Walter Biselli
Die Schauenburgerfluh befindet sich bei der Gemeinde Frenkendorf, am östlichen Ausläufer des zum Tafeljura zählenden Gempenplateaus.
Die Schauenburgerfluh war ein bedeutender kultischer Ort und diente früheren Kulturen als Höhenheiligtum und Ort der Andacht. Dort befand sich ein gallo-römischer Tempel, dessen Reste teilweise durch einen Felsabbruch verschüttet wurden. Der Tempel bestand aus einer Cella (5,3 × 4,8 m) mit einem Umgangspodium (ca. 8,8 × 8,6 m) und war nicht nach der Landschaft, sondern offenbar nach dem römischen Straßensystem von Augusta Raurica ausgerichtet. Er hatte Sichtverbindung zum Schönbühltempel und orientierte sich möglicherweise an den decumani (Ost-West-Achsen) der Stadt.
Archäologische Funde wie Münzen (1.–4. Jh.) und Tierknochen (z. B. einer kleinen Rinderrasse) deuten auf Opferhandlungen hin. In der frühen Neuzeit wurde die Schauenburgerfluh zudem als Hochwacht (Frühwarnsystem) genutzt. Die steile Felswand ist nach Südosten orientiert und bietet eine prächtige Aussicht.
Weblink:
- Dominique Oppler: Ausflug in die Vergangenheit - Archäologische Streifzüge durchs Baselbiet - Rund um Schauenburg: https://zenodo.org/records/14441304
- www.mythische-orte.eu/frenkendorf/
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