Gammertinger Stadtpfarrkirche, hervorgegangen aus der ins Frühmittelalter zurückreichenden Dorfkirche. Das ungewöhnliche Patrozinium kam anlässlich des Neubaus 1276 an die Kirche.
Über die für damals zu erschließende Habsburgische Stadtherrschaft, die hier wohl eine würdige Familiengrablege einrichten wollte, scheint eine Beziehung zur Probstei „St. Leodegar“ im Hof zu Luzern gegeben zu sein: König Albrecht ließ noch 1306 einen Eigenmann dieses Klosters aus Hettingen zurückrufen. Die Rolle als außerhalb der Mauern gelegene Stadtkirche wurde 1351 durch eine bürgerschaftliche Altarstiftung besiegelt. Nachdem unter den Herren von Bubenhofen im späteren 15. Jh. die Verlegung der Pfarrei an die Michaelskapelle vorbereitet wurde, zeugt der Turmbau mit Staffelgiebel aus dem 2. Drittel des 16. Jh. von der endgültigen Aufgabe entsprechender Pläne. Langhaus und Chor wurden 1803/1804 nach – modifizierten – Plänen des französischen Architekten Pierre D’Ixnard im Stil des Klassizismus errichtet.Durch Renovationen in den Jahren 1897, 1968 und 1996 wurde das Kirchenschiff grundlegend verändert. Das imposante Hochaltarblatt malte 1805 der Gammertinger Oberschultheiß Anton Reiser. Die Kirchenfenster entwarf 1968 der Karlsruher Professor Emil Wachter. Bis 1830 diente der Platz um die Kirche als Friedhof. An der Stelle des jetzigen neuen Pfarrhauses stand dort bis 1933 das im Jahre 1805 erbaute Kaplaneihaus.
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