In dieser Region wurde die Grenze vor etwas mehr als 200 Jahren auf dem Wiener Kongress neu gezogen – von oben herab, ohne Rücksicht darauf, dass hier ein einheitlicher Kultur- und Sprachraum existierte. Kriterium war, dass sie mindestens eine Kanonenschussweite von der Maas entfernt sein sollte.
1814 und 1815 tagten nach der Niederlage Napoleons I. Vertreter von mehr als 200 europäischen Staaten in Wien um die politische Landkarte Europas neu zu ordnen. Auf Drängen Englands erhielt Preußen nicht die gewünschten Gebiete im Osten seines Königreiches sondern die Provinzen Jülich-Kleve-Berg, das Großherzogtum Niederrhein und Westfalen.
Die Einwohner dieser Region waren wenig begeistert: Der bis dahin ungehinderte Austausch zwischen den Menschen der Region und der Handel wurden mit den neuen Grenzlinien behindert. Auch waren die Preußen evangelisch und sandten ihre Beamten an den katholischen Niederrhein – neue Zeiten brachen an. Ein Resultat dieses Mentalitätskonfliktes war unter anderem die Auswirkungen auf den Karneval: Die sogenannten Karnevalsgarden sind Karikaturen des preußischen Militärs.
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