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Ritterstein Haingeraide – Loogfelsen (Nr. 236)

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Pfälzerwald-Verein e.V.
  • Haingeraide – Loogfelsen
    Haingeraide – Loogfelsen
    Photo: www.rittersteineundmehr.de

Westlich von Edenkoben an der Straße zur Kropsburg.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Rittersteine

 

Bei diesem Sandsteinfindling handelt es sich um einen Grenzstein der die Vierte von der Fünften Haingeraide trennt. Bei den Geraiden handelt es sich um einen großen Wald der von einer Bauerngenossenschaft verwaltet und genutzt wurde. Dieser Geraidenwald erstreckte sich von Wanzenau im Elsass bis Bad Dürkheim in der Pfalz und war etwa 10 Kilometer breit. Er wurde, laut Wikipedia, in 16 Gebiete unterteilt (19 Gebiete laut Walter Eitelmann, siehe auch Rittersteine – Am Tisch-Geraidegerichtsstätte, Nr. 44), wobei die Abgrenzungen durch Grenzsteine markiert waren. Die 16 Geraiden, aus Wikipedia der freien Enzyklopädie: 1. Wanzenau 2. Brumather Wald (Brumath) 3. Hagenauer Forst (Hagenau) 4. Weißenburger Mundat (Weißenburg) 5. Bergzaberner Geraide (Bad Bergzabern) 6. Rothenburger Geraide (Rothenburg) 7. Erste Haingeraide (Landau, Albersweiler, Gräfenhausen, Queichhambach, Godramstein, Nußdorf, Frankweiler, Siebeldingen und Birkweiler) 8. Zweite Haingeraide (Burrweiler, Böchingen, Dernbach, Flemlingen, Gleisweiler, Ramberg, Roschbach und Walsheim) 9. Dritte Haingeraide (Edesheim, Hainfeld, Weyher und Rhodt) 10. Vierte Haingeraide (Edenkoben, Venningen, Böbingen, Gommersheim und Altdorf) 11. Fünfte Haingeraide (Maikammer, St. Martin, Diedesfeld und Kirrweiler) 12. Erste Haardtgeraide (Hambach) 13. Zweite Haardtgeraide (Neustadt) 14. Dritte Haardtgeraide (Deidesheim) 15. Vierte Haardtgeraide (Wachenheim) 16. Fünfte Haardtgeraide (Dürkheim) Genutzt wurde der Wald u.a. für die Schweinemast (Eichelmast), um Brenn,- und Bauholz zu schlagen bzw. zu sammeln, als Nahrungsquelle (Wildtiere, Beeren und Pilze), als Versammlungsstätte, usw. ... Damit der Wald von jedem Genossen gleichviel genutzt werden konnte und nicht zu stark in Anspruch genommen wurde, gab es die Geraidenverordnungen – eine eigene Gerichtsbarkeit! Im Gebiet der Haingeraiden erkannte man nur die Oberhoheit des Kaisers, nicht aber – als Gerichtsherren – den Landesherren. Für die Einhaltung dieser Gesetze waren der Geraidenschultheiß, Zehntmeister, Waldmeister und Waldknechte zuständig. Verstöße wurden vom Geraidengericht unter freiem Himmel verhandelt (siehe Ritterstein – Am Tisch-Geraidegerichtsstätte, Nr. 44). Woher das Wort „Geraide“ kommt ist ungewiss. Historiker vermuten das durch Wortverballhornung, die Geraiden aus alten Wörtern, wie zum Beispiel das aus dem Alemannischen stammende Wort „gereut“ gleich „roden“ oder das oberdeutsche Wort „raiten“ gleich „rechnen“, abzuleiten ist. Jedenfalls gibt es die Geraiden schon seit sehr langer Zeit. Vermutlich um 700 n.Chr. schenkte es König Dagobert seinen Bauern für geleistete Dienste. Über die Jahrhunderte wurde diese Schenkung vom regierenden Adel immer wieder bestätigt. Ab 1100 bis 1500 gab es häufiger Streitigkeiten zwischen den Geraidenbauern und den Grund- und Landesherren um die Rechte dieser Wälder. Allerdings konnten die Bauern ihre Rechte immer erfolgreich verteidigen, wenn nötig auch mit Waffengewalt. Jedoch zerfielen im 18. Jahrhundert die Geraiden wegen Uneinigkeit der Bauern. Die Wälder wurden unter den angrenzenden Dörfern aufgeteilt. Die Zeichen auf dem Loogfelsen: Der relativ flache Sandsteinbrocken weißt viele Zeichen und Symbole auf. Es sind die Namenszeichen der umliegenden Haingeraiden. Angeblich stammen sie aus der Zeit zwischen 1600 und 1650!. Da die Menschen der untersten sozialen Schichten, erst ab dem frühen 19. Jahrhundert lesen und schreiben lernten, waren hausgemachte Zeichen und Symbole Ersatz für Unterschrift und Text. Bei der Zeichenerfindung wurde der Fantasie freien Lauf gelassen. Die in der Umgebung befindlichen alten Geraidensteine weißen viele gleiche und ähnliche Zeichen, wie auf dem Loogfelsen vorhandene, auf. Wie zum Beispiel der Loogfelsen bei Lolosruhe (siehe auch Rittersteine – Lolosruhe – Fünf Steine, Nr.238) Legende: Vor sehr langer Zeit lebte auf der Burg Landeck bei Klingenmünster der weise König Dagobert. Als eines Tages ein Bauer einen Edelmann anklagt, er habe seine Tochter entführt, verurteilt der König den Edelmann und lässt ihn bestrafen. Die Edlen des Landes waren empört und griffen die Burg des Königs an. Als sich dieser in arger Not befand, erscheint ein Bote des Bauern, der den König auf geheimen Wegen aus der brennenden Burg in Sicherheit bringt. Unter dem Schutz eines Dornenstrauches verharrt der König bis seine treuen Untertanen den Aufstand niedergeschlagen haben. Zum Dank für seine Rettung schenkte er ihnen den Wald der heute noch unter dem Namen „Geraiden“ bekannt ist.

Text: ehemals: www.rittersteineundmehr.de

 

Coordinates

DD
49.292531, 8.091200
DMS
49°17'33.1"N 8°05'28.3"E
UTM
32U 433918 5460373
w3w 
///reloads.designated.placed
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