Walter Biselli
Der Blattenpass (auch Blattepass oder Plattenpass) ist ein historischer Passübergang auf 577 m ü. NHN. in der Blauenkette im Kanton Basel-Landschaft (Gemeindegebiet Pfeffingen).
Der Blattenpass verbindet das Birseck (Aesch) mit dem Laufental (Zwingen) und war einst ein bedeutender Verkehrsweg – besonders zur Römerzeit, als er die wichtigste Verbindung zwischen Aventicum (Avenches) und Augusta Raurica (Kaiseraugst) bildete. Wegen des schwierigen Geländes legten die Römer befahrbare Steinplatten aus – daher der Name „Blattenpass“.
Im Mittelalter diente der Pass weiterhin Händlern und Pilgern. Entlang des Zugangswegs entstanden mehrere Burgen (z. B. Frohberg, Schalberg, Engenstein). Auf der Passhöhe stand ein beliebtes Wirtshaus, das sich mit der Zeit in eine gefährliche Räuberhöhle verwandelte bis es auf Anweisung des Basler Bischofs abgerissen wurde.
Mit der Überwindung der natürlichen Engstelle im Chessiloch ab 1730 und später durch den Bau der Jurabahn (1874) verlor der Pass seine verkehrstechnische Bedeutung. Heute ist der Blattenpass nicht für Motorfahrzeuge befahrbar, aber ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer – inklusive gut ausgebautem Grillplatz auf der Passhöhe.
Wanderwege über den Blattenpass:
- ViaJura (Route 80): Etappe 2 von Aesch nach Laufen
- ViaSurprise (Route 32): Etappe 6 von Mariastein nach Dornach
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