Der Öchsenberg (oft auch nur Öchsen genannt) ist einer der nördlichsten Berge in der Rhön und liegt etwa drei Kilometer südlich der Stadt Vacha über dem Werratal. Der Berg ist der Rest eines erloschenen Schichtvulkans, der im Vulkanismus des Miozän vor etwa 25 - 11 Millionen Jahren entstand. Der Vulkan durchdrang die älteren Zech- und Buntsandsteinschichten des Trias und bildete einen glockenförmigen Berg aus, dessen feste Basalte durch Verwitterung der Umgebung an die Oberfläche gelangten. An der Nord- und Ostflanke des Berges entstanden durch Verwitterung größere Blockschutthalden. Sie wurden besonders im nördlichen Bereich des Berges durch den Basaltabbau größtenteils abgetragen.
Die heute zum großen Teil bewaldeten Hänge sind großflächige Zahnwurz-Buchenwälder, in denen unter anderem die geschützte Türkenbundlilie vorkommt. Auf den vorhandenen Blockschutthalden breiten sich edelholzreiche Hang- und Blockschuttwälder aus. Hier gedeihen unter anderem Knabenkräuter. Die aufgelassenen Steinbrüche, mit ihren noch lichten, oft mit Buschwerk und Birken bestandenen Solen und den Felswänden, geben für zahlreiche weitere Pflanzen und Tiere einen Lebensraum. Im Rahmen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön wurde der Öchsenberg 1990 unter Naturschutz gestellt. Das Naturschutzgebiet hat eine Fläche von etwa 267 Hektar und ist eine Pflegezone des Biosphärenreservats.
Der Öchsenberg war durch seine beherrschende Lage über dem Werratal schon seit Jahrtausenden bevorzugter Siedlungsort. Die ältesten Funde am Berg weisen auf die Anwesenheit von Menschen in der Jungsteinzeit (etwa 5000 - 2000 v.d.Z.) hin. Die frühesten Besiedlungsspuren verweisen in die Bronzezeit (ca. 1300 - 800 v.d.Z), auf die einige Hügelgräber datiert werden. Die ältesten Zeugnisse von Bauwerken sind Steinwälle aus Basalt, die im innersten Ring ein Oval von 180 x 130 m umfassen. Die Größe der Anlage, die die stärkste Befestigung der thüringischen Rhön ist, deutet auf eine entwickelte keltische Höhensiedlung, ein Oppidum mit einer Hauptumwallung von 320 m im Durchmesser. Das Oppidum entstand während der Hauptbesiedlungszeit auf dem Berg zwischen der Späthallstattzeit (800 - 450 v.d.Z.) bis in die mittlere La-Tène-Zeit (450 v.d.Z. - 0). Das keltische Oppidum hatte etwa eine Ausdehnung von 30 Hektar, die den ganzen Gipfelbereich umfasste und teilweise in niedrigere Regionen im Bereich des Kalksteinsockels hinab reichte. Der innere Bereich der Siedlung im Bereich des Gipfels war mit doppelten, stellenweise auch mit dreifachen Ringwällen aus Basalt umgeben. Im südlichen Bereich, in dem kein Basalt abgebaut wurde, sind das Tor der Anlage, mit übereinander greifenden Wangen und die Wälle um die Paulinenquelle als geschütztes Bodendenkmal erhalten. Die einzige Quelle des Oppidums, heute Paulinenquelle genannt, trat im Laufe der Zeit immer weiter talabwärts zu Tage und wanderte damit aus der Wallanlage heraus. Daher wurde die Quelle mehrfach durch neue sichelförmige Wälle immer wieder in den befestigten Bereich einbezogen. In der La-Tène-Zeit wird das Oppidum als Brückenkopf am Werraübergang der Altstraße Antsanvia zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und dem Thüringer Becken, angesehen. Neben der Steinsburg bei Römhild war das Opidium auf dem Öchsenberg eine der größten Anlagen der Gegend.
Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung war in einer Schenkungsurkunde von Karl dem Großen im Jahr 786, wo der Berg Uhsineberga genannt wurde.
Auf dem Berggipfel gab es im 19. Jh. eine Schutzhütte für Forstarbeiter und Wanderer, die 1876 durch Sturm zerstört wurde. In der Folge ließ der Großherzogliche Sächsische Oberförster Richard Schmidt einen bewirtschafteten hölzernen Pavillon errichten mit einer Aussichtsplattform auf dem Dach. 1902 ließ der Vachaer Rhönclub einen massiven, dreistöckigenen Bismarckturm und 1907 eine Schutzhütte als Ersatz für den baufälligen älteren Pavillon errichten, die 1931 nach einem Brand auch in Stein neu gebaut wurde. 1938 wurde wurde Wasser-, Elektro- und Telefonleitungen zur Hütte gelegt.
1945 wurde der Rhönclub in der Sowjetischen Besatzungszone verboten, die Hütte wurde bis 1963 durch die Stadt Vacha weiter bewirtschaftet. 1978 wurde die Hütte abgerissen und der Bismarckturm gesprengt. Der obere Bergbereich wurde zum militärischen und der Basalttagebau zum betrieblichen Sperrgebiet erklärt. Dadurch war der Berg nicht mehr öffentlich zugänglich. Basaltabbau am Berg ist seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar. Der industrielle Abbau begann 1899 als das Basaltwerk mit einer Drahtseilbahn zum Vachaer Bahnhof verbunden wurde. Die Seilbahn funktionierte bis 1975, der Basaltabbau wurde am Öchsenberg 1986 eingestellt.
(Quelle: Wikipedia)
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