Die Ersterwähnung des Ortes Herleshausen als Herleicheshuson war in einer Urkunde aus dem Jahre 1019, in der Kaiser Heinrich II. dem Kloster Kaufungen den Hof Herleshausen schenkte (1229 Herlecheshusin genannt, 1268 Herleshusen, 1423 Herlshusin), unter dessen Verwaltung der Ort bis 1527 blieb. Im Jahre 1451 stand dem Kloster Kaufungen 5/6 des Ortes Herleshausen zu. Der Rest war Lehen der Treusche von Buttlar.
Nach der Einführung der Reformation und der Säkularisierung der Klöster in Hessen 1527 gab Landgraf Philipp der Großmütige das Gut Herleshausen seinem Truppenführer Georg von Reckrodt zum Lehen, der sich dort im Jahr 1539 das Schloss "Steinstock" errichten ließ (Reckrodt, auch Reckeroth: hessisch-thüringische Adelsfamilie, Burgherren der Brandenburg von 1411 - 1702). Nach Reckrodts Tod 1558 folgten ihm als Lehnsmannen von Schloss und Gut Herleshausen die von Wersebe, welche die Anlage durch den Anbau von zwei Flügeln vergrößerten. Nachdem die Linie der Wersebe zu Herleshausen ausgestorben war, erhielt Philipp von Hessen-Philippsthal von seinem Bruder Landgraf Karl das Schloss und Gut Herleshausen 1678 als Lehen und schließlich als Schenkung. Seitdem waren Schloss und Gut im Besitz der Landgrafen von Hessen-Philippsthal. 1821 erhielt das Schloss den Namen "Augustenau", nach der früh verstorbenen Gemahlin des Landgrafen Carl, Auguste von Hohenlohe-Ingelfingen. Nach dem Aussterben der Hauptlinie Hessen-Philippsthal fiel der Besitz 1925 an den Seitenzweig Hessen-Philippsthal-Barchfeld, dem er bis heute gehört.
Herleshausen gehörte 1585 zum Amt Sontra, ab 1818 zum Justizamt Netra und seit 1821 zum neu gegründeten Kreis Eschwege.
Für den Bau der Autobahn wurden 1938 mehrere Barackenlager (Reichsautobahnlager) für die Arbeiter errichtet. Das Barackenlager an der Straße zwischen Herleshausen und Frauenborn wurde 1940 von der Wehrmacht als Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Hier waren zunächst französische, dann sowjetische Gefangene für den Autobahnbau interniert. In der Herleshausener Kriegsgräberstätte liegen 1593 meist sowjetische Kriegsgefangene begraben, die vor allem im ehemaligen Lager Stalag IX B starben.
Nach dem 2. Weltkrieg verblieben die hessischen Gebiete in der amerikanischen Besatzungszone und wurden zur Bundesrepublik Deutschland, Herleshausen lag im "Zonenrandgebiet" direkt an der Grenze zur DDR. Der Grenzübergang Wartha/Herleshausen war der einzige zwischen Thüringen und Hessen, einer der wenigen Straßen-Grenzübergänge zur DDR. 1981-83 wurde entsprechend einer Vereinbarung die seit den 1940er Jahren projektierte Werratalbrücke Hörschel der Autobahn A4 über das Werratal gebaut und der Grenzübergang auf die Autobahn verlegt.
Nach der deutschen Vereinigung liegt die "kleine Großgemeinde" mit 11 Orten in der neuen Mitte Deutschlands und ist eingebettet zwischen der Frische des Werratals und den grünen Höhenzügen des Ringgaus. Die gut ausgebaute urbane Infrastruktur wrd durch gute Verkehrsanbindungen über die Bundesautobahn A4 und den ICE-Schienenverkehr mit Halt in der Nachbarstadt Eisenach ergänzt. Wanderer, Radfahrer und Wasserwanderer finden gute Voraussetzungen in und um Herleshausen. Viele aktive Vereine und Verbände unterstützen das funktionierende Gemeinwesen eindrucksvoll. In 32 verschiedenen Vereinen wird die Gemeinschaft gepflegt. Ein Höhepunkt des Jahres ist die Kirmes, die von der Dorfjugend schon über Generationen hinweg ausgerichtet wird.
Sehenswertes: Gut erhaltene Fachwerkarchitektur in allen Ortsteilen, bäuerliche Hofanlagen, älteste Fachwerkhäuser in Herleshausen von 1618 (Haintor 13) und 1621 (Lauchröder Straße 14), Schloss Augustenau, Burgkirche, Gemeindezentrum mit Touristinformation Herleshausen, Sowjetische Kriegsgräberstätte, Wasserburg & Rittergut und spätgotische Kirche in Willershausen, Schloss und Pfarrkirche Wommen, Renaissanceschloss und Kirche Nesselröden, Burgruine Brandenfels, Rittergut und Patronatskirche Markershausen, Dorfkirche und Anger mit Linde in Breitzbach, historische Fachwerkdorfkirche in Unhausen, Schloss & Gut Hohenhaus mit Schlosshotel Hohenhaus, Dorfanger mit Linde und historische Fachwerkkirche in Holzhausen, Hauptgestüt Altefeld
Freizeit und Sport: Angeln, Ausflugsfahrten mit Kutsche oder Bus, Bücherei, Fitnesscenter, Gästekindergarten, Grillmöglichkeit auf dem Siegelshof, Hallenbad, Kegeln, Kinderspielplatz, Ponyreiten, Radwandern, Solarium, Tagungsmöglichkeiten, Tennis, Tischtennis, Wandern auf 35 km markierten Wanderwegen, Wasserwandern auf der Werra und Vieles mehr.
Unterkünfte: 2 Hotels (57 Betten), 1 Pension (16 Betten)
(Quelle: Wikipedia | www.herleshausen.de)
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Herleshausen
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