hacktes (Klettersteig) zum Schiestlhaus, Gehzeit ca. 4 Std
- Wanderweg: 801/805: Seewiesen über Florlhütte (1284m) und Voisthaler Hütte (1654m) zum Schiestlhaus, Gehzeit ca. 4 ½ Std
- Wanderweg: 852, 801/805: Weichselboden über Edelboden Alm (2 Stunden) zum Schiestlhaus (3 Stunden, Gehzeit ca. 5 Std
Versorgung und Entsorgung
Der Standort weist sämtliche Merkmale eines typischen, isolierten Ostalpenstützpunktes auf: keine Anbindung an Strom-, Wasser- und Kanalnetz sowie ein langer, ausschließlich fußläufiger Erschließungsweg. Die Versorgung des Schiestlhauses erfolgt ausschließlich zu Fuss oder per Hubschrauber. Alle acht Wochen werden Lebensmittel, Getränke, Gas, Rapsöl, Baumaterial und Dinge des täglichen Bedarfs hinauftransportiert und am Rückflug Hausmüll, Fäkalien und Leergut zur Entsorgung ins Tal geflogen. Unsere Mitarbeiter tragen Frischwaren wie Gemüse, Brot, Eier und Fleisch regelmässig zu Fuss von der Voisthaler Hütte herauf. Wir bitten um dein Verständnis, dass wir deinen privaten Müll nicht zur Entsorgung annehmen können.
Die höchste Haubenküche
Hinter der Theke nickt ein kleiner Mann mit Che-Guevara-Käppi den frisch eingetroffenen Gästen zu. »Habt’s an Durscht, braucht’s was zum Aufwärmen? An Yogi-Tee vielleicht«, fragt eine freundliche Stimme von der Bar. Wolfgang, der Chef über Speis und Trank, kommt mit einer Karaffe voll himalayischem Gewürz-Tee an den Tisch. Er serviert ihn zusammen mit Milch und einem Gläschen braunem Rohrzucker, verziert mit einer getrockneten Rosenblüte und einer kandierten Ananas. Selbst den ganz normalen Guglhupf dekoriert der Koch mit Pistazienstreuseln so liebevoll, dass er wie aus dem Menü eines Hauben-Restaurants aussieht. Wolfgang Barak hat bei Karl Eschlböck, einem der ersten Haubenköche Österreichs, am Mondsee gelernt. Anschließend zog es ihn hinaus in die Welt, unter anderem nach Japan und Indonesien.
Du kannst bei uns, wenn du magst, den ganzen Tag essen. Vom Frühstück ab 7:00 Uhr bis zum Küchenschluss gegen 20:00 Uhr. Auf der Speisetafel über der Theke stehen Gerichte wie Hühnercurry mit Basmati und Ratatouille mit Rosmarinerdäpfel neben den gewöhnlichen Hütten-Spaghetti. »Alles, was rechts auf der Tafel steht, mach ich halt, weil es die Gäste auf Hütten erwarten«, sagt Wolfgang. »Das, was in der Mitte steht, koche ich, weil ich Spaß dran hab.« Neben Hüttenklassikern gibt es täglich Schmanckerln, auch Vegetarier bekommen bei uns weit mehr als nur Beilagen. Wer gluten- oder laktosefreie Kost benötigt, sollte uns bitte vorher Bescheid geben.
(Text tw.: Dagmar Steigenberger, Steiermark Tourismus/Ikarus.cc)
Die Gäste bringen die Zutaten
Möglich werden diese Gerichte aber erst dank der Hüttenbesucher, die die Zutaten dazu mitbringen. Die Stammgäste wissen mittlerweile, dass kulinarische Mitbringsel auf dem Schiestlhaus ausdrücklich erwünscht sind. Mit Kassenzettel wird gegenverrechnet - für's Tragen gibt’s gibt’s ein Schnapserl und unsere grenzenlose Zuneigung. Es müssen nicht immer Zutaten sein: Stell dir vor, du lebst 6 Monate am Berg, völlig autark. Was hättest du gerne? Bring's uns mit! Besonders freuen wir uns über frisches Obst und Gemüse, aktuelle Tagespresse oder lass deiner Fantasie freien Lauf und überrasche uns.
Übernachten
Du planst eine Tour zum Schiestlhaus? Bitte in jedem Fall vorher anrufen und einen Platz reservieren. Ist das Wetter schön, dann tummeln sich Hundertschaften an Bergwanderern rund um Hochschwab-Gipfel und Schiestlhaus. Es stehen Zimmer und (Matratzen-)Lager zur Verfügung. Decke und Polster gibt es in allen Betten. Wegen der Wasserknappheit kann die Bettwäsche nicht regelmäßig gewaschen werden. Deshalb benötigt jeder Gast einen Hüttenschlafsack. Dieser kann in der Hütte käuflich erworben werden. Begleitet dich dein Hund, ist eine Nächtigung nur im Zimmer möglich. Hundedecke und Trinknapf sind vorhanden. Es stehen Waschräume aber keine Dusche zur Verfügung. Schuhe und nasse Kleidung können in den Trockenräumen aufgehängt werden.
Das Leben scheint hier in super-slow-motion abzulaufen
"Mir taugt's hier, so lange ich selbst raufgehen kann, bleibe ich da." Das Schiestlhaus mit Hüttenwirt Christian Toth ist mittlerweile das Aushängeschild des ÖTK. Christian Toth zählt seit 1995 zum festen Hochschwab-Inventar, anpassen hat er sich nicht lassen. Keine Spur von Alpenromantik, nix mit rotkarierten Hemden und Hirschlederhose. Stattdessen Strickmütze, weite Leinenhosen und meist barfuß unterwegs. Aus dem Lautsprecher begleitet dich Jazzmusik oder Fago, sehr oft Reggae – Hauptsache weit weg vom Mainstream. "Wir sind eine musikalische Schutzhütte. Musiker haben bei uns gleich einen Stein im Brett", erzählt Christian Toth. 2000 CD´s soll es auf dem Schiestlhaus geben. "Rund 500 davon haben die Gäste mitgebracht." Abends gibt es nicht selten Jazz-Sessions. Christian Toth ist mit Gitarre schnell dabei.
Webcam (technisch nicht immer verfügbar)
Haus der Zukunft - Vorzeigeprojekt
Das ÖTK-Schutzhaus am Hochschwab ist der Prototyp für einen ökologischen alpinen Stützpunkt in Insellage. Die "erste Schutzhütte in Passivhausqualität" basiert auf einem ökologischen Gesamtkonzept: Holzbau in Passivhausstandard, energieautarke Bewirtschaftung auf Basis von Solarenergie, biologische Abwasseraufbereitung sowie Regenwassernutzung.
Das Schiestlhaus dient als Vorzeigeprojekt für solares und ökologisches Bauen (Hotel- und Gastgewerbe) in alpinen Regionen. Gleichzeitig hat das Schiestlhaus auch Modellcharakter für die nachhaltige Sanierung zahlreicher wichtiger alpiner Stützpunkte, die, ähnlich wie das ÖTK-Schutzhaus, vor mehr als 100 Jahren errichtet wurden und auf das Ende ihres Lebenszyklus zugehen.
Ökologie und Wasserschutz
Im Hochschwabgebiet befinden sich die Quellfassungen für die zweite Wiener Hochquellwasserleitung. Die nachhaltige Sicherung der Trinkwasserqualität hat oberste Priorität. Im Gegensatz zur Situation bis zum Jahr 2002 beinhaltet das neue Schiestl-Haus die professionelle Entsorgung der Fäkalbelastungen, die durch die Wanderer, Bergsteiger und Skitouristen entsteht. Die Regenwassernutzung sowie die hochqualitative biologische Abwasseraufbereitung mit extrem hohem Reinigungsgrad bilden elementare Bestandteile des Gesamtkonzepts.
Wasser- und Energieversorgung
Da keine Quellen mit ausreichender Schüttung in sinnvoller Entfernung zur Verfügung stehen, wird Regenwasser über das Dach gesammelt, gespeichert und aufbereitet. Warmwasser und Strom werden über Kollektoren erzeugt, die vollständig in das architektonische Konzept integriert sind. Der Standort am Hochschwab auf 2154 m bietet durch die uneingeschränkte Südorientierung beste Vorraussetzungen für die solare Energienutzung.
Heizung und Lüftung
Die Raumheizung erfolgt nach der Passivhaustechnologie, dh. die Aufenthaltsräume werden ausschließlich über die inneren Wärmequellen und die temperierte Zuluft beheizt. Mit Ausnahme der Wasch- und Trockenräume sind keine zusätzlichen Heizflächen im Haus vorgesehen. In speziellen Abluftwärmetauschern wird ein Teil der Wärme aus der Abluft wieder der Zuluft zugeführt. Der Restheizwärmebedarf (12,9 kWh/m²a) wird durch Nachheizregister aus dem Warmwasserspeicher zur Verfügung gestellt.
Behaglichkeit
Das Schiestlhaus bietet einen sehr hohen Komfort durch die hohen Oberflächentemperaturen der Raumumschließungsflächen und durch die exzellente Luftdichtigkeit und Schalldämmung der äußeren Hüllflächen sowie durch die ständige Zufuhr von vorgewärmter Frischluft. Die Konzeption der Schlafräume stößt bei den Nächtigungsgästen durchwegs auf Begeisterung. Funktionalität, Materialwahl und Erscheinungsbild werden von den meisten Besuchern positiv kommentiert.
Projektausführung
Das Projekt wurde von der Generalplaner-ARGE pos architekten und Treberspurg & Partner Architekten abgewickelt. In Summe arbeiteten insgesamt zehn Planer und Forschungseinrichtungen zusammen. Das Schiestlhaus wurde als Ersatzbau für das 120 Jahre alte und baufällig gewordene Schutzhaus am Hochschwab realisiert. Trotz wiederholter wetterbedingter Erschwernisse konnte das Haus nach 11 Monaten Bauzeit rechtzeitig fertiggestellt und am 2. September 2005 unter Anwesenheit von über 400 Personen, darunter zahlreicher Prominenz, feierlich eröffnet werden. Seither haben bereits mehrere tausend Bergsteiger das neue Schiestlhaus des ÖTK besucht.
Endbericht zum Download als PDF
Geschichte
Im Jahr 1884 wurde einige Meter östlich des heutigen Gebäudes eine Schutzhütte errichtet und zwischen 1895 und 1913 erweitert. Die Hütte wurde nach Dr. Leopold Schiestl, von 1870 bis 1880 Präsident des ÖTK, benannt. Es bot damals Schlafplätze für zwanzig Gäste. Zehn Jahre später wurde es durch einen Zubau vergrössert. Bedingt durch die ausgesetzte Lage im Hochgebirge erlitt das Schiestl-Haus zunehmend witterungsbedingte Schäden. Gleichzeitig, wuchs die Anzahl der Gäste stetig. 1913 wurde es saniert und auf seine endgültige Grösse erweitert. Der für die Renovierungen notwendige Materialtransport wurde wie auch die gesamte Versorgung von Mulis und Trägern realisiert. Seit 1974 wird das Schiestlhaus per Hubschrauber versorgt. Die 1975 errichtete Materialseilbahn zwischen Voisthalerhütte und Schiestlhaus überstand ihren ersten Winter nicht.
Als die baulichen und hygienischen Bedingungen nicht mehr den modernen Standards entsprachen, sollte das ÖTK-Schutzhaus 1996 neuerlich renoviert werden. Wegen der schlechten Bausubstanz wurde ein Neubau ins Auge gefasst. Dieses Projekt musste wegen der exponierten Lage als sehr ambitioniert gelten; das Gebäude muss nicht nur eisigen Temperaturen, sondern auch Windgeschwindigkeiten über 200 km/h widerstehen. Da das Schiestlhaus weder über eine Zufahrtsstraße noch über eine Materialseilbahn verfügt, mussten alle Baumaterialien und Geräte per Hubschrauber transportiert werden; manche Teile wurden auch von freiwilligen Helfern zur Baustelle getragen. Zudem gab es von Seiten des Grundeigentümers (Graf Meran) anfänglich Widerstände, die erst in langwierigen Verhandlungen überwunden wurden. Der Neubau wurde 2004 begonnen und 2005 eröffnet. Die alte Schutzhütte diente während de rBauphase als Unterkunft für Bauarbeiter und Projektbeteiligte. Danach wurde es abgerissen.
Sleeping beds
General
Year built 1895 AV-Classification: Ifamily friendly
Features
ShowerServices
Wireless coverageWinterroom
Winterroom availableWinterroom heated
Für 6-8 Personen steht dir unser Winterraum offen, Notfunkeinrichtung vorhanden, kein Schlüssel notwendig
Prices
Als ÖTK-Mitglied profitierst du neben einem Heimvorteil in über fünf Dutzend ÖTK-Schutzhütten auch bis zu 50% Ermäßigung bei der Nächtigung in Hütten anderer alpiner Vereine in Österreich, Südtirol, Tschechien, Slowakei, Slowenien und Liechtenstein.Address
SchiestlhausSt. Ilgen 116
8621 Thörl
Public transport
Parking
Coordinates
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Opening times
Sommer: Grundsätzlich ca. Mitte Mai bis 26. Oktober
Eine telefonische Voranmeldung ist grundsätzlich erforderlich! In der Saison erreichst du uns am besten von Montag bis Freitag zwischen 10.00 und 11.00 Uhr. Nachrichten auf unserer Mobilbox und Anfragen per Email oder SMS können wir leider nicht berücksichtigen.
Winter: Der Winterraum (mit Toiletten, aber ohne Koch- oder Heizmöglichkeit) ist außerhalb der Bewirtschaftunszeit nutzbar und ohne Schlüssel durch den Haupteingang zugänglich. Hinterlasse ihn bitte immer so, wie du ihn gerne vorfinden möchtest.
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